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Der Milchpreis sinkt wieder

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Trinkmilch: Über die Lieferkonditionen für die nächsten sechs Monate verhandeln Molkereien und Handelskonzerne jedes Jahr im Mai. © Pixabay/Daria-Yakovleva

Die Verbraucherpreise für konventionelle Milch und Bio-Milch sind gesunken, doch Butter bleibt teuer. Experten gehen deshalb nicht von einer Talfahrt der Erzeugerpreise aus.

Jedes Jahr Anfang Mai verhandeln Molkereien und Handelskonzerne die Lieferkonditionen für Trinkmilch für die nächsten sechs Monate. Wie immer preschte Aldi vor: Der Discounter reduzierte den Preis für konventionelle Vollmilch von 78 auf 69 Cent. Fettarme Milch kostet jetzt 61 statt 68 Cent. Die anderen Handelsketten zogen mit ihrer Preiseinstiegsmilch nach. Auch Bio-Milch wurde billiger. Bei Aldi Süd kostet der Liter Bio-Vollmilch aktuell 1,05 Cent, die fettarme Variante 95 Cent. Das sind jeweils vier Cent weniger als bisher. Die anderen Anbieter wurden ebenfalls billiger. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI schrieb in ihrer Marktwoche Ökolandwirtschaft: „Der durchschnittliche Verbraucherpreis für Bio-Vollmilch liegt im Mai bei 1,12 EUR je Liter. Ein Rückgang von 4 Ct im Vergleich zum Vormonat.“ Während der Milchpreis sank, stieg der Butterpreis weiter. 250 Gramm konventionelle Butter kosten bei Aldi jetzt 1,79 Euro statt bisher 1,59. Die Nachfrage nach Milchfett sei weiterhin hoch, erklärte der Milchindustrieverband den Anstieg. Auch für Bio-Butter verlangen Discounter laut AMI inzwischen mehr: 2,39 Euso statt bisher 2,19.

Erzeuger von Bio-Milch bekommen weiterhin 50 Cent pro Liter

Mehr als die Hälfte der deutschen Milcherzeugung fließt in die Produktion von Käse und Butter, während nur 15 Prozent zu Trinkmilch verarbeitet werden. Deshalb würden sich die Preissenkungen für Trinkmilch nicht eins zu eins bei den Landwirten niederschlagen, erklärte der Spiegel und berief sich dabei auf das Institut für Ernährungswirtschaft (Ife) in Kiel. Stärker betroffen seien die Lieferanten der Molkereien, die sich auf Trinkmilch für Handelsmarken spezialisiert hätten. Diese hätten sich „bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten", zitierte der Spiegel den Sprecher des Deutschen Milchviehverbands, Hans Foldenauer.

Trotz der gesunkenen Verbraucherpreise für Milch rechnet die Zeitschrift Agrarheute damit, dass der konventionelle Milchpreis nach den Rückgängen Anfang des Jahres zumindest bis Jahresmitte stabil bleibt. Für Bio-Milch bekommen die Erzeuger laut Bioland weiterhin fast 50 Cent pro Liter.


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