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EU geht gegen Plastiktüten vor

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Zahl der Einwegtüten aus Plastik soll EU-weit deutlich zurückgehen. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, wollen die EU-Institutionen den durchschnittlichen Verbrauch von Tüten pro Jahr und pro Kopf von derzeit rund 200 bis 2019 auf etwa 90 verringern. Ein entsprechender Beschluss sei am Montag von den zuständigen EU-Ministern abgesegnet worden. Bis zum Jahr 2025 sollen die EU-Bürger demnach im Durchschnitt jährlich nur noch etwa 45 Tüten verbrauchen.

Die EU-Staaten könnten der Einigung zufolge auch verbindliche Gebühren für Plastiktüten einführen, schreibt die SZ weiter. Das sei etwa in Irland bereits erfolgreich geschehen. Dort sei nach Angaben des Europaparlaments die Zahl der Einwegplastiktüten binnen weniger Monate um etwa 90 Prozent zurückgegangen.

Im Jahr 2010 habe dem Parlament zufolge jeder EU-Bürger im Durchschnitt 200 der umweltschädlichen Beutel verbraucht. Die Deutschen hätten mit etwa 70 Tüten pro Kopf im Mittelfeld gelegen. Das Schlusslicht bildeten Polen und Portugiesen mit 450 Stück. Jährlich würden in der EU etwa hundert Milliarden Plastiktüten verwendet.

Noch keine Umsetzungspläne

Die Bundesregierung habe noch nicht entschieden, wie sie die Vorgabe umsetzen will. Derzeit spreche "nichts dafür, in Deutschland Abgaben oder gar Verbote zur Reduzierung des Verbrauchs an Plastiktüten einzuführen", zitiert die SZ eine Sprecherin von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Man werde mit Umweltverbänden, Verbraucherschützern, Ländern und der Wirtschaft über das Thema diskutieren. Vom Handel gebe es positive Signale zur Kooperation.

Das Umweltbundesamt hatte der SZ zufolge vorgeschlagen, die betroffenen Plastiktüten etwa in Kaufhäusern und Bekleidungsgeschäften nicht mehr umsonst abzugeben. In der Debatte war Ministerin Hendricks im Januar bereits eine von 118.000 Menschen unterzeichnete Petition zur Eindämmung des Tütenverbrauchs überreicht worden. Dabei geht es um eine Umweltabgabe auf alle Plastiktüten von 22 Cent. Derzeit werden demnach allein in Berlin 5.000 Tüten innerhalb von zehn Minuten ausgegeben.

Die Neuregelung betrifft Einwegtüten, die der Verbraucher heute noch oft kostenlos an der Kasse enthält - sei es im Supermarkt, im Schuhgeschäft oder in der Modeboutique. Ausgenommen sind dünnwandige Tüten, in die etwa Frischfleisch, Wurst, Fisch oder Obst verpackt werden. Diese Ausnahme wird vor allem damit begründet, dass ein Verbot noch schädlichere Verpackungen wie etwa Schalen aus Schaumstoff fördern könnte.


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