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Kritische Stimmen zu Bayers Monsanto-Übernahme

von Redaktion (Kommentare: 0)


Vor allem Umweltschützer und weltweit tätige Hilfsorganisationen melden sich zu Wort und kritisieren die Elefanten-Hochzeit der Agrarchemie-Giganten. Viele haben schon im Vorfeld davor gewarnt.

Die Folgen, die durch das Entstehen des weltgrößten Agrarchemie– und Saatgut-Unternehmens zu erwarten sind, beurteilt der WWF als massive Gefahr für die Biodiversität durch den zunehmenden Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und  noch mehr Agrarchemie. Verlierer werden die Kleinbauern weltweit sein, erklären die Organisationen Misereor, Fian Deutschland, das Inkota-Netzwerk und Brot für die Welt. Sie halten die Machtkonzentration im Bereich Agrarchemie und Saatgut für ausgesprochen problematisch.  

Monsanto hat einen ruinierten Ruf

Der BUND meint, für Monsanto sei der Zeitpunkt für den Verkauf des Konzerns gut gewählt: „Monsanto hat einen guten Deal gemacht. Bayer kauft eine Firma, die ihre besten Tage hinter sich hat. Vor allem das umstrittene Totalherbizid Glyphosat, das einen Großteil seines Umsatzes ausmacht, und der rigide Gentechnik-Kurs haben Monsantos Ruf weltweit nachhaltig ruiniert", erklärt Sprecherin Heike Moldenhauer. Bayer hingegen unterwerfe sich einem enormen Risiko. „Für die geplante Übernahme muss sich das Unternehmen hoch verschulden und setzt damit seine Existenz aufs Spiel. Ein Scheitern der Agrarsparte des Konzerns würde auch seine Pharma-Sparte mit in den Abgrund ziehen", sagt die BUND-Gentechnikexpertin.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller erklärte nach Bekanntwerden der Übernahme am Mittwoch: „Diese Rekordübernahme sendet ein fatales Signal für die weltweite Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und lässt die Alarmglocken schrillen bei allen, die sich eine umweltverträglichere, gift- und gentechnikfreie Landwirtschaft wünschen. Mit diesem Milliarden-Deal wird die industrielle Landwirtschaft mit ihren schädlichen Folgen für Mensch und Natur weltweit zementiert - zugunsten von Agrarkonzernen, die die Preise diktieren und Milliarden mit Pestiziden umsetzen. Wer so viel Geld zahlt, wird auch alles daran setzen, dass dieses System so bleibt.“ Es gelte es, kartellrechtliche Fragen intensiv zu prüfen und gegenzusteuern, fordern mehrere Organisationen unisono.

Weitere Verhandlungen im globalen Agrarchemie- und Saatgutbusiness sind derzeit noch nicht abgeschlossen. So will der chinesische Staatskonzern ChemChina den Schweizer Pestizidspezialisten Syngenta für 43 Milliarden Dollar übernehmen und in den USA ist ein Zusammenschluss von Dow Chemical und Dupont in Vorbereitung.


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