Anzeige

Bio im Test: Olivenöl - Gutes hat seinen Preis

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Der jährliche Olivenöl-Test der Stiftung Warentest fiel diesmal befriedigend aus. Es gab keine Verrisse, zwei Bio-Öle schmeckten den Testern sogar richtig gut. Es waren nicht die Günstigen.


Olivenöl
11 Bio-Öle, 16 konventionelle Öle


Der Fachhandel war in diesem Test nur mit zwei Ölen vertreten. Das tunesische Olivenöl von Alnatura lag mit „befriedigend (3,1)“ im breiten Mittelfeld. „Durchschnittliches Bio-Öl mit gutem Schadstoffurteil“ lautete der Test-Kommentar. Das fruchtige Olivenöl aus Italien von Rapunzel bekam ein „ausreichend (3,6)“. „Chemische Parameter weisen auf altes Öl oder unzulässige Wärmebehandlung hin“, schrieben die Tester. Geschmacklich ließ sich das nicht feststellen. Die Sensoriknote lag mit „3,1“ im Durchschnitt.

Die anderen Bio-Öle waren Eigenmarken des LEH oder dort eingekaufte hochpreisige Öle. Eines davon, Soler Romero aus Spanien, gehörte zu den drei Ölen, die in der Sensorik eine Eins vor dem Komma stehen hatten. Die anderen beiden waren hochpreisige konventionelle Öle aus Italien und Spanien mit regionaler Herkunft. Die Stiftung Warentest schrieb dazu: „Günstige Olivenöle für weniger als 10 Euro pro Liter sind oft Mischungen von Olivenölen verschiedener Herkunft – durchschnittliche Massenware, die im Test bestenfalls befriedigend abschneidet. Doch zum Braten von Fleisch oder Gemüse und zum Pizzabacken genügen sie vollkommen. Denn beim Erhitzen gehen die flüchtigen Aromakomponenten im Öl ohnehin verloren.“ Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Auf Platz zwei in der Sensorik mit der Note 2,1 lag bei den Bio-Ölen ein Öl aus Bari mit regionaler Herkunftsbezeichnung (DOP). Der Preis im Laden war mit 16 Euro je Liter höher als bei den meisten anderen Bio-Ölen. Die Marke: dmBio.

Ein positives Fazit zog die Stiftung bei den Schadstoffen. Kein Produkt habe deshalb mangelhaft abgeschnitten. „Wir wiesen keine Weichmacher nach. Kein Olivenöl war nennenswert mit Pflanzenschutzmitteln, Lösemitteln oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Einziges Problem bleiben Mineralöle.“ Alle Produkte im Test hätten gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOSH) enthalten. In jedem dritten Produkt konnten Spuren der bedenklicheren aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewisen werden. Bei sechs Ölen bezeichnete die Stiftung die MOSH-Belastung als „deutlich“, nannte aber keinen Wert dazu. Drei davon waren Bio-Öle von LEH-Eigenmarken. Als mögliche Ursachen nannte die Stiftung Abgase, technische Öle von Maschinen sowie den Einsatz von Paraffinölen als Pflanzenschutzmittel. Sie wies eigens darauf hin, dass dieser Einsatz auch im Ökolandbau erlaubt sei. Stimmt, allerdings werden sie im Obst- und Weinbau im Frühling gespritzt, gegen Milben und Läuse, lange bevor sich Früchte bilden.

Mit „mangelhaft“ komplett durchgefallen ist beim diesjährigen Olivenöltest der Stiftung Warentest nur ein Bio-Öl: das aus Griechenland stammende von ReweBio. Es schmeckte nach Ansicht der Tester „frostgeschädigt, ranzig“ und hätte deshalb nicht als „nativ extra“ verkauft werden dürfen.


Stichworte:

Forschung und Studien

Hersteller


zur Startseite/alle Meldungen

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!




Newsletter

E-Mail
E-Mail bestätigen

Anzeige

Anzeige