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Genome Editing: IFOAM legt Positionspapier vor

von Redaktion (Kommentare: 0)


Mitte dieser Woche soll der Europäische Gerichtshof (EuGH) seine langerwartete erste Einschätzung zu den neuen gentechnischen Verfahren bekanntgeben. Eine endgültige Entscheidung wird für Mitte 2018 erwartet. Es geht um die Frage, ob das sogenannte Genome Editing mit Namen wie CRISPR/Cas9 künftig unter die geltende Gentechnikgesetzgebung der EU fällt. Denn trotz des offensichtlichen technischen Eingriffs in das Erbgut von Pflanzen und Tieren, versucht die Gentechnik-Industrie seit Jahren, Regulierungs- und Kennzeichnungspflichten für die neuen Verfahren abzuwenden. Die internationale Bio-Branche steht dem geschlossen entgegen: Lesen Sie hier das Positionspapier von IFOAM international, dem internationale Zusammenschluss der Bio-Bewegung.

Bundesverband Naturkost NaturwarenKirsten Arp, verantwortlich beim Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) für den Bereich ökologische Züchtung, kommentiert: „CISPR/Cas9 ist ein gentechnisches Verfahren – da gibt es kein Deuteln. Die Argumentation der Befürworter, der Eingriff ins Erbgut ließe sich nicht nachweisen, ist ohnehin strittig und dient lediglich dem Zweck, Verbraucher in Sicherheit zu wiegen. Technische Eingriffe in die Genstruktur von Pflanzen und Tieren müssen auch weiterhin rechtlich als solche bewertet werden.“

BÖLWDer Vorsitzende des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, teilt mit: „Bei den neuartigen Gentechnik-Verfahren wie CRISPR-Cas wird technisch in den Erbgut-Strang eingegriffen – mit nicht absehbaren Nebenwirkungen. Gelangen diese Gentech-Pflanzen in die Natur, sind sie von dort nicht mehr rückholbar. Die Folgen treffen alle Landwirte, Pflanzen, Tiere und Menschen – auch diejenigen, die eine solche Technologie nicht nutzen oder Gentech-Produkte ablehnen. Auch neuartige Gentechnik muss deshalb nach dem Gentechnikrecht reguliert werden. (…) Mit Blick auf die avisierte Änderung des Gentechnik-Gesetzes fordert der BÖLW, dass keine nationale Zulassung solcher Verfahren und daraus entstandener Organismen erfolgen darf, bevor die EU nicht darüber entschieden hat.“

Dass es Alternativen zu konventionellen und gentechnischen Züchtungstechniken gibt, beweist die Bio-Branche seit Langem.„Ökolandbau setzt auf natürliche Regelkreisläufe und stabile natürliche Systeme. Auch Bio-Züchter achten auf das Zusammenspiel von Boden, Pflanze und Umwelt, statt einseitig einzelne Gene der Pflanzen zu verändern“, führt  zu Löwenstein aus.

Auf der Biofach, vom 14. bis 17. Februar 2018 im Messezentrum Nürnberg, widmet sich eine Sonderschau unter dem Motto „Bio von Anfang an“ der Öko-Züchtung von Pflanzen und Tieren.


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