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Bernds Wochentipp: Die Ikea-Methode

von Bernd Schüssler (Kommentare: 3)


Fast kein Kunde kennt alle Preise eines Ladens und kann wirklich objektiv sagen, ob dieser Laden preiswert oder teuer ist. Der Kunde hat fast immer nur eine subjektive Wahrnehmung. Ich habe das Thema bereits hier aufgegriffen. Heute erläutere ich, wie Sie durch Ihr Bistro dem Eindruck  „Bioladen = teuer“ entgegenwirken können.

Ist ein Wohnzimmerschrank mit 299 oder 349 Euro preiswert? Ikea macht das ganz geschickt: Die Speisen und Getränke sind genauso wie viele Basisprodukte sehr preiswert. Dieses preiswerte Image strahlt auf das gesamte Sortiment ab. Auch als Biomarkt sollte man vermeiden, ein Teuer-Image auszustrahlen. Wenn der normale Kaffee im Bistro 1,80 kostet, nebenan in der Bäckerei aber nur 1 Euro, kann das leicht passieren – ganz egal, wie die Preisgestaltung des übrigen Sortiments ist.Euro

Wer als Biomarkt den Kaffee im Bistro plakativ, zum Beispiel  durch ein Schild vor dem Laden, für 1 Euro anbietet, dazu noch mit einem leckeren Bio-Keks, kann damit auch neue Kunden in seinen Laden locken. Für einen neu eröffneten Biomarkt hatte ich sogar einmal die Aktion „Für unsere Kunden: frisch gebrühter Bio-Kaffee gratis“ durchgeführt. Das war wie eine Einladung, mal in den Laden zu gehen. Viele Bewohner des Ortes nahmen diese Einladung an. Natürlich geht das nicht an jedem Standort. Doch in dieser sehr guten Wohnlage hat es prima geklappt und viele anfängliche Gratis-Kaffee-Trinker wurden Stammkunden des Biomarktes.

Beste Grüße aus Freiburg und eine schöne Woche
Bernd Schüßler

www.berndschuessler.de

Symbolbild "Euro": Pixabay

 


Stichworte:

Marketing


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Kommentar von Cornelia |

...oder man schreibt z.B. Kaffeepreis/Bio/ Fairtrade: ..?!...Cent für uns, ....!! Cent für die Erzeuger ...und geht nicht auf die Billigschiene ein. Hat ein Bioladen was zu verschenken, was kann er seinen Leuten als Stundenlohn zahlen?

Kommentar von Bernd Schüßler |

Hallo Cornelia,

danke für Ihren Kommentar. Den Ansatz aufzuzeigen, dass der Erzeuger bei Bioprodukten oftmals deutlich mehr vom Verkaufspreis erhält, finde ich grundsätzlich gut. Bei Kaffee aus dem Bistro halte ich dies allerdings für schwer umsetzbar. Denn das Kaffeepulver pro Tasse kostet ja nur wenige Cent. Laut Verbraucherzentrale Berlin kostet eine Tasse Fairtrade-Kaffee rund 2 Cent mehr als eine Tasse herkömmlicher Markenkaffee. Von diesen 2 Cent kommt ein Teil beim Erzeuger an, andere Teile dieser zwei Cent werden für Kontrollen, Zertifizierungen usw. ausgegeben. Dem Endkunden damit gegenüber zu argumentieren, finde ich schwierig.

Die "Billigschiene" finde ich für die Bio-Branche insgesamt auch keine gute Lösung. Und ich kenne auch manchen Biomarkt, welcher trotz insgesamt hohem Preisniveau sehr gute Geschäfte macht und auch ein stets gut gefülltes Bistro hat.

Es ist eine Frage der Positionierung und der Marketingstrategie. Der eine Laden lockt neue Kunden z.B. durch eine sehr schöne Atmosphäre, eine gute Führungskultur (welche auf die Mitarbeiter ausstrahlt und oftmals guten Umsatz bringt), viele Spezialitäten (die dürfen dann auch was kosten) und eine hohe Kundenorientierung. Oder er macht leckere stille Verkostungen (was ja auch nichts anderes ist als Ware zu verschenken). Und wird dadurch vielleicht auch oft weiterempfohlen und braucht nahezu keine Werbung. Der andere sorgt z.B. durch den 1-Euro- oder Gratis-Kaffee dafür, dass Frequenz in den Laden kommt und Kundenkreise erstmals in den Laden gehen, welche sonst die Schwelle nicht übertreten hätten.

So ist es mit allen meinen Wochentipps: sicherlich passt nicht alles überall. Die Ladnerin bzw. der Ladner sollte schauen und gut hinspüren, was zu ihr/ihm selbst und dem eigenen Konzept passen könnte, was evtl. abgewandelt noch besser ist oder was im eigenen Laden gar nicht passen würde.

Beste Grüße
Bernd Schüßler

Kommentar von Cornelia |

Lieber Bernd, danke für die ausführliche Stellungnahme! Mir ist die Komplexität des Marketings bewusst. Dennoch finde ich persönlich wichtig, sich klar zu positionieren mit dem Anspruch auf wirkliche Transparenz und den Unterschied „warum kbA“ etc. immer wieder zu kommunizieren. Der Markt ist ein harter Kampfplatz, aber das Verständnis um den Unterschied und die positiven Folgen des bewussten Konsums sollten immer wieder neu herausgestellt werden. LG



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