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Große Bio-Eiererzeuger gründen eigenen Verband

von Redaktion (Kommentare: 1)


Die großen Erzeuger von Bio-Eiern gründen einen eigenen Verband namens Bio-Initiative. Das meldete die taz. Ihren Informationen zufolge werden „fast alle Farmen der Fürstenhof-Gruppe“ dem neuen Verband angehören. Dazu stoßen würden auch der Geflügel­unternehmer Heinrich Tiemann „und andere“ schrieb die taz und beruft sich dabei auf den Geschäftsführer des neuen Verbandes, Caspar von der Crone. Dieser führte 20 Jahre lang die Geschäfte des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), der Eier aus verschiedenen Haltungsformen labelt.

Mit der Gründung reagieren die Großerzeuger darauf, dass sie mit ihren Ställen und Strukturen in den klassischen Bio-Verbänden keinen Platz mehr haben. Zur Erinnerung: Heinrich Tiemann verlor seine Naturland-Mitgliedschaft 2013, nachdem Skandalbilder aus seinen Ställen drastische Mängel in der Tierhaltung dokumentierten. Als Konsequenz beschloss der Verband, dass innerhalb von fünf Jahren noch vorhandene „industriellen Strukturen“ zu bäuerlichen Betrieben umgebaut werden sollten.

Die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof ist der größte Bio-Eiererzeuger Deutschlands und hat bei den Themen Hühnerhaltung und Futtermittelqualität immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt, die auch Biopark angelastet wurden. Der Verband hatte bereits 2014 beschlossen, dass neue Ställe nur noch maximal 6.000 Legehennen in einem Gebäude beherbergen dürfen. In bestehenden Ställen dürfen maximal 12.000 Legehennen in einem Gebäude gehalten werden – Übergangsfrist Ende 2018. Das hätte den Ausschluss der meisten Fürstenhof-Betriebe bedeutet. Wegen weiterer Unstimmigkeiten habe Biopark den Zertifizierungsvertrag mit Fürstenhof dann Ende 2016 gekündigt, berichtete die taz.

Mit der Bio-Initiative haben die Großbetriebe nun die Möglichkeit, ihre Produkte mit einem eigenen Label auszuloben, das sie zumindest optisch von EU-Bio-Eiern unterscheidet. Ob die Standards tatsächlich über die EU-Öko-Verordnung hinausgehen, bleibt offen. In der taz sprach Crone davon, er habe höhere Anforderungen als die anderen Verbände, was diese zurückwiesen. Auf ihrer Webseite beziehts ich die Bio-Initiative ausschließlich auf die EU-Öko-Verordnung. Weitergehende Richtlinien oder Standards sind dort nicht zu finden.


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Kommentar von Martin |

Warum wird das Siegel nirgends gezeigt?
Dann wüsste man als Verbraucher worauf man achten bzw. was man meiden sollte, falls man das nicht unterstützen möchte.



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