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20 Prozent Ökolandbau als Ziel – aber ohne konkrete Maßnahmen

von Redaktion (Kommentare: 0)


(Foto:istockphoto)

Die Bundesregierung hat die 2002 erstmals vorgestellte Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie neu aufgelegt. Das 260-Seiten-Papier enthält wie bisher das Ziel, den ökologisch bewirtschafteten Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf 20 Prozent zu steigern. Eine konkrete Zeitvorgabe fehlt nach wie vor.

Allerdings stellt die Bundesregierung fest: "Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren würde es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis der Zielwert erreicht ist." Dabei beschreibt die Regierung den Ökolandbau als "eine besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Wirtschaftsform", die "insbesondere kleineren und mittelgroßen Familienbetrieben eine Entwicklungsperspektive für die Zukunft" eröffne. Doch außer der seit zwei Jahren angekündigten Zukunftsstrategie Ökolandbau (die auf der BioFach im Februar vorgestellt wird), enthält die Nachhaltigkeitsstrategie keine konkreten Maßnahmen zugunsten des Ökolandbaus.

Der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, begrüßte, dass das Ziel von mindestens 20 Prozent Ökolandbau weiterhin in der Nachhaltigkeitsstrategie verankert sei. Es dürfe aber nicht bei "schönen Worten" bleiben. "Die politischen Weichen müssen auf Bio gestellt werden, damit Bauern attraktive Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften vorfinden. Landwirtschaftsminister Schmidt und die gesamte Bundesregierung müssen jetzt aktiv und entschieden umsteuern."

Der Unterschied zwischen papierenen Zielen und konkretem Handeln zieht sich durch die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie. Die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Marlehn Thieme, äußert sich entsprechend kritisch: "Die Bundesregierung wird eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und der Welt nur voranbringen können, wenn sie auch in ihrem eigenen Regierungshandeln konsequenter und mit mehr Koordination auf das Erreichen der Ziele hinarbeitet. Ihre Politik muss kohärenter werden."


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