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Bio im Test: Gemüsechips schmecken selten gut

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Die Stiftung Warentest hatte Gemüsechips verkosten lassen. Die wenigsten überzeugten mit Geschmack. Ökotest hat Basismüslis ins Labor geschickt und außer zugesetzten Süßungsmittel und etwas Mineralöl wenig zu bemängeln.

Gemüsechips

8 Bio-Chips, 7 konventionelle

Die Vegetable Chips von Trafo lagen mit „gut (2,3)“ an dritter Stelle und gehörten zu den drei Produkten, die den Testern auch mundeten. Die meisten anderen hätten mittelmäßig geschmeckt, schreibt die Stiftung Warentest: „Viele riechen und schmecken fettig, oft sind sie brandig im Geschmack oder haben teils eine pappige Konsistenz.“ Das galt in unterschiedlicher Ausprägung auch für die anderen Bio-Chips. Die Gemüsechips von De Rit kamen auf „befriedigend (3,0)“, Go Pure erreichte „befriedigend (3,3) und Svenska LantChips kam auf „mangelhaft (4,6)“. Die Bio-Gemüsechips aus dem LEH bekamen die Noten 2,6 und 2,7.

In den Svenska-Chips fand das Labor Acrylamidgehalte „deutlich über dem aktuellen EU-Richtwert für Kartoffelchips (1000 Mikrogramm je Kilogramm)“ was zur Bewertung als „mangelhaft“ führte. Die Trafo-Chips hingegen hätten rund 400 µg/kg enthalten. Dies zeige, was technisch möglich sei, schrieben die Tester. Doch auch die einzig „guten“ Bio-Chips waren nicht ohne Mangel. Das Labor fand „geringe Mengen“ eines nicht zugelassenen Pestizids. Trafo schrieb der Stiftung, man könne sich den Fund nicht erklären und werde der Sache nachgehen.

Den besseren Geschmack der Chips von Seeberger, Funny Frisch und Trafo führte die Stiftung Warentest darauf zurück, dass diese drei Anbieter die Chips im Vakuum fritieren und dadurch mit wesentlich niedrigere Temperaturen arbeiten können als bei herkömmlichen Friteusen.

Auch wenn viele Verbraucher es glauben: Gesünder als Kartoffelchips sind die fritierten Gemüsescheiben übrigens nicht. Sie enthalten zwar mehr Ballaststoffe aber eben auch mehr Fett, fast ebensoviel Salz und viel mehr Zucker. Der wird nicht zugesetzt, sondern kommt über zuckerreiche Gemüsesorten wie Rote Bete in die Tüte.

Bild "Gemüsechips" © Fotolia

Basismüslis

14 Bio-Produkte, 2 konventionelle

Das Basis-Müsli von Rapunzel und zwei LEH-Müslis schnitten mit „sehr gut“ ab. Die Basis-Müslis von Alnatura, Basic, Bauckhof, Dennree sowie sechs LEH-Produkte erhielten die Note „gut“. Grund für die Abwertung war in allen Fällen ein „erhöhter“ Gehalt an Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH), wobei Ökotest als „erhöht“ bereits MOSH-Konzentrationen von 0,5 bis 2 mg/kg bezeichnet. Sie liegen damit unter dem derzeit diskutierten Grenzwert von 2 mg/kg. Bei Foodwatch gibt es bei Werten bis 2 mg/kg noch einen grünen Smiley.

Kritische Worte – und die Note „befriedigend“ – gab es für das Vita Korn Amaranth Basismüsli von Allos. Es enthielt Honig, Glucosesirup, Apfelsaftkonzentrat und Agavendicksaft als zugesetzte Süßungsmittel. Ein Basismüsli zeichne sich dadurch aus, dass man den Zuckerzusatz selbst in der Hand habe, argumentiert Ökotest mit der Erwartung der Verbraucher. Auch in den Müslis von Basic, Aldi Nord und Norma steckte etwas Süßungsmittel, allerdings deutlich weniger als bei Allos.

Erbost hat die Tester, dass Allos sein Müsli damit bewirbt, es habe einen niedrigen glykämischen Index und lasse den Blutzuckerspiegel nach Verzehr deutlich weniger ansteigen, als ein herkömmliches Basismüsli. Als Beleg verwies Allos auf eine Studie der Universität Hannover. Diese habe das Allos-Müsli allerdings nicht mit einem Basismüsli ohne Süßungsmittel verglichen, sondern in der gesüßten Allos-Rezeptur lediglich Amaranth durch gepopptes Reismehl und Cornflakes ersetzt, schreibt Ökotest. Man sei zwar mit der Idee auf die Universität zugegangen, habe aber auf Durchführung und Ergebnis der Studie keinen Einfluss gehabt. Finanziert worden sei die Studie aus Eigenmitteln der Universität, man habe diese aber mit einer Spende bedacht, zitiert das Verbrauchermagazin aus der Stellungnahme von Allos. Optisch dargestellt wurde das Studienergebniss auf der Verpackung mit einer Grafik, die den Unterschied deutlich macht, allerdings nicht aus der Studie selbst stammt, wie Allos gegenüber Ökotest einräumte.

Bleibt noch anzumerken, dass in den beiden konventionellen Müslis Spuren von Glyphosat und anderen Spritzmitteln nachgewiesen wurden.

Duschgel und -schaum

4 Naturkosmetik-Duschgele, 21 konventionelle Produkte

An die vier Naturkosmetikprodukte vergab Ökotest jeweils ein „sehr gut“. Darunter auch für Lavera Blütenliebe Duschgel und Sante Hapiness DuschgelBio-Orange & Mango. Auch mehr als die Hälfte der konventionellen Duschgele und Duschschäume lag im grünen Bereich.


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