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Glyphosat-Verbot in Europa?

von Karin Heinze (Kommentare: 0)


© Maciej Zych – Fotolia.com

Das EU-Parlament hat gestern mit großer Mehrheit für ein Auslaufen der Zulassung des Herbizids Glyphosat bis 2022 gestimmt. Damit haben sich die Parlamentarier deutlich gegen den Vorschlag der Kommission für eine zehnjährige Verlängerung ausgesprochen.

Die Zulassungsverlängerung des Pestizidwirkstoffs Glyphosat ist für viele mittlerweile ein echter Thriller. Das Ringen um das Verbot von Glyphosat wurde gestern im Europäischen Parlament abgestimmt. Das Parlament sprach sich mit einem deutlichen Votum gegen zehn Jahre Verlängerung aus und votierte für einem Kompromiss von fünf Jahren Übergangszeit bis zum kompletten Ausstieg. Heute treffen sich die Vertreter der nationalen Regierungen im Ständigen Ausschuss zur Beratung.

Martin Häusling Grüner Europa-Abgeordneter erklärt: „Es ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft, dass das Ende von Glyphosat in Sicht ist." Am Montag twitterte er bereits: „Glyphosat – der Wind dreht sich.“ Zur bevorstehenden Entscheidung der Kommission sagte er: „Es wäre ein Skandal, wenn die Regierungen die Zulassung von Glyphosat trotzdem für zehn Jahre verlängern würden.“

Gegenwind für Glyphosat immer heftiger

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hatte sich vergangene Woche sogar dafür ausgesprochen, die Genehmigung innerhalb der nächsten drei Jahre auslaufen zu lassen. Doch wie das Votum des Parlaments ist das nicht bindend für die Kommission. Nun hängt es an den Regierungsvertretern der großen EU-Länder, das Pestizid endlich von Europas Äckern zu verbannen.

Frankreichs Agrarminister Nicolas Hulot hatte mit seinem entschlossenen Nein zu den zehn Jahren Glyphosat-Neuzulassung Bewegung in die Debatte gebracht, schreibt der Grüne Pestizid- und Glyphosat-Experte Harald Ebner. Er sehe jedoch grundsätzlich keine Legitimation für einen drei- oder gar fünfjährigen schrittweisen Ausstieg: „Angesichts neuer Berichte über Monsantos Praktiken zur Risikoverschleierung gibt es auch für drei weitere Glyphosat-Jahre keine Legitimation.“ Solange es keine umfassende unabhängige Untersuchung und Neubewertung des Stoffs gebe, könnten die EU-Staaten und die EU-Kommission keine Neuzulassung durchwinken, so Ebner mit einem Appell an die geschäftsführende Bundesregierung: „Sie muss alles dafür tun, dass Glyphosat nicht weiter zugelassen wird.“

Weitere Infos und weitere Berichte aus den Medien:

Aktueller Spiegel: "Drecksforschung"  

Bundesregierung will Glyphosat-Einsatz retten

Chancen und Risiken des möglichen Glyphosat-Stopps


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Europa

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