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Bio im Test: Voll ins Fettnäpfchen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Reichlich Fettschadstoffe hat Ökotest in Bio-Margarine gefunden. Lob gab es nur für die Transparenz beim Palmöl.

Margarine
4 Bio-Margarinen, 16 konventionelle Produkte

Die Alnatura Margarine Dreiviertelfett schnitt mit „befriedigend“ noch am besten ab. Rapunzel Prima bekam ein „ausreichend“ und die Margarinen von Alsan und Landkrone fielen mit „ungenügend“ komplett durch.
Im Focus der Bewertung standen die Fettschadstoffe 3-MCPD und Glycidol. Ökotest schreibt dazu: „3-MCPD hat in Tierstudien gutartige Nierentumore ausgelöst. Glycidol kann das Erbgut schädigen und ist als krebserregend eingestuft“. In der Alsan Margarine habe das Labor „die höchste Belastung mit Fettschadstoffen“ festgestellt, unter anderem eine hohen Gehalt an Glycidol. „Stark erhöht“ steht deshalb bei Alsan, bei den anderen drei Bio-Margarinen waren die Gehalte „erhöht“, ebenso bei fünf konventionellen Produkten.

Margarine
Schadstoffe in Margarinen: Nicht nur konventionelle, auch Bio-Produkte
sind laut Ökotest verunreinigt. Symbolbild © Pixabay

Gesättigte Mineralöle (MOSH) fanden sich in fast allen Margarinen in „erhöhter“ Menge, sprich in Konzentrationen von bis zu 2mg/kg, für die es bei Foodwatch noch einen grünen Smiley gibt. Auch Alnatura und Rapunzel waren davon betroffen. Bei Landkrone und Alsan lagen die Gehalte zwischen 2 und 4 mg/kg und wurden als „stark erhöht“ bewertet. Bei Landkrone beanstandete Ökotest zudem den Zusatz eines natürlichen Aromas. Anders als die Stiftung Warentest vor zwei Monaten ging Ökotest nicht der Frage nach, wie natürlich dieses Aroma tatsächlich ist.

„Alle vier Bio-Marken sind stark mit Schadstoffen belastet“ bilanziert Ökotest und fragt: „Warum schaffen es die Hersteller nicht, das besser in den Griff zu bekommen?“

Landkrone teilte mit, dass es für die Fettschadstoffe keine gesetzlichen Regelungen gebe. "Es gilt das ALARA-Prinzip („As Low As Reasonably Achievable“), an das wir uns halten." Übersetzt heißt ALARA "so gering wie vernünftigerweise machbar".

Alsan betonte in seienr Stellungnahme, dass man bei den Fettschadstoffen unter den von der EU-Kommision vorgeschlagenen Werten liege. Das Unternehmen arbeite "zusammen mit der Raffinerie mit allen zur
Verfügung stehenden Mitteln an einer weiteren Reduzierung von MCPD. Eine neue Raffinationsanlage steht unmittelbar vor der Fertigstellung."

Auch die Hälfte der konventionellen Margarinen bekam die Rote Karte, allerdings schnitten auch drei Produkte mit „gut“ ab. Einen Schwerpunkt legte der Artikel auf die Herkunft des Palmöls und den damit verbundenen Raubbau. Hier schnitten alle Bio-Margarinen mit „sehr gut“ ab, weil sie transparent die Herkunft der Öle belegen konnten, kein Regenwald dafür gerodet wurde und bei der Produktion auch keine giftigen Pestizide verwendet wurden. Die schlechten Noten bei der Schadstoffbelastung machte das allerdings nicht wett.

Faire Kosmetik
13 Naturkosmetika, 6 konventionelle Produkte

Ökotest hat den Fair-Versprechen zahlreicher Hersteller auf den Zahn gefühlt. Dabei betrachtete das Magazin drei Gruppen: Hersteller, die ihre Produkte mit einem extern kontrollierten Fairhandels-Label vermarkten; solche die auf der Verpackung auf den fairen Handel verweisen und Hersteller, die eine fair orientierte Unternehmensphilosophie kommunizieren. Die Vor- und Nachteile solcher Konzepte handelt der Text eher summarisch ab. Er hebt hervor, dass extern zertifizierte Label eine sinnvolle Orientierungshilfe seien, aber die fair gehandelten Inhaltsstoffe oft nur einen Bruchteil der Zutaten ausmachen. Bei Herstelleraussagen fehle die Transparenz. Die Verbraucher könnten die Handelsbedingungen der Wertschöpfungskette kaum nachvollziehen und müssten auf die Aussagen der Hersteller vertrauen.

Im Test selbst ging es dann um die üblichen Schadstoffe. Alle Naturkosmetika schnitten „sehr gut“ ab, lediglich Lavera bekam eine Note schlechter, weil den Ökotestern die vorgelegte Studie zur ausgelobten Anti-Falten-Wirkung nicht genügte. Eine konventionelle handgemachte Seife von Gepa war mit „ungenügend“ das Schlusslicht. Das Labor hatte darin künstliche Moschusduftstoffe und mehrere andere Schadstoffe gefunden.

Einzeltests

Der Sanchon Brotaufstrich Sonnentomate schnitt „sehr gut“ ab, auch wenn die Tester den hohen Zuckergehalt bemängelten.

Der Tee Fee Bio Eistee Pfirsich aus dem Drogeriemarkt erhielt das Urteil „ausreichend“. Er schmeckte künstlich nach Pfirsich und das Labor konnte kein Aroma nachweisen, das aus Pfirsichen gewonnen wurde, obwohl „natürliches Aroma (Pfirsicharoma)“ auf der Verpackung stehe und ein Pfirsich abgebildet sei, kritisierten die Tester. Eigentlich sollte es für eine solche Verbrauchertäuschung ein „ungenügend“ geben.

Das Weleda Men 24h Deo Roll-On bekam die Note „befriedigend“. Die Inhaltsstoffe waren in Ordnung, aber Weleda wollte die Studie, mit der die 24-stündige Wirksamkeit belegt wurde, nicht rausrücken, wegen vertraulicher Daten. „Weil wir das wenig verbraucherfreundlich finden, gibt es Punkteabzug“, schrieben die Tester.


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