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BNN: Bio-Betriebe dürfen durch Rückstandsmessung nicht belastet werden

von Redaktion (Kommentare: 0)


Vergangene Woche trafen sich Vertreter der Bio-Branche zum Fachgespräch „Rückstandsmessung für Bioprodukte. Ist der Null-Grenzwert das Ende der ökologischen Landwirtschaft?“ bei der Akademie für ökologische Land- und Ernährungswissenschaft in Kirchberg an der Jagst. Ziel der Veranstaltung war es, sich gemeinsam kritisch mit der in der EU immer lauter werdenden Forderung nach gesetzlichen Rückstandsmessungen auseinanderzusetzen.

Dabei stand eine zentrale Frage im Raum des Fachgespräches: Wohin wird sich die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft unter dem Aspekt entwickeln, dass Pestizidrückstande in einer kontaminierten Umwelt bei einer hohen technologischen Messgenauigkeit beinahe unvermeidbar sind, Aufkäufer jedoch immer häufiger zur Nulltoleranz tendieren?

Auf Einladung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall nahm Kirsten Arp, Leiterin des Pestizid-Monitorings beim Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), im Rahmen des zweitägigen Fachgespräches an der „Podiumsrunde: Was sagen uns die Rückstandsmessungen?“ teil und vertrat den Standpunkt des BNN wie folgt:

„Vom „Ende der ökologischen Landwirtschaft“ würde ich nicht sprechen. Dennoch stellen die Regeln zum Nachweis von Pestiziden im Basisrecht der neuen EU-Öko-Verordnung weiterhin eine Bedrohung für Bio-Landwirte, Bio-Verarbeiter und Bio-Händler dar, obwohl noch in der Endphase der Verhandlungen im Rat in den Erwägungsgründen Verbesserungen erzielt wurden. Nun kommt es darauf an, dass im nachgelagerten Recht die Praxiserfahrungen von Betrieben, Kontrollstellen und Behörden ausreichend berücksichtigt werden, damit die Regeln umgesetzt werden können, ohne der Biolandwirtschaft und dem Bio-Markt zu schaden.

Vor allem muss sichergestellt sein, dass nicht jeder Spurennachweis zu behördlichen Sperrungen und Nachforschungen führt, obwohl bekannt ist, dass sehr viele Pestizidnachweise insbesondere in bestimmten Kulturen, die aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften "Pestizidsammler" sind, ihren Ursprung in der konventionellen Landwirtschaft haben. Durch die Allgegenwärtigkeit von Pestiziden in der Umwelt ist eine konkrete Ursache zudem oft schwer oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu ermitteln. Diesem Sachverhalt muss Rechnung getragen werden und darf nicht dazu führen, dass die entstehenden Kosten den Bio-Betrieben aufgebürdet werden.

Der BNN steht mit seiner mehr als zehnjährigen Erfahrung mit seinen Monitoring-Systemen für Obst und Gemüse sowie Trockensortiment selbstverständlich jederzeit gern beratend mit seiner Expertise zur Verfügung.“

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