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EU-Kommissar Hogan kompromittiert Bio-Branche

von Redaktion (Kommentare: 0)


Phil Hogan EU-Agrarkommissar

Durch seine Aussagen über den Öko-Landbau in einem Interview mit der taz vom Wochenende sorgte der für die Revision der EU-Bio-Verordnung zuständige EU-Kommissar Phil Hogan für Wirbel. Unter anderem brachte er dort die Tragödie mit den tödlichen EHEC-Bakterien von 2011 in Zusammenhang mit Bio-Produkten und gab sie als einen Grund für die Bio-Revision an. Auch bezeichnete er die Tatsache, dass Bio-Produkte fast pestizidfrei sind als „Fake News“. Vertreter der Bio-Verbände, die sich anlässlich der Grünen Woche und bei diversen politischen Empfängen in Berlin trafen, waren aufgebracht über diese Aussagen.

Der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein  kommentierte: „Es bestürzt uns, dass Kommissar Hogan das Leid der Betroffenen nutzt, um seine politischen Interessen durchzusetzen, für die ihm eine ausreichende sachliche Begründung fehlt. Das ist nicht nur den Opfern gegenüber beschämend, Hogan untergräbt damit das Vertrauen in die EU-Kommission. Und das bei einer ohnehin wachsenden europakritischen Stimmung." Hogan wisse natürlich, dass die Tragödie von 2011 weder mit dem Produktionssystem des Ökologischen Landbaus noch mit der zurzeit in Brüssel diskutierten Reform des Bio-Rechts im Zusammenhang steht: „Wenn der postfaktisch denkende EU-Agrarkommissars zu einer solchen Täuschung der Öffentlichkeit greift, zeigt er, dass er an keiner konstruktiven Weiterentwicklung des Bio-Rechts interessiert ist", erklärte Löwenstein.

„Offenbar schlägt der Kommissar nun auf diese Weise um sich, weil er die Verhandlungen um eine neue EU-Ökoverordnung in eine Sackgasse manövriert hat, die nur noch durch den Abbruch verlassen werden kann." Diese Forderung war zuletzt einmütig durch die Agrarminister der Bundesländer und einige EU-Mitgliedsstaaten erhoben worden. Das Verhältnis zwischen dem EU-Landwirtschaftskommissar, den weiteren Beteiligten am Revisionsprozess und Akteuren der Bio-Branche wurde im Verlauf der Verhandlungen zunehmend schlechter. Kein Wunder, wenn man jetzt die Äußerungen Hogans liest. Er will auch an der Neufassung der EU-Bio-Gesetzgebung festhalten - „Wir ziehen unseren Vorschlag nicht zurück", sagte er im Interview und kündigte einen weiteren Trilog für den 22. März an.


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