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15 Prozent Plus im Fairen Handel

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Das Fairtrade-Siegel von TransFair.
Das Fairtrade-Siegel von TransFair.

In Deutschland wurden 2017 1,33 Milliarden Euro mit Fairtrade-gelabelten Produkten umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr sei das ein Anstieg von 15 Prozent, teilte die Siegelorganisation TransFair mit.

Die Bilanz im Einzelnen: Kaffee erreichte mit 18.000 Tonnen ein Plus von 8 Prozent. 87.000 Tonnen Bananen bedeuten ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 37.000 Tonnen Rohkakao ein Plus von 23 Prozent. Mit 406 Millionen verkauften Stielen wuchsen der Absatz an Blumen um 4 Prozent. Den größten Zuwachs verzeichnete mit 45 Prozent Textilien aus Fairtrade-Baumwolle. Absatz- und Umsatzrückgänge gab es bei Fruchtsäften, Reis und Zucker. Von den bundesweit 5.500 fair gesiegelte Produkte waren 73 Prozent zusätzlich bio-zertifiziert.

Im Jahresbericht wies Transfair darauf hin, dass bei Kaffee und Kakao die Weltmarktpreise 2017 teilweise unter den Fairtrade-Mindestpreisen lagen. Fairtrade-Verträge seien deshalb als finanzielles Sicherheitsnetz für die Kooperativen sehr wichtig gewesen. Neben den Erzeugerpreisen seien zusätzlich – über alle Produkte gerechnet - 25 Millionen Euro als Fairtradeprämien an die Produzenten in den Ländern des Südens gegangen. Die positiven Wirkungen des Fairen Handels bestätigte eine Studie der Organisation Ceval anhand von Fallbeispielen in sechs Ländern. „Die Feldforschung zeigte, dass Fairtrade über Kontinente hinweg dazu beiträgt, die Widerstandskraft der Kleinbauern zu stärken. In Zeiten von Krisen und Klimawandel leistet der faire Handel einen entscheidenden Beitrag, wirtschaftlich marginalisierte Gruppen in ländlichen Regionen des Südens zu unterstützen“, bilanzierte Ceval-Projektmanagerin Tatjana Mauthofer.

Unternehmen sollen auch Teile ihrer Lieferketten auf Fairtrade umstellen können

Trotz dieser Erfolge sei die kleinbäuerliche Landwirtschaft in ihrer Existenz bedroht, warnte TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath und forderte: „Mehr Wertschöpfung im globalen Süden ist nötig, um existenzsichernde Einkommen für Bauern- und Arbeiterfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu ermöglich.“ Transfair kündigte an, dass das bisher für Kakao, Zucker und Baumwolle geltende Rohstoffmodell auf alle Produkte bis auf Kaffee und Bananen ausgeweitet wird. Dieses Modell ermöglicht es Unternehmen – bei eingeschränkter Auslobung – Teile ihre Lieferketten mittelfristig auf faire Beschaffung umzustellen. „Mit der Erweiterung können die Konsumenten bald fair gehandelte Rosen in Mischsträußen, fairen Reis in Fertiggerichten sowie faire Nüsse in Schokoladen finden“, beschreibt Transfair die Auswirkung.


Stichworte:

Fairer Handel

International


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