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Bio im Test: Verdächtige Geschmacksstoffe in Margarine

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Die Stiftung Warentest hat Margarine getestet und in zwei Bio-Produkten Aromen nachgewiesen, die vermutlich synthetisch gewonnen wurden. Ein folgenschwerer Verdacht, der umgehend ausgeräumt werden muss. Denn solange er besteht, dürften die beiden Produkte eigentlich nicht gehandelt werden.

Margarine

3 Bio-Margarinen, 16 konventionelle Produkte

Mit „befriedigend (2,9)“ lag Rapunzel Prima genau in der Mitte des Feldes und war zugleich die beste Bio-Margarine im Test. Die Landkrone Bio Margarine bekam die Note „ausreichend (4,5). Provamel Soja blieb ohne Gesamtbewertung, weil nicht endgültig geklärt werden konnte, ob das verwendete Aroma synthetischen Ursprungs war.

Viele Kunden wünschen sich, dass Margarine nach Butter schmecken soll. Knapp die Hälfte der Hersteller im Test hatte deshalb ihren Produkten natürliche Aromen zugesetzt, darunter auch Landkrone und Provamel. Natürliche Aromen sind für Bio-Lebensmittel erlaubt. Die Stiftung Warentest (StiWa) hat nun im Labor analysieren lassen, ob die relevanten Geschmacksstoffe Acetoin und delta-Dodecalacton tatsächlich durch natürliche Verfahren wie Fermentation gewonnen wurden. Das lässt sich überprüfen, weil es beide Moleküle in zwei verschiedenen Bauformen gibt. „In der Natur macht eine der Formen den größeren Anteil am Aromastoff aus“, erklärt die StiWa. Bei synthetischer Herstellung hingegen sei das Verhältnis genau eins zu eins. Dies war laut StiWa bei sechs Margarinen der Fall. Die Tester fragten bei den Herstellern nach, wie der Aromastoff gewonnen wurde. Alle nannten die jeweiligen natürlichen Verfahren und Ausgangsstoffe. Zwei Hersteller konnten nach Angaben der StiWa gar nicht erklären, wie bei dem verwendeten Verfahren ein 1:1-Gemisch entstehen könnte. Hier bewerteten die Tester den Aromastoff als nicht natürlich und werteten das Produkt entsprechend ab. Einer der beiden Betroffenen war Landkrone. In den anderen vier Fällen versuchten die Hersteller zu erklären, wie ein 1:1-Gemisch entstanden sein könnte. Der Konzern Unilever, den es mit drei Produkten erwischt hatte, tat dies ausführlich. „Der Anbieter von Provamel, Alpro, äußerte sich knapp und wenig überzeugend“, schrieb die StiWa. Es blieben Zweifel an der natürlichen Herstellungsweise, die Ausführungen der Anbieter hätten nicht überzeugt. In diesen vier Fällen verteilten die Tester keine Gesamtnote.

Aus Bio-Sicht handelt es sich bei der Frage natürliches oder chemisch hergestelltes Aroma nicht nur um einen Deklarationsfehler. Synthetische Geschmacksstoffe sind für Bio-Lebensmittel verboten. Ein Produkt mit einem solchen Geschmacksstoff wäre ein Verstoß gegen die EU-Öko-Verordnung und damit nicht verkehrsfähig. Es müsste umgehend dezertifiziert werden. Die EU-Öko-Verordnung schreibt vor, dass das betroffene Unternehmen in einem Verdachtsfall das betreffende Produkt erst einmal sperrt, bis die Zweifel an der Öko-Qualität ausgeräumt sind. Gleichzeitig muss es seine Kontrollstelle von dem Zweifelsfall informieren. Das alles gilt auch, wenn das Erzeugnis von einem anderen Unternehmen bezogen wurde.

Provamel bedauert in seiner Stellungnahme, dass das Produkt aufgrund "nicht plausibler Aromenkennzeichnung" nicht bewertet wurde. Zu dem Verdacht, die Provamel-Margarine könnte ein synthetisches Aroma enthalten, äußerte sich der Hersteller nicht.

Landkrone schreibt: "In Bezug auf den Prüfbefund der Stiftung Warentest hat uns unser
Aromenlieferant erneut schriftlich versichert, dass das eingesetzte Aroma ein natürliches Aroma
ist, und dass das racemische delta-Dodecalacton in keiner Stufe des Herstellungsprozesses
eingesetzt wird." Daraus folgert der Hersteller: "Landkrone verstößt nicht gegen Bioregeln!"

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2 zertifizierte Naturkosmetika, 3 herkömmliche Produkte

Der Trend Sensitive Eye Make-Up Remover von Lavera landete mit „gut (1,6)“ bei den flüssigen Reinigern auf Platz 2. Der Naturkosmetik-Entferner einer Drogeriemarktkette war zwar Schlusslicht, mit einer Note von „gut (2,2)“ aber kaum schlechter als die anderen Produkte. Unter den getesteten Pads fand sich kein Naturkosmetik-Produkt.


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