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Bio im Test: Glutenfreie Produkte belastet

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Ökotest hat glutenfreie Lebensmittel ins Labor geschickt. Dort fand man Arsen und Cadmium und in einigen konventionellen Produkten auch Glyphosat und andere bedenkliche Pestizide. Neu ist, dass Nagellacke krebserregende Nitrosamine enthalten - in Spuren.

Glutenfreie Lebensmittel

7 Bio-Produkte, 13 konventionelle

 Spirelli Nudeln

Den Spirelli von Alnavit gab Ökotest
ein "sehr gut". Andere Produkte
waren mit bedenklichen Stoffen
belastet und wurden abgewertet.
Symbolbild © Pixabay

Alnavit Bio Spirelli und Bauckhof 3-Korn Waffeln Backmischung schnitten „sehr gut“ ab. Das 4-Korn-Mehl der Werz Naturkornmühle erhielt ebenso die Note „gut“ wie eine Mehlmischung aus dem LEH. Die Haferbrei Basismischung von Bauckhof und die Schnitzer Glutenfree Baguettes Classic bekamen ein „befriedigend“, das Alnavit Vollkornbrot ein „ausreichend“.

Der Grund für die Abwertung waren bei Werz, Alnavit und Bauckhof „erhöhte“ bzw. „stark erhöhte“ Gehalte an Arsen. In den Produkten von Schnitzer und Alnavit wies das Labor zudem Cadmium nach.

Bauckhof erklärte laut Ökotest, dass der Haferbrei den Arsengrenzwert für Reis zuverlässig einhalte und ihn sogar um fast 50 Prozent unterschreite. Ökotest hingegen bezeichnet Gehalte, die den Grenzwert zur Hälfte ausschöpfen, bereits als „stark erhöht“ und wertet das betroffene Produkt um zwei Stufen ab. Bauck wird für seine Erklärung von dem Magazin abgewatscht: „Auf die geltenden Grenzwerte pochen, nichts tun und warten, bis Gras drüberwächst.“

Bei den konventionellen Produkten erhielt die Hälfte gelbe Karten. Das Labor fand Glyphosat und andere bedenkliche Pestizide, Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) und Schimmelpilzgifte.

Mineralwasser für Säuglingsnahrung

Ökotest schickte 21 kohlensäurefreie Mineralwässer, die als „für Säuglingsnahrung geeignet“ ausgelobt waren, ins Labor. Die Hälfte war „sehr gut“. Hornberger Lebensquell Naturelle schnitt „befriedigend“ ab. Ökotest bemängelte eine „erhöhte Keimzahl“. In den Anmerkungen zur Tabelle heißt es dazu: „Laut Anbieter waren im Rahmen der mikrobiologischen Kontrolle in chargengleichen Produkten keine erhöhten Keimzahlen nachweisbar.“ Im Text bestätigt Ökotest: „Das Unternehmen lieferte uns Messwerte aus seinen Prozesskontrollen, die eine einwandfreie hygienische Qualität der Ware bescheinigen“. Zu den erhöhten Keimzahlen könne es auch im Handel gekommen sein, etwa durch schlechte Lagerung oder unsachlichen Transport, erklärten die Tester.

Nagellack

Nagellack

Nur ein Nagellack schnitt im Test mit
Bestnote ab.
Symbolbild © Pixabay

1 Naturkosmetik-Nagellack, 24 konventionelle Lacke

Die einzige „sehr gut“-Note bekam der Logona Natural Nail Polish. Der nicht zertifizierte Happy Nails Lack von Benecos schnitt „befriedigend“ ab; ein Drogeriemarkt-Lack erhielt ein „gut“. Bei beiden Lacken wurde Acetyltributylcitrat als bedenklicher Inhaltsstoff angegeben, bei Benecos zusätzlich Styrol.

Als neuen Schadstoff präsentierte Ökotest krebserregende Nitrosamine. Sie wurden in diesem Jahr erstmals vom Kantonslabor Basel nachgewiesen und sind vermutlich Verunreinigungen der Nitrocellulose, die in den meisten Lacken als Filmbildner enthalten ist. Das Schweizer Labor wertete Nitrosamin-Gehalte von mehr als 466 Mikrogramm je Kilogramm als technisch vermeidbar und zog Produkte, die darüber lagen aus dem Verkehr. Ökotest wies Spuren in fast allen nicht zertifizierten farbigen Lacken nach – auch bei Benecos. Für zertifizierte Naturkosmetik ist Nitrocellulose als Filmbildner nicht zulässig. Abgewertet wurden Konzentrationen über 466 Mikrogramm je Kilogramm. Benecos ist davon nicht betroffen, das Unternehmen unterschreitet diesen Wert bei seinen Lacken um das 20-fache, wie Geschäftsführer Stephan Becker mitteilte.


Stichworte:

Sortiment

Kosmetik/Textilien


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Kommentar von Thomas |

Etwas als stark erhöht zu bewerten wenn der Grenzwert nur bis zur Hälfte erreicht wird ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass hier versucht wird alles schlechter darzustellen als es ist.
Mit Objektiver Berichterstattung lassen sich keine Schlagzeilen bzw. Zeitungen verkaufen. Da muss halt etwas getrickst werden.
Ich hoffe der aufmerksame Leser wird sich nicht davon einschüchtern lassen. Grenzwerte sind in Deutschland immer so niedrig angelegt das man die komplette Menge täglich und lebenslang aufnehmen kann ohne gesundheitliche Schäden zu befürchten.



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