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Discount-Preise bei dm

von Horst Fiedler (Kommentare: 1)


Mit der Trennung von Alnatura ist offenbar ein Preisverfall der Bio-Produkte bei dm verbunden. Wie supermarktblog.com berichtet, liegen die Preise von Ersatzprodukten der Marke dm-Bio zum Teil deutlich unter denen von Alnatura. Damit geht die Preisschere bei Bio weiter auseinander – wohl auch zulasten der Qualität.

Supermarktblogger Peer Schader hat sich intensiv mit dem Lebensmittelsortiment der Drogeriemarktkette beschäftigt. „Viele Bio-Produkte, die bis vor wenigen Monaten von Alnatura verkauft wurden, kosten in der dm-Eigenmarken-Variante inzwischen weniger: 10, 20, auch mal 50 Cent. dm hat Alnatura nicht nur aus den Regalen genommen – die Karlsruher machen dem zum Konkurrenten gewordenen Ex-Partner auch dessen Positionierung als Bio-Preiseinstiegsmarke streitig“, so sein Fazit.

Die Drogeriemarktkette nutze dafür einen Spielraum, den Alnatura nicht habe: dm verhandele direkt mit den Herstellern und könne ihnen hohe Abnahmemengen zusagen. Alnatura hingegen müsse einen Großteil der Eigenmarken-Produkte weiterhin bei Kooperationspartnern verkaufen, die daran mitverdienen wollten, z.B. Edeka, Globus, Rossmann und Müller. So sei Alnatura gezwungen, die Preise in den eigenen Supermärkten auf dem Niveau der Wettbewerber zu halten.

dm-Einkauf 1,70 Euro billiger als vergleichbarer Alnatura-Einkauf

Um den Nachweis führen zu können, hatte Schader im Dezember je sieben identische Produkte der Marken dm Bio und Alnatura in nebeneinanderliegenden Filialen der Unternehmen in Berlin gekauft: Vollkorn-Linguine, natives Olivenöl extra, vegetarische Bolognese, Tofu Natur, einen Himbeer-Joghurt-Schokoriegel, Feine Bitter-Schokolade und Orangensaft der Eigenmarke. Der Einkauf bei Alnatura kostete 12,75 Euro, der bei dm nur 11,05 Euro. Ein Unterschied von 1,70 Euro bei sieben zufällig ausgewählten Artikeln – das sei im deutschen Lebensmittelhandel mit seinen geringen Margen eine ganze Menge, so der Blogger.

Bei weiteren Artikeln hat er ebenfalls Abweichungen festgestellt: So kostete Akazien-Honig von Alnatura nach seinen Recherchen 4,95 Euro, von dm Bio 4,45 Euro; weißes Mandelmus von Alnatura 8,49 Euro („im Preis gesenkt“), bei dm 7,95 Euro; Studentenfutter bei Alnatura 2,79 Euro, bei dm 2,25 Euro; Apfelsaft von Alnatura 1,35 Euro, bei dm 1,15 Euro; Pesto Verde von Alnatura 2,55 Euro, bei dm 2,45 Euro; Kinder-Früchte-Müsli von Alnatura 1,95 Euro, bei dm („neu“) 1,85 Euro; Cornflakes ungesüßt von Alnatura 1,55, von dm 1,45 Euro.

Qualität leidet unter dem Preis

Blogger Schader hat nicht nur Preis-, sondern auch Qualitätsunterschiede festgestellt: So enthält das 350 ml-Glas Bio-Tomatensauce Arrabbiata von dm 54 Prozent Tomaten, das von Alnatura 78 Prozent. Das wiederum schlägt sich offenbar auch im Preis nieder: dm bietet das Glas für 1,65 Euro an, Alnatura für 1,95 Euro. „Im Prinzip könnten Produzenten Bio-Produkte zu jedem beliebigen Preis herstellen. Wenn dieser besonders niedrig ausfallen solle, würden für die Tomatensoße im Zweifel eben weniger frische Tomaten verwendet, dafür z.B. Tomatenpulver oder Zucker als Füllmittel“, habe ihm ein Branchenkenner erläutert.

Zum Vergleich: „Rapunzel Tomatensauce Arrabbiata extra scharf“ enthält 93,5 Prozent Tomaten, das 340-Gramm-Glas kostet im Rapunzel-Shop 2,49 Euro. Basic bietet in seinem Online-Shop „Tomatensauce all’arrabbiata“ als Eigenmarke mit 92 Prozent Tomaten für 1,89 Euro das 340-Gramm-Glas an.

Lesen Sie den vollständigen Blog „Wie dm Bio-Lebensmittel zum Discount-Preis verkauft und damit die Öko-Branche spaltet“ unter www.supermarktblog.com.


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Kommentar von Helmut Keller |

Der gleiche Schwachsinn wie im konventionellen LEH. Hier sind die Verbraucherschützer gefordert, die jeden Qualitätsunterschied sofort öffentlich machen sollten!



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