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EU: Ausstieg bei Palmöl?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Nachhaltige Produktions- und Exportkriterien für Palmöl sowie der schrittweise Ausstieg aus der Pflanzenspritförderung sollen den Regenwald und in ihm lebende bedrohte Arten besser schützen. Dafür hat sich der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments bei der Abstimmung über einen Bericht zu den Themen Palmöl sowie Entwaldung von Regenwäldern ausgesprochen.

Verpflichtende Mindeststandards für den Anbau von Palmöl

Mit dem Bericht, den die Europa-Grünen unterstützen, zeige der Umweltausschuss eine klare Haltung für den Schutz des Regenwaldes und fordert, dass Palmöl nur aus nachhaltiger Produktion in die EU importiert werden darf, heißt es in einer Mitteilung. Geregelt werden soll das durch verpflichtende Mindeststandards für den Anbau von Palmöl und ein Nachhaltigkeitszertifikat für Produzenten und Händler von Palmöl, welches über die aktuell bekannten weit hinausgehen muss. Die Grünen fordern außerdem, dass es keine EU-Investitionen in nicht nachhaltige Palmölprojekte mehr geben darf.
Nachdem der Bericht heute im Umweltausschuss positiv abgestimmt wurde, erwartet Europa-Abgeordneter Martin Häusling ein ebenso gutes Ergebnis für die Abstimmung im Plenum im April. „Dann ist die EU-Kommission an der Reihe, aus der wichtigen Initiative eine Gesetzgebung vorzulegen“, so Häusling. 

Ökologisches Desaster: Ausstieg aus der Pflanzenspritförderung

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, erläutert weiter: „Ein Großteil der Palmöl-Importe der EU, nämlich 46 Prozent, wird derzeit als Biokraftstoff verbrannt, wofür rund eine Million Hektar Land in den Tropen benötigt werden. Dieser Anbau stellt ein ökologisches Desaster dar. Für die Palmölplantagen werden im großen Stil tropische Wälder hauptsächlich in Südostasien gerodet, jede Menge CO2 freigesetzt und Lebensräume bedrohter Arten zerstört. Aufgrund der steigenden Nachfrage rücken mittlerweile auch Zentral- und Westafrika in den Fokus der Plantagenbetreiber." Palmöl sei außerdem ein weit verbreitetes Pflanzenöl in der Lebensmittelindustrie, das sich in fast jedem zweiten Supermarktprodukt befindet. „Mit dem Kauf von alltäglichen Produkten wie Waschmittel, Seife und Schokoaufstrichen fördern wir zusätzlich die Zerstörung des Regenwaldes und seiner Lebensräume für Nashörner, Tiger und Orang-Utans", so Häusling. Die Grünen hätten sich deshalb im Umweltausschuss für die Aufnahme eines stufenweisen Ausstiegs aus der Pflanzenspritförderung der EU eingesetzt.

Weitere Informationen:

EU-Parlament erhöht mit Initiativbericht den Druck für Initiativen gegen Urwald vernichtenden Palmöl-Anbau

Entwurf des EP-Berichtes über Palmöl und die Entwaldung von Regenwald, 3. 11. 2016


Stichworte:

Europa

International

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