Anzeige

Bio im Test: Kühe würden Bio kaufen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Die Stiftung Warentest singt das hohe Lied der Bio-Milch. Faire Preise, mehr Tierwohl und auch die Qualität passt – bei fast allen Produkten. Wenig Lob hingegen gab es für Shampoo und Klarspüler aus dem Bioladen.

Länger haltbare Vollmilch

6 Bio-Produkte, 12 konventionelle

Testsieger sind zwei Bio-Milchen aus dem LEH, von Aldi Süd und Arla. Nur knapp dahinter landeten die Gläserne Molkerei mit „gut (2,0)“ und Dennree mit „gut (2,1).“ Die Bioland-Milch von Andechser erhielt die Note „ausreichend (3,7)“, dahinter noch Lidls Milbona mit „ausreichend (4,0). Zur Abwertung bei Andechser führte ein „leichter Kochgeschmack“. Der rührt daher, dass die Molkerei die längere Haltbarkeit nicht mit Mikrofiltration erreicht, sondern durch ein eigens ausgelobtes „spezielles Hocherhitzungsverfahren“. Das soll laut Vepackung eine besonders schonende Verarbeitung sicherstellen. Weil das Labor eine „deutliche Beeinträchtigung“ von Milchinhaltsstoffen durch die Wärmezufuhr nachwies, gab es für die Deklaration zusätzlich Abzüge. In der Milch von Lidl fand das Labor vier mal mehr Jod als üblich. Zuviel, meinte die Stiftung und wertete ab.

MilchZusätzlich zur Produktqualität nahm die Stiftung Warentest auch die Nachhaltigkeit der Milcherzeugung unter die Lupe. Sie bewertete Tierwohl, Preisgestaltung, Umweltmanagement und Unternehmenspolitik. Bei diesem CSR-Test (Corporate Social Responsibility) fanden sich auf den ersten sieben Pätzen alle sechs Bio-Produkte und dazwischen die konventionelle Bergbauernmilch der Berchtesgadener Milchwerke. Für fünf Bio-Produkte gabe es die CSR-Note „gut“. Aldi Süd schnitt nur „befriedigend“ ab. Die Bilanz der Tester: „Je billiger die Milch, desto weniger Einsatz für Tierwohl, Umwelt und faire Erzeugerpreise sollten Käufer vom Anbieter erwarten.“ Die Handelsketten würden für ihre Eigenmarken den Lieferanten kaum Vorgaben machen. Die Preise, die sie den Molkereien zahlten, hätten alle geheim gehalten. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, die Markenmilch der Molkereien zu kaufen und nicht die Handelsmarken. „Lidl etwa verdankt die gute Note bei seiner Bio-Milch nur der Gläsernen Molkerei“.

Große konventionelle Marken wie Landliebe, Bärenmarke oder Müller-Milch hatten die Mitarbeit an dem Test ganz verweigert und kassierten dafür ein „mangelhaft“.

Anti-Schuppen-Shampoo

1 Naturkosmetik-Shampoo, 10 herkömmliche Produkte

Das Shampoo von Logona bekam in diesem Test mit „befriedigend (3,7)“ die rote Laterne. Das Bio-Wacholderöl als Alternative zu synthetischen Wirkstoffen bekämpfte die Schuppen „immerhin befriedigend“, merkten die Tester an. Doch mit der Kämmbarkeit der Haare waren sie unzufrieden und wertetn das Produkt deshalb um 0,5 Punkte ab. Die meisten konventionellen Shampoos setzten Silikone ein, damit sich die Haare besser kämmen lassen. Sie stünden bei Umweltschützern in der Kritik, weil sie biologisch schwer abbabaubar und ihre Auswirkungen auf die Umwelt noch ungeklärt seien, schreibt die Stiftung. Abgewertet hat sie diese Zutat allerdings nicht.

Klarspüler

2 Produkte aus dem Bioladen, 17 herkömmliche Klarspüler

Die Produkte von Ecover und Sonett waren die umweltfreundlichsten Klarspüler im Test. Doch die Umwelteigenschaften machten nur zehn Prozent in der Bewertung aus. Bei der praktischen Anwendung jedoch blieben nach dem Spülen Wassertropfen auf den Gläsern zurück, die beim Trocknen zahlreiche Wasserflecken bildeten. „Mangelhaft“ lautete deshalb das Urteil der Tester für beide Produkte. Lobend erwähnen sie immerhin, dass beide Hersteller ihre Klarspüler mit Alkohol konservieren. Die meisten konventionellen Produkte nutzen dafür das allergieauslösende Isothiazolinon. Doch dafür gab es keine Abzüge.

 


Stichworte:

Forschung und Studien


zur Startseite/alle Meldungen

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!




Newsletter bestellen

Anzeige

Anzeige