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DLG-Medaille für Separatoren-Wurst

von Horst Fiedler (Kommentare: 0)


So gut kann Separatorenfleisch schmecken: Eine von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit der Silbermedaille ausgezeichnete Wurst enthielt 46 Prozent Schlachtabfälle und nur 18 Prozent echtes Fleisch und Speck.

Die Redaktion des ZDF-Magazins Frontal 21 hatte die noch mit 27 Prozent Wasser gestreckte Wurst bei der DLG zur Qualitätsbewertung eingereicht. Nach ein paar Wochen kam das Glückwunschschreiben: Die Separatoren-Wurst wurde mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Zentrale Aufgabe der DLG ist eigentlich die Förderung der Qualität von Lebensmitteln. Das Gegenteil ist hier der Fall und bringt das DLG-Siegel, mit dem jährlich zahllose Produkte ausgezeichnet werden, insgesamt in Misskredit. Vor allem werden sich Verbraucher fragen, ob die großen Mengen an Separatorenfleisch (2011 sollen es 68.000 Tonnen gewesen sein, wie Frontal 21 unter Berufung auf EU-Zahlen berichtet) nicht auch in anderen DLG-prämierten Lebensmitteln zu finden sind.

In einem ersten TV-Beitrag hatten sich die Journalisten als Produzenten ausgegeben und waren so einem Vermarkter von Separatorenfleisch auf die Spur gekommen. Wo dessen Ware verarbeitet wird, blieb unbekannt, weil die Branche dazu keine Aussagen machen will. Der zweite Beitrag brachte nun den Beweis, dass Separatorenfleisch sogar mit Auszeichnung Verbrauchern untergejubelt werden kann.

DLG hat sich auf Herstellerangaben verlassen

„Voraussetzung für eine Teilnahme an den DLG-Prüfungen ist die schriftliche Bestätigung des Lebensmittelproduzenten, dass die gesetzlichen lebensmittelrechtlichen Vorgaben und die DLG-Prüfbestimmungen eingehalten werden“, schreibt die DLG in einer Stellungnahme. Separatorenfleisch sei nicht erlaubt. Offenbar hat sich die DLG bei der Frontal 21-Wurst allein auf die Herstellerangaben verlassen. Entsprechend vernichtend ist die Kritik: Johannes Fechner, SPD, Sprecher Recht- und Verbraucherschutz SPD-Fraktion sagte dem ZDF-Magazin: „Wenn man so ein Machwerk mit einem Preis auszeichnet, dann stellt sich schon die Frage, wie vertrauenswürdig sind diese Prüfungsleistungen, wie vertrauenswürdig ist dieser Preis. Ich glaube, da müssen sich die Organisatoren eine Menge Fragen gefallen lassen.

Der Frontal 21-Beitrag „Wurstpanschen leicht gemacht – Schlachtabfall plus Wasser


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