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Kommentar von Toni Müller |

Nee!
Zu wenig Zeit zm Einkaufen, zu oberflächlich gelesen, zu geizig, den Kram einfach wegzuwerfen und das ganze dann zum Problem des Händlers zu machen - da kann ich nicht mit! Diese Haltung passt vielleicht zu "Geiz ist geil" oder ähnlichen - im Naturkostbereich finde ich sie peinlich.

Kommentar von Carmen Storz |

Lieber Herr Schüssler,

ich bin Konsumentin aber auch Produzentin von naturkosmetischen Produkten. Weder als das eine noch das andere käme ich auf die Idee, nach Ihrer Vorgehensweise zu handeln. Wenn wir hier in der Firma unter diesen Umständen Kunden verlieren würden, würden wir das nicht als Verlust für uns betrachten. Noch gilt für uns Fairness und die gute, altmodische Ehrlichkeit. Das was Sie als Kundenorientierung bezeichnen könnte auf Dauer jeden kleinen Bioladen seine Existenz kosten.

Mit freundlichen Grüßen
Carmen Storz

Kommentar von Bernd Schüßler |

Liebe Carmen Storz,
lieber Toni Müller,

danke für Eure Kommentare. Im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel - der ja auch immer mehr Bioprodukte führt - setzt sich derzeit die Überzeugung durch, dass Kundenzufriedenheit an erster Stelle steht. Daher nehmen z.B. die großen Discounter fast alle auch angebrochene Ware zurück, wenn sie dem Kunden nicht schmeckt. Auch bei den großen konventionellen Supermarkt-Filialisten ist dies meist so, wobei viele davon ja inhabergeführt sind, da gibt es dann meist interne Richtlinien bzw. die Marktleitung entscheidet (siehe auch z.B.: https://www.bz-berlin.de/ratgeber/umtausch-geht-auch-ganz-ohne-kassenbon ). Lidl schreibt z.B. auf seiner Webseite: "Wenn Sie mit dem Kauf eines Lebensmittels unzufrieden sind, können Sie, egal aus welchem Grund, die Ware zeitlich unbegrenzt und ohne Vorlage des Kassenbons zurückgeben."

Manche Bio-Filialisten haben hier offensichtlich ein ähnliches Vorgehen. Ich finde dies gut, denn auf diese Art wird mancher Kunde (der eigentlich enttäuscht ist, weil er einen anderen Geschmack erwartet hat oder von der Zutatenliste zu Hause überrascht ist) zum Fan des Ladens. Meist erzählt er solch ein positives Erlebnis dann auch weiter. Ausgenutzt wird das nach meiner Beobachtung von Kunden sehr selten. Und solange man als Laden diese Rücknahmegarantie nicht offiziell bekannt gibt, kann man gar zu rückgabefreudige Kunden hier auch bremsen. Unter dem Strich kann solch ein Vorgehen die günstigste Art des Marketings zur Kundenbindung und Neukundengewinnung sein.

Wer mehr zu dem Hintergrund dieser Sparte des Marketings wissen möchte, findet z.B. in den Texten und Videos von Prof. Dr. Christian Belz und Dr. Marc Rutschmann von der Uni St. Gallen viele Infos wie z.B. hier
https://www.youtube.com/watch?v=0fSNk81KLyU

Viele Grüße
Bernd Schüßler



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