Anzeige

EU-Rat: Neue Vorschriften für Ökolandbau verabschiedet

von Redaktion (Kommentare: 0)


EU-Bio-Siegel
EU-Bio-Siegel

In einer Pressemitteilung teilte der Rat der Europäischen Union mit, dass er am 22. Mai die neuen EU-Vorschriften für die ökologische Erzeugung und die Kennzeichnung von ökologischen Erzeugnissen angenommen hat.

Nach sehr langen Verhandlungen haben die beteiligten Akteure einen Kompromiss für die neue Verordnung gefunden. Sie soll die nachhaltige Entwicklung der ökologischen Erzeugung in der EU fördern. Weiterhin „zielt sie darauf ab, einen fairen Wettbewerb für Landwirte und Betreiber zu gewährleisten, Betrug und unlautere Praktiken zu verhindern und das Vertrauen der Verbraucher in Bioprodukte zu stärken", so der Rat.

"Die ökologische Anbaufläche hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und wächst weiter. Dank der Regeln, die wir heute verabschiedet haben, wird der Biosektor weiter florieren und die Verbraucher können darauf vertrauen, dass die von ihnen gekauften Bioprodukte von höchster Qualität sind", erklärte Rumen Porodzanov, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft der Republik Bulgarien und Präsident des Rates.

Klare und stabile Regeln für einen schnell wachsenden Sektor

Die alten Vorschriften für die ökologische Erzeugung waren in der EU uneinheitlich, da sie eine Vielzahl unterschiedlicher Praktiken und Ausnahmen enthielten. Außerdem hat der Grundsatz der Gleichwertigkeit für importierte ökologische Lebensmittel dazu geführt, dass für verschiedene Erzeuger aus demselben Land unterschiedliche Normen gelten.

Daher war ein neuer Rechtsrahmen erforderlich, um einen schnell wachsenden Sektor mit klaren und stabilen Regeln auszustatten und den ökologischen Erzeugern einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen – unabhängig davon, ob sie in der EU oder in einem Drittland produzieren. Dank der neuen Vorschriften können Verbraucher, die ein Produkt mit dem EU-Bio-Logo kaufen, sicher sein, in der gesamten EU die gleiche Qualität zu erhalten.

Ab dem 1. Januar 2021 gilt nach Angaben des Rates:

  • Die Produktionsvorschriften werden vereinfacht und weiter harmonisiert, indem eine Reihe von Ausnahmen und Ausnahmeregelungen abgeschafft werden.
  • Das Kontrollsystem wird durch strengere Vorsichtsmaßnahmen und stabile risikobasierte Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette gestärkt.
  • Die Erzeuger in Drittländern müssen die gleichen Vorschriften einhalten wie die Erzeuger in der EU.
  • Der Geltungsbereich der Vorschriften für den ökologischen Landbau wird erweitert, um eine breitere Liste von Erzeugnissen (z.B. Salz, Kork, Bienenwachs, Mate, Weinblätter, Palmenherzen) und zusätzliche Produktionsvorschriften (z.B. bei Wild, Kaninchen und Geflügel) abzudecken.
  • Die Zertifizierung wird für Kleinbauern durch ein neues System der Gruppenzertifizierung erleichtert.
  • Es wird ein einheitlicherer Ansatz zur Verringerung des Risikos einer unbeabsichtigten Kontamination durch Pestizide geben.
  • Ausnahmen für die Produktion in abgegrenzten Beeten in Gewächshäusern werden schrittweise abgeschafft.

Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert die Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten zur Öko-Basisverordnung: „Wie zu erwarten war, stimmten die EU-Mitgliedsstaaten […] mehrheitlich dem neuen Bio-Recht zu. Die Öko-Verordnung hat damit die letzte formale Hürde genommen.

Die Arbeit am neuen Bio-Recht geht allerdings weiter. Brüssel muss dutzende entscheidende Regeln ergänzen, etwa zu Ställen und Ausläufen für Bio-Tiere, den Listen für Bio-Betriebsmittel oder -Lebensmittelzutaten sowie präzise Anforderungen an die Öko-Kontrolle. Erst dann ist das neue Bio-Recht komplett.

Wichtig ist, dass sich Bundesministerin Julia Klöckner gemeinsam mit den Ländern, Kontrollstellen und Bio-Unternehmen engagiert in die Ausgestaltung des neuen Bio-Rechts einbringt. Entscheidend ist auch, dass die Regeln für Pestizid-Kontaminationen aus der konventionellen Landwirtschaft derart gestaltet werden, dass für Bio-Unternehmer keine Schäden entstehen.

Impulse für eine Weiterentwicklung von Bio sind im neuen Recht angelegt, zum Beispiel mit neuen Regeln für den Öko-Gewächshausanbau, Bio-Aromen, Öko-Saatgut oder die -Kontrolle.“

 

Lesen Sie auch:

Gut oder schlecht? Stimmen zur neuen EU-Öko-Verordnung


Stichworte:

Europa

Politik

Know How


zur Startseite/alle Meldungen

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!




Newsletter bestellen

Anzeige

Anzeige