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Bio im Test: Orangensaft und Alu-Deos

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Ökotest hat Orangensaft unter die Lupe genommen. Weil es an den Inhaltsstoffen kaum etwas auszusetzen gab, mussten die verwendeten Label für Abwertungen herhalten. Und: Alu-Deos können „gut“ sein, meint Ökotest.

Orangensaft

6 Bio-Säfte, 14 konventionelle

Die Orangensäfte von Alnatura und Voelkel bekamen die Note „gut“ und waren zusammen mit dem konventionellen Fairtrade Orangensaft von Pfanner die einzig empfehlenswerten Produkte im Test. Die Orangensäfte von Beutelsbacher und Dennree schnitten „ausreichend“ ab, zwei eher im LEH vertretene Markensäfte waren „befriedigend“.

An den Inhaltsstoffen hatte Ökotest kaum etwas zu bemängeln, auch nicht bei den konventionellen Produkten. Lediglich beim O-Saft von Beutelsbacher kritisierten sie einen erhöhten Anteil an ätherischen Ölen. Dem Geschmack schadete das allerdings nicht. Bei der sensorischen Überprüfung war der Saft ganz vorne mit dabei. Zu Abwertungen in diesem Test führten vor allem die verwendeten Label sowie Deklarationsmängel, etwa die Werbung mit „Ohne Zuckerzusatz laut Gesetz“.

Orangensaft

Orangensaft im Ökotest: "sehr gut" war keiner. © Pixabay/JESHOOTS

Bei der Bewertung der Label ging Ökotest davon aus, dass ein Großteil der in den konventionellen Säften verwendeten Konzentrate aus Brasilien stammt und dort unter massivem Pestizideinsatz und miserablen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Zu den Bio-Säften heißt es: „Mexiko ist der weltweit größte Produzent von Bio-Orangensaft, nachdem der größte Bio-Lieferant aus Brasilien seine Zertifizierung aufgrund von Verstößen gegen das Pestizidverbot verloren hatte. Kleinere Bio-Anteile kommen auch aus Spanien und Ägypten, dann als Direktsaft.“

Um eine „Kaufentscheidung auch im Hinblick auf eine verantwortungsvolle Produktion treffen“ zu können, sei der Verbraucher auf ein Label angewiesen, argumentiert Ökotest. Säfte, die kein Label aufwiesen, wurden um zwei Stufen abgewertet. Für die Label Rainforest Alliance, EU-Bio und Demeter gab es eine Note schlechter. Diesen pauschalisierenden Ansatz begründete Ökotest so: „Den Bio-Anbau bewerten wir grundsätzlich positiv, da keine Pestizide im Einsatz sind, allerdings fehlen soziale Kriterien – oder sie werden, wie bei Demeter, nicht überprüft.“ Bio bekam deshalb ebenso wie Rainforest Alliance die Labelnote „befriedigend“. Das konventionelle Fairtrade-Label bewertete Ökotest „wegen des möglichen Einsatzes hochgiftiger Pestizide“ mit „gut“, also eine Stufe besser. Damit führte das Fairtrade-Label nicht zu einer Abwertung in der Gesamtnote.

Deos und Antitranspirants

7 Naturkosmetik-Deos, 20 konventionelle Produkte

Die Note „sehr gut“ gab es für das Deo von Benecos und zwei Drogeriemarktsprays. Lavera und ein Drogeriemarktprodukt schnitten „gut“ ab, während das Sante Kristalldeo und Weleda Citrus ein „befriedigend“ bekamen. Von den konventionellen Produkten sah über die Hälfte die rote Karte.

Das lag kaum an den verwendetene Aluminiumsalzen. Obwohl Ökotest im Text des Artikels detailliert die bisherigen Indizien für einen möglichen Zusammenhang zwischen Alu im Deo und Brustkrebs zusammenstellte, wertete das Magazin den Inhaltsstoff im Produkt gerade mal um eine Stufe ab. Ein konventionelles Deo mit Aluminiumchlorhydrat und ohne weitere Mängel bekam die Note „gut“. Bei Sante kam noch Silber hinzu, das Ökotest ohne nähere Angabe von Gründen ebenfalls abwertete. Bei den konventionellen Deos waren es Silikone und problematische Duftstoffe wie Lilial, die das Ergebnis verschlechterten. Ebenfalls Abzüge gab es für eine ausgelobte 24-Stunden-Wirkung, die vom Hersteller nicht durch eine Studie belegt werden konnte. Das war bei Weleda der Fall. Laverana konnte zwar eine Studie vorlegen, die nach Ansucht von Ökotest aber Mängel aufwies.

Kindershampoos

4 Naturkosmetik-Shampoos, 15 konventionelle

Die Shampoos von neobio, Tinti, Töpfer und Urtekram bekamen die Note „sehr gut“. Auch für fast alle konventionellen Produkte gab Ökotest grünes Licht.

Einzeltests

Beim Nachtest fand das Labor im Parfum Baldini by TaoasisFleur de Mandarine erneut Spuren des Weichmachers DEHP und blieb deshalb bei seiner Bewertung vom Dezember 2017: Ungenügend. Toasis hatte zuvor ein Gutachten vorgelegt, wonach die geteste Charge kein DEHP mehr enthielt.


Stichworte:

Forschung und Studien


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