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Beschaffung von Bio-Lebensmitteln: NRW-Außer-Haus-Branche tauscht sich aus

von Redaktion (Kommentare: 0)


50 Akteure der NRW-Außer-Haus-Branche haben sich zur zweiten Vernetzungsveranstaltung der Initiative „NRW kocht mit Bio“ bei der Talanx Service AG in Köln getroffen. Thema war die Beschaffung von Bio-Lebensmitteln.

Rainer Roehl vom Beratungsunternehmen a’verdis aus Münster sprach über die Rolle von Bio-Lebensmitteln für eine nachhaltige Beschaffungsstrategie. Seine These „Keine Nachhaltigkeit ohne Bio“ begründete er unter anderem mit den besorgniserregenden „Earth System Trends“: Demnach habe es bei vielen kritischen Parametern wie dem CO2-Austoß oder dem Wasserverbrauch seit 1950 einen dramatischen Anstieg gegeben. Das weltweit veränderte Ernährungsverhalten sei daran nicht unebteiligt.

Norbert Bremer, Küchenleiter der Talanx Service AG, stellte sein Speisen- und Beschaffungskonzept vor, mit dem er laut eigener Aussage täglich auf 80 Prozent Bio-Lebensmittel kommt. Nachhaltigkeit spiele im Küchenablauf von Telanx ebenfalls eine wichtige Rolle. Zum Beispiel werde seit 1998 auf Ganztierverwertung gesetzt. Das ist nicht selbstverständlich: Während häufig nur 40 bis 55 Prozent eines Tieres für den Verzehr durch Menschen verwendet werden, nutzt Talanx den Ausführungen von Bremer zufolge alle Teilstücke.

Ökolandbau fördert Biodiversität

Aus Erzeugersicht sprach Heinrich Rülfing, der seinen Biohof Rülfing 2003 auf ökologische Erzeugung umgestellte. „Seitdem vor gut zehn Jahren neue Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden, ist die Artenvielfalt deutlich zurückgegangen. Die betrifft vor allem Insekten. In zehn Jahren wird es 80 Prozent der heutigen Insektenarten wahrscheinlich nicht mehr geben“, begründete er seine Entscheidung. Vor allem Vögeln stehe dadurch nicht genügend Futter zur Verfügung. Der ökologische Landbau trage mit seiner Anbauweise entscheidend zur Erhaltung der Artenvielfalt und zum Schutz der vielfältigen Tierrassen bei.

Adelheid Birmelin zeigte in ihrem Vortrag, was Nachhaltigkeit für die Demeter Felderzeugnisse GmbH bedeutet. So werde der Anbieter der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht, indem langfristig und partnerschaftlich zusammengearbeitet wird. Die Sicherung der regionalen Strukturen und eine werterhaltende Veredelung sind wichtige Leitlinien für Demeter Felderzeugnisse.

Auch Luzia Krautmacher von der Landlinie Lebensmittel-Vertriebs GmbH betonte die Relevanz von langjährigen Lieferpartnerschaften. Der Bio-Großhändler führt ein Sortiment, das speziell an den Bedürfnissen der Gastronomie ausgerichtet ist. Im gesamten Angebot verzichtet Landlinie auf Flugware und trägt damit zum Klimaschutz bei.

Attraktiveres Image für Bio-Lebensmittel

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in drei Foren.
Das waren die Themen:

Wie viel Bio ist sinnvoll und machbar?
Bio. Regional. Artgerecht. Fair – Herkunft und Qualität
Gesundheit. Ökologie. Nachhaltigkeit – Argumente für Bio-Lebensmittel

Einigkeit herrschte bei den Teilnehmern, dass Bio-Lebensmittel mit einem neuen und attraktiven Image vermarktet werden müssen. Im Sinne von „Bio ist nicht nur ökologisch vernünftig und nachhaltig, sondern ist modern und steht für Frische und Genuss.“

Für diese Herangehensweise steht auch Rafael Platzbecker in der Landesfinanzschule NRW, der die Veranstaltung vor allem für den Erfahrungsaustausch nutzte: „Mit anderen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen, das ist unheimlich wichtig. Die Foren boten gute Diskussionsansätze, die wir in den Pausen weitergeführt haben. Die Gruppe war so durchmischt, dass man auch Denkanstöße von Branchenvertretern bekommen hat, mit denen man im Alltag nicht so viel in Kontakt kommt.“

Nächste Vernetzungsveranstaltung im September

Die dritte Vernetzungsveranstaltung findet am 26. September bei der GLS Bank in Bochum statt. Titel der Veranstaltung: „Erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategien in Kommunen – Was wir von Bio-Städten lernen können“ sein. Hierzu sind Politiker, Vertreter öffentlicher Einrichtungen, Marktakteure sowie Multiplikatoren aus ganz NRW eingeladen. Erste Informationen sowie die Anmeldemöglichkeit sind unter www.nrwkochtmitbio.de zu finden.

Zur Initiative

„NRW kocht mit Bio“ ist eine Initiative des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und wird vom Beratungsunternehmen a’verdis aus Münster umgesetzt. Angesprochen werden alle Akteure des Bio-Außer-Haus-Marktes in NRW. Neben Netzwerkveranstaltungen für Küchen und Lieferpartner gibt es Weiterbildungsangebote für Fachlehrer an Berufskollegs und individuelle Beratungsangebote Küchen.


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