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Massive Kritik am belgischen Ökokontrollsystem

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Atomium in Brüssel, oben drauf die belgische Flagge
In Belgien wird das Ökokontrollsystem nur teilweise umgesetzt, so die Meinung der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU. (Bild: Atomium in Brüssel) © Pixabay/Licya

Die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU hat im September 2017 zum ersten Mal das belgische System der Ökokontrolle unter die Lupe genommen – und dabei massive Mängel festgestellt. Veröffentlicht wurde der Bericht erst zehn Monate später, weil die belgischen Behörden sich viel Zeit mit ihrer Antwort ließen.

Milde Maßnahmen auch bei schweren Verstößen

In ihrem Bericht stellen die Auditoren der Generaldirketion fest, dass in Belgien das Ökokontrollsystem nur teilweise umgesetzt sei. Es gebe keine zuständige Behörde für die Kontrolle importierter Bio-Lebensmittel und die Kontrollstellen würden nicht von allen zuständigen Regionalbehörden jährlich überprüft. Zwar seien die Kontrollen bei den Betrieben effektiv und die Zahl der zusätzlichen und unangekündigten Kontrollen sowie die Zahl der Probenahmen übertreffe die EU-Mindestanforderungen bei weitem. Doch sei der Vollzug schwach, „insbesondere in Fällen schwerer und wiederholter Verstöße“. Dies liegt nach Ansicht der Auditoren vor allem daran, dass die in Belgien gültige Maßnahmenkataloge auch bei schweren Unregelmäßigkeiten lediglich milde Maßnahmen wie Hinweise und Warnungen vorsehen. Zudem würden bei einem Verdacht auf Unregelmäßigkeiten die Kontrollbehörden selten informiert und die Kontrollstellen würden den Verdacht auch nicht eingehend untersuchen.

Betriebe in Belgien trotz Misstände bio zertifiziert

Als Beispiel für den schwachen Vollzug nennt der Bericht einen Betrieb, der wiederholt auffiel, weil er konventionelle und Bioware ungenügend getrennt hatte. Die Input/Outputrechnungen für mehrere Bioprodukte sei nicht korrekt gewesen und Produkte als bio vermarktet worden, die durch das Zertifikat nicht abgedeckt waren. Dennoch sei der Betrieb wieder zertifiziert worden, bemängelten die Auditoren. In mehreren Fällen hätten die Kontrollstellen Betriebe weiterhin zertifiziert, obwohl bemängelte Missstände wie zu hohe Besatzdichten und fehlender Platz im Stall nicht abgestellt worden waren.

Die belgische Ökobehörde antwortete auf den Auditbericht Anfang April 2018 und sagte zu, den Maßnahmenkatalog bis 2019 zu überarbeiten. Auf andere angesprochene Punkte werde man die Kontrollstellen hinweisen, heißt es in der Stellungnahme der Behörde zu dem Auditbericht.


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