Anzeige

Bernds Wochentipp: Die alten Radieschen

von Bernd Schüssler (Kommentare: 3)


Es ist schon eine Weile her, da ging ich in einem kleinen Bioladen einkaufen. Dort war ich schon oft. Der Laden machte gut Umsatz mit mir. Eines Tages wollte ich zwei Bund Radieschen kaufen. Doch im Gemüseregal lag nur noch einer. Gemüse war ohnehin dort der Knackpunkt: So perfekt frisch war es oft nicht. Trotzdem: Der nächste Bioladen war recht weit entfernt. So blieb ich Kunde.

Doch an diesem Tag änderte sich dies. Ich fragte, wann denn wieder neue Radieschen kämen. Und statt einer Antwort ging der Chef hinten ins Lager und brachte mir ein weiteres Bund: knackfrisch sah dieses aus. Im Gegensatz dazu hatte das Bund, das ich aus dem Gemüseregal bereits im Einkaufswagen hatte, schon einzwei Tage die Aussicht aus dem Regal in den Laden genossen.

Dieses Erlebnis machte mich schlichtweg eines: ärgerlich. Es kann doch nicht sein, dass erst das alte Gemüse verkauft wird, bevor das neue hervorgeholt wird! In den folgenden Wochen ging ich weiter in den Bioladen einkaufen. Doch dann eröffnete in der näheren Umgebung ein Biosupermarkt und ich wechselte die Einkaufsstätte. Die Radieschen haben dem kleinen Laden viel Umsatz gekostet.

Radieschen

Radieschen: Frich und knackig haben Kunden sie am liebsten. © Pixabay

Solange Bioläden ein Monopol auf Bioartikel hatten, zumindest im Frischebereich, haben viele Kunden sowas akzeptiert. Das geht heut einfach nicht mehr, weil Regionalware in der Wahrnehmung vieler Verbraucher vergleichbar ist mit Bioware. Und mittlerweile haben sogar Discounter Gemüse aus der Region – und kennzeichnen dieses entsprechend prominent. Und Biogemüse gibt’s halt auch nicht mehr nur im kleinen Bioladen.

Ich finde es elementar, das eigene Angebot und Handeln immer auch aus der Perspektive des Kunden zu sehen. Natürlich will der Laden auch sein leicht angewelktes Gemüse noch loswerden. Doch dies ist nur die Händlerperspektive. 

Beste Grüße aus Freiburg und eine schöne Woche
Bernd Schüßler

www.berndschuessler.de


Stichworte:

Lebensmittelqualität

Marketing


zur Startseite/alle Meldungen

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!


Kommentar von Bernward Geier |

Ich lese immer gene Bernds Tipps - mit viel Zustimmung . Aktuell gilt das für die Reflexion zu den Radieschen. Nur Radieschen , die zwei Tage im Regal lagen sind immer noch okay. In Waser gelegt weden die auch noch mal knackiger ! Und mit einem Preisabschlag findet sich eine Käufer/in und es werden Lebensmittel gerettet . (Übrigens mein Thema ist das nicht, denn meine Bio- Radieschen kommen aus dem Garten ....Goflball groß und immer knackigst frisch :-) ) Bernward Geier

Kommentar von Thomas Jörck |

Hallo Bernd,
Radieschen sind in kleinen Läden oft schwierig - morgens legt man zwei frische Bunde raus und sammelt sie abends welk wieder ein... Uns hilft Kommunikation: wir weisen unsere Kunden möglichst oft darauf hin, daß es in der Kühlzelle noch frische Ware gibt. In der Regel wissen sie das sehr zu schätzen!
und natürlich darf das Radieschen in der Auslage nicht so ganz übel aussehen...

Schöne Grüße aus Hamburg!
Thomas

Kommentar von Bernd Schüßler |

Hallo Thomas,
hallo Bernward,
danke für Eure Kommentare. Ich freu mich, wenn eine Diskussion zu meinen Tipps entsteht ...und dann weiß ich zumindest, dass sie gelesen werden :-)
Für mich sind Radieschen, die zwei Tage im Regal liegen auch noch okay, ich kaufe solche auch selbst, wobei auch ich erwarte, dass nicht mehr frische Ware reduziert wird.
Den Tipp mit dem Kundenhinweis "Radieschen in Kühlzelle" bei kleinen Läden, wo Radieschen nicht so schnell weggehen, werd ich mir merken, z.B. indem man ein entsprechendes Schild beim Gemüse hinlegt. So erfährt der Kunde, man möchte ihm beste Ware geben, kühlt sie im quasi extra.
Für größere Läden find ich zudem eine offene kleine Kühlung für empfindliches Obst und Gemüse (z.B. Beeren) sinnvoll. Solche Einheiten - direkt in der O+G-Abteilung - wurden in letzter Zeit auch von mehreren Bio-Filialisten eingeführt. Darin können zusätzlich frische To-Go-Produkte platziert werden, z.B. frische Smoothies, Rice-Up (als Ex-Berliner bin ich großer Fan davon) usw. Je nach Standort hab ich beobachtet, dass dies gut läuft.
Viele Grüße aus Freiburg
Bernd

...ach ja: Wenn ich frische Radieschen mir kaufe und die Blätter gut sind, kommen die in den Blattsalat mit rein. Lecker!



Newsletter bestellen

Anzeige

Anzeige