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BÖLW: So könnten Politiker die Land- und Lebensmittelwirtschaft zukunftsfähig machen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Landwirtschaft und Ernährung sollen bei den Sondierungsgesprächen zur großen Koalition Top-Themen sein. Diese Erwartung stellt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) an Union und SPD, „denn Essen und der Schutz unserer Ressourcen wie Trinkwasser, Boden und Klima geht alle an“, erklärt Verbandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein in einer Pressemitteilung, die eine Auflistung von Maßnahmen enthält, die dazu beitragen sollen, die Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland zukunftsfähig zu machen.

„Wenn Union und SPD bei den Verhandlungen ihren Glyphosat-Zwist beilegen wollen, sind sie gefordert, einen zukunftsweisenden Weg für die Landwirtschaft zu bahnen. Mit Regeln, die sicherstellen, dass die Artenvielfalt erhalten und die Gesundheit der Bürger geschützt wird. Alle Sondierer tragen Verantwortung dafür, sich den großen Herausforderungen dieser Sektoren zu stellen und sich für starke ländliche Räume, eine umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung einzusetzen. Nur so stärkt Politik Bauern und Lebensmittelunternehmer, gibt ihnen eine Perspektiven und wird den Erwartungen der Bürger gerecht“, so zu Löwenstein weiter.

Wichtige Maßnahmen, um die Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland zukunftsfähig zu machen, sind laut BÖLW:

  • 20 % Öko-Landbau: Das Ziel von 20 % Öko-Landbau aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung muss endlich angepackt, die Zukunftsstrategie Öko-Landbau (ZöL) umgesetzt sowie mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden.
  • Gentechnikfreiheit sichern: Die neue Bundesregierung muss endlich ein wirksames Gesetz zur Umsetzung nationaler Anbauverbote von gentechnisch veränderten Pflanzen beschließen, ein guter Entwurf wurde im Bundestag bereits eingebracht. Neuartige Gentechnikverfahren wie CRISPR-Cas müssen in der Lebensmittelwirtschaft gemäß dem Vorsorgeprinzip reguliert werden.
  • Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen: Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) muss darauf ausgerichtet werden, dass öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen eingesetzt werden. Steuergeld sollte künftig dafür verwendet werden, Wasser, Böden und Klima zu schützen, Tiere anständig zu halten und so besonders bäuerlichen Betrieben neue Perspektiven zu geben.*
  • Öko-Forschung fördern: Die Forschung muss auf die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie fokussieren. Wer morgen 20 % Bio anstrebt, muss bereits heute 20 % der Mittel auf Öko-Forschung verwenden, um damit das Innovationspotential von Bio voll zu erschließen. Aktuell werden lediglich 1,5 % der Agrar-Forschungsmittel für Bio verwendet.
  • Wirtschaft in den Regionen fördern: Zum Beispiel durch eine verstärkte Nachhaltigkeitsorientierung in Wirtschaftsförderprogrammen oder eine stärkere steuerliche Unterstützung von Innovationen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) durch eine Steuergutschrift für Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung.
  • Fairer Handel braucht faire Regeln: Deshalb sollte sich Deutschland für ein demokratisches und transparentes Welthandelssystem einsetzen, bei dem internationale Menschen- und Umweltrechtsabkommen sowie sozial-ökologische Standards die Grundlage für Handelsverträge bilden.
  • Gesunde Ernährung stärken: Der Bund sollte die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung als wirksames Instrument für eine gesunde Ernährung nutzen. Dänemark zeigt, wie das geht. So wurde bspw. in Kopenhagen ein Bio-Anteil von 90 % in allen öffentlichen Einrichtungen erreicht und damit eine nachhaltigere, schmackhaftere und gesündere Ernährung realisiert.

 

 


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