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Claudia Roth bei Naturland: „Agrarpolitik muss neu ausgerichtet werden“

von Redaktion (Kommentare: 0)


Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sprach bei Naturland über die Neugestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), die bereits verhandelt wird. Welche Forderungen die deutsche Öko-Branche hat, erläuterte ihr Naturland-Präsident Hubert Heigl.

„Es geht um eine faire Partnerschaft zwischen Bauern und Gesellschaft, in der öffentliche Gelder tatsächlich auch für öffentliche Leistungen verwendet werden“, sagte Heigl. Statt weiter Geld mit der Gießkanne zu verteilen und so vor allem Landbesitz zu belohnen, sollten die Landwirte – ökologische wie konventionelle – künftig für ihre Leistungen entlohnt werden: für sauberes Wasser, Artenvielfalt, Klima- und Tierschutz. „Nur eine solche neue Agrarpolitik kann die Akzeptanz der Verbraucher gewinnen und bäuerlichen Betrieben eine wirkliche Zukunft geben“, unterstrich der Naturland-Präsident.

„Die Agrarpolitik muss grundsätzlich neu und ökologisch ausgerichtet werden“, bestätigte Claudia Roth, „und da bleibt einiges zu tun. Unter anderem muss die Nutzung von Moorböden und Pestiziden massiv sinken, Glyphosat und Neonikotinoide gehören gänzlich vom Acker, und auch mit der industriellen Massentierhaltung muss innerhalb der nächsten zwanzig Jahre Schluss gemacht werden – im Interesse der Bäuerinnen und Bauern, der Tiere, der Gesellschaft und des Planeten gleichermaßen.“

Öko-soziale Maßstäbe für Agrarsubventionen

Die Grünen-Politikerin wies auch auf die negativen Folgen der EU-Agrarpolitik für viele afrikanische Länder hin. Mit dem hochsubventionierten Export der Überproduktion europäischer Bauern werden dort vielerorts die lokalen Märkte etwa für Milchprodukte kaputt gemacht.

„Das System europäischer Agrarsubventionen trägt weiterhin dazu bei, dass Menschen andernorts ihre Lebensgrundlage verlieren. Wer von Fluchtursachenbekämpfung spricht, wer die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die Menschenrechte ernst nimmt, der kann nur zu einem Ergebnis kommen: Wir müssen die Subventionen entlang öko-sozialer Maßstäbe grundlegend neu aufstellen und viel stärker auch die kleinen und mittleren Betriebe fördern“, sagte Roth.

Claudia Roth, Grüne, Naturland

Naturland-Geschäftsführer Steffen Reese (rechts), Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und Naturland-Präsident Hubert Heigl. © Naturland


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