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Klar ausgezeichnet: Neues Logo für Bio und Vegan

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Verein VegOrganic will ein unabhängig kontrolliertes Gütesiegel für pflanzliche Lebensmittel in Bio-Qualität auf den Markt bringen: EcoVeg. Bis zum September 2015 sollen alle Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Bio-Markt.info stellt das Vorhaben vor.

„Hersteller und Handel kennzeichnen ihr wachsendes Sortiment an Vegetarischem zum Teil mit selbst gekürten „Veggi“-Labeln“, schrieb die Verbraucherzentrale Hamburg im vergangenen Jahr unter dem Titel ‚Tierisch unklar’. „Da es an einer verbindlichen Definition für die Begriffe „vegetarisch“, „vegan“ oder „rein pflanzlich“ fehlt, entscheidet jeder Hersteller für sich selbst, was er unter dieser Bezeichnung versteht.“ Zwar gibt es die - auch im Bio-Bereich verwendeten - Vegan-Auslobungen wie das vom Vegetarierbund verliehene V-Label oder die Vegan-Blume der britischen Vegan Society. „Doch sie werden nicht transparent und unabhängig kontrolliert“, sagt Alexander Beck, Geschäftsführer der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL).

Er gehört zu den Gründern des VegOrganic e.V. Neben ihm zählt Bernd Drosihn, Geschäftsführer des Herstellers Tofutown (Marken Viana und Soyatoo) zu den Initiatoren. Im Vorstand sitzen zudem Hans-Jürgen Wedemeyer, Qualitätsmanager der Neuform, Markus H. Keller, Geschäftsführer des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) sowie der Kölner Wirtschaftsanwalt Michael Beuger. Sie alle seien als Privatpersonen engagiert, betont Alexander Beck. „Wir sind offen für weitere Interessierte, die sich engagieren wollen. Privat, denn Unternehmen und Organisationen können keine Mitglieder werden.“

Der Verein erarbeitet derzeit Richtlinien und Zertifizierungsbedingungen und will das Zeichen ab September Herstellern und Händlern als Trägerverein zur Verfügung stellen. Entscheidendes Gremium des Vereins soll ein Richtlinienausschuss sein, in dem Wissenschaftler, Verbraucher, Bio- und Naturkost und Reformhausbranche ebenso vertreten wären wie Experten der Bio-Kontrolle, des Lebensmittel- und Markenrechts und der Qualitätssicherung. Sie sollen über die Regeln und Prüfbestimmungen für die Vergabe des Siegels entscheiden.

„Die Richtlinien für das EcoVeg-Gütesiegel werden direkt beim Hersteller bzw. Erzeuger des Produktes durch unabhängige und neutrale Kontrolleure einmal jährlich überprüft. Hierzu beauftragt der Verein qualifizierte staatlich zugelassene Bio-Kontrolleure oder andere unabhängige Kontrollstellen“, heißt es in der Präsentation. Die vegane Qualität des Produkts soll also ebenso gründlich nachgeprüft werden, wie das bei Bio-Produkten der Fall ist. Bescheiden sind die Initiatoren nicht: Ihr Zeichen soll künftig „den europäischen Verbrauchern als verlässliches und klar definiertes Kennzeichen für Lebensmittel ohne tierische Inhaltsstoffe dienen."

Kommentar: Noch ein Logo?

Viele konventionelle Hersteller treiben mit den Begriffen veggie und vegan Schindluder. Daran kann auch EcoVeg nichts ändern. Das Siegel gäbe lediglich den Verbrauchern Sicherheit, die ein gut kontrolliertes veganes Bio-Lebensmittel wollen. Es ist also eine Kampfansage an die vorhandenen privatrechtlichen Veggie-Labels. Sie leben vom Renommée ihrer Trägervereine, nicht von der Qualität ihrer Kontrolle. Zudem achten sie nicht auf die Qualität der ausgezeichneten Lebensmittel. Zusatzstoffe, Aromen, konventionelle Herkunft: Alles egal, Hauptsache tierfrei. Die Vegan Society erlaubt sogar gentechnisch manipulierte Pflanzen, sofern keine Tier-Gene eingeschleust wurden. Bisher setzen auch viele Biohersteller auf diese Zeichen – weil sie bekannt sind. Ob EcoVeg daran etwas ändern kann, wird sich zeigen. Einfach dürfte es trotz der angekündigten hohen Qualität nicht werden. Auch für Gütesiegel gilt: Der Markt entscheidet.


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