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Bio wächst 2016 in allen Bereichen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Öko-Landbaufläche und der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln sind 2016 stark gewachsen. Das teilten heute der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW und der Arbeitskreis Biomarkt auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der BioFach mit.

Danach ist die Zahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe um 2.119 auf insgesamt 26.855 gestiegen. Das starke Wachstum im Vorjahr (5,7 Prozent) konnte auf 8,6 Prozent gesteigert werden, wie der BÖLW erklärte. „2016 stellten etwa fünf Bauern pro Tag auf Bio um, fast jeder zehnte Landwirtschaftsbetrieb in Deutschland wirtschaftet ökologisch“, kommentierte Peter Röhrig, Geschäftsführer des BÖLW. Zum Vergleich: Die Zahl aller deutschen Landwirtschaftsbetriebe ging 2016 um etwa 4.800 Betriebe (1,7 Prozent) zurück – das waren etwa 13 Höfe pro Tag. „Das stärkere Engagement für den Ökolandbau in vielen Bundesländern und stabile Bio-Erzeugerpreise in Krisenzeiten sorgten dafür, dass sehr viele Landwirte die Chance Ökolandbau nutzten“, erklärte Röhrig.

Öko-Landbau Deutschland 2016

Auch die Öko-Fläche legte deutlich zu: um 96.000 auf 1.185.471 Hektar, was einem Plus von 8,9 Prozent entspricht. Das Wachstum der verbandsgebundenen Anbaufläche wuchs laut BÖLW mit 53.001 Hektar bzw. 7,1 Prozent auf einem Rekordniveau (2015: 3,2 Prozent).

Insgesamt werden nun fast 800.000 Hektar (67,1 Prozent) der deutschen Öko-Fläche von Verbandsbetrieben bewirtschaftet – über die Hälfte (52 Prozent) aller Bio-Landwirte gehört einem Bio-Verband an. Prozentual noch stärker zum Wachstumsschub trugen allerdings neue EU-Bio-Flächen bei: Sie legten um 12,6 Prozent (43.632 Hektar) zu. Bei allen Zahlen zur Öko-Fläche handelte es sich um vorläufige Schätzungen des Verbands.

Zahl der ökologisch bewirtschfteten Betriebe

Fast zehn Prozent mehr Umsatz mit Bio-Lebensmitteln

Im Einzelhandel stieg der Umsatz mit Bio-Produkten kräftig an. 2016 kauften die Deutschen für 9,48 Milliarden Euro Öko-Lebensmittel und -Getränke, so der von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) koordinierte Arbeitskreis Biomarkt. Damit gaben sie 9,9 Prozent mehr für Bio-Produkte aus als 2015.

Insbesondere die Vollsortimenter des Lebensmitteleinzelhandels hätten durch größere Sortimente den Umsatz beflügelt. Auch der Naturkosthandel wuchs kräftig, aber verhaltener als in den Vorjahren. Der LEH erzielte insgesamt einen Bio-Umsatz von 5,45 Milliarden Euro und legte damit um 14,6 Prozent zu. Der Umsatzanteil des LEH am gesamten Bio-Markt erreichte laut den Zahlen des Arbeitskreises 58 Prozent. Der Lebensmittelumsatz im Naturkosthandel wuchs um 5 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro (inklusive Non-Food auf 3,21 Milliarden Euro) und erzielte einen Marktanteil von 30 Prozent.

Umsätze Öko-Lebensmittel in Deutschland

In den sonstigen Geschäften, zu denen Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Versandhandel, Wochenmärkte und Reformhäuser zählen, kauften die Kunden Bio-Produkte im Wert von 1,18 Milliarden Euro. Hier sei das Wachstum etwas schwächer gewesen als im starken Vorjahr.

Auffällig sei, dass über kaum eine Warengruppe einen Umsatzrückgang verzeichnen musste. Besonders dynamisch, und das bereits das zweite Jahr in Folge, zeigten sich die Speiseöle, die immer häufiger in Bio-Qualität auch in den Discountern zu finden sind oder in größerer Vielfalt in den Vollsortimentern. Auch die Verkäufe mit Bio-Geflügel wuchsen in den Vollsortimentern deutlich. Bio-Obst, -Gemüse und -Kartoffeln profitierten in diesem Jahr zum einen vom Engagement vieler Handelsketten, die ihr Sortiment erweiterten.

Appell an den Landwirtschaftsminister

Der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, konsequent den Weg für Bio zu ebnen, damit Landwirte, Produzenten und Händler die Chancen des Marktes nutzen können: „In 2017 muss es darum gehen, alle Stell- schrauben zu nutzen, um den Umbau Richtung Öko weiter voranzutreiben. Dazu ist es not- wendig, die EU-Agrar-Gelder für die Umstellung auf Bio in allen Bundesländern in ausreichen- der Höhe zu sichern, um mehr konventionellen Betrieben eine Perspektive im Bio-Bereich zu geben. Auch die Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik nach 2020 gehört auf die politische Agenda“, betont Löwenstein. Auch käme es darauf an, die völlig verfahrene Revision der EU-Öko-Verordnung durch einen Neustart auf Grundlage des bestehenden, bewährten Bio-Rechts, zu einem verbesserten Rechtsrahmen für Bio-Betriebe zu führen.


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