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Bio im Test: Erdbeerkonfitüre und Kokos

von Redaktion (Kommentare: 0)


Das Spannendste an den Erbeeren sind die Herkünfte. Deutsche Beeren im Bio-Aufstrich sind Mangelware. Auch Kokosprodukte kommen von weit her, und manche nehmen unterwegs ein wenig Mineralöl zu sich.

Erdbeerkonfitüre und Fruchtaufstriche

7 Bio-Aufstriche, 12 konventionelle Produkte

Vier Mal „sehr gut“ verteilten die Öko-Tester an die Fruchtaufstriche von Allos, Dennree, Die Beerenbauern und Zwergenwiese. Die Note „gut“ gab es für Alnatura, Maintal und Zuegg. Bei Alnatura und Maintal bewerteten die Tester – ebenso wie bei allen konventionellen Konfitüren – den Zuckergehalt als zu hoch. Abgewertet wurde, wenn der zugesetzte Zucker mehr als 42 Prozent ausmachte. Im Sensoriktest schmeckte lediglich der Beerenbauern-Aufstrich „kräftig nach Erdbeeren“. Bei allen anderen Bio-Produkten hieß es in der Tabelle beim Geschmack: „Im Vergleich weniger intensiv nach Erdbeeren“.

Chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung wies das Labor bei Dennree, den Beerenbauern, Maintal und Zuegg nach. Während die Bio-Aufstriche pestizidfrei waren, fanden sich in zahlreichen konventionellen Konfitüren Spuren mehrerer Pestizide. Die meisten dieser Produkte schnitten dennoch mit „gut“ ab.

Ausschließlich Erdbeeren aus Deutschland setzten lediglich Zwergenwiese und Schwartau ein, ansonsten stammten die Bio-Erbeeren aus Polen, Bulgarien und der Türkei. Konventionelle Hersteller kauften außer in Polen auch in Spanien, Marokko und Ägypten ein. Auf der Webseite der Beerenbauern heißt es: „Die Früchte für unsere Fruchtaufstriche stammen aus unserem eigenen Demeter-Anbau sowie von Demeter-Biobauern, mit denen uns bereits eine langjährige Zusammenarbeit verbindet. Im Falle der Erdbeeren leben diese Kollegen in der Türkei.“

Ökotest hatte die Hersteller auch gefragt, ob denn die Erntehelfer im Erzeugerland zumindest den dortigen Mindestlohn bekämen. Die meisten antworteten mit „ja“, konnten dies aber nicht belegen. Bei den Bio-Verarbeitern konnte lediglich Allos den Nachweis führen.

Allerdings liegt der Mindestlohn in Polen bei 2,49 Euro die Stunde und in Ägypten erhielten die Arbeiter, die Erdbeeren für Aldi ernteten, 0,86 Euro. In Deutschland erhalten Erntehelfer mindestens 8,60 Euro in der Stunde.

Kokosprodukte

13 Bio-Produkte, 8 konventionelle

Die Note „sehr gut“ erhielten Basic Kokosraspeln, Coco King Kokosmilch, Morgenland Kokosmilch und Rapunzel Kokosöl. Die Kokosraspeln von Alnatura waren „gut“, die von Dr. Goerg „befriedigend“. Ein „ungenügend“ bekam das Kokosöl von Bio Planète. Der Grund waren „sehr stark erhöhte“ Werte an Mineralölbestandteilen (MOSH), wobei dies bei Ökotest bereits für Gehalte von mehr als vier Milligramm je Kilogramm gilt. Auch andere Bio- und konventionelle Produkte wurden wegen nachgewiesener MOSH abgewertet. Im Bio-Kokosöl von Veganz wies das Labor den Weichmacher DEHP nach. Chlorierte Verbindungen in den Deckeldichtungen fanden sich bei Coco King und Rapunzel. Die wichtigsten Lieferländer der Bio-Kokosnüsse sind übrigens Sri Lanka und die Philippinen.

Bio Planète wertete die von Ökotest festgestellten zwölf mg/kg MOSH in einer Stellungnahme als „Belastung im untersten Bereich“. Trotzdem nehme man das Problem seit Jahren ernst und habe den MOSH-Gehalt bei Kokosöl um 60 Prozent reduzieren können, „so dass das Testurteil auf alle Chargen ab Januar 2017 nicht mehr zutreffend ist.“

In einem Brief an Ökotest selbst bezeichnet Bio Planète die Bewertung als inakzeptabel. „Die 0,012 g/kg, die in unserem Produkt nachgewiesen wurden, entsprechen keineswegs einem Verständnis von „sehr stark erhöht“.  Eine derartige Bewertung eines Parameters, für den bislang keine gesetzlichen Grenzwerte existieren, betrachten wir als Irreführung des Verbrauchers und als nicht rechtmäßig.“

Wundschutzcremes für Babys

6 zertifizierte Naturkosmetika, 14 herkömmliche Produkte

Das für Naturkosmetik obligatorische „sehr gut“ gab es diesmal nur für die Cremes von Lavera, Töpfer und Weleda Baby Derma Weiße Malve. Die Produkte von Alterra, Eco Cosmetics und Weleda Calendula Babycreme schnitten „gut“ ab. Der Grund dafür: Sie sind beduftet, was Ökotest bei Babyprodukten ablehnt. Die meisten konventionellen Hersteller haben daraus ihre Konsequenz gezogen, verzichteten auf jegliche Duftstoffe und bekamen 12 Mal die Bestnote.

Fußbalsam

6 zertifizierte Naturkosmetika, 14 herkömmliche Produkte

Hier gab es sechs Mal „sehr gut“ für die Balsams von Dr. Hauschka, i+m, Lavera, Martina Gebhardt, Speick und Weleda. Auch die konventionellen Produkte schnitten überwiegend „sehr gut“ ab.


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