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Bericht über Bio-Babytee: BNN kritisiert ZDF-Sendung "WISO"

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) hat einen ZDF-Beitrag über Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Bio-Babytees kritisiert. In einem offenen Brief bemängelt der Verband eine unausgewogene und teils falsche Berichterstattung. Ausgestrahlt wurde der Beitrag am Dienstag (13. Februar) in der Sendung WISO. In der ZDF-Mediathek steht er weiterhin zum Anschauen bereit.

In dem Brief kritisiert der Verband, dass ausschließlich Bio-Tees getestet wurden – und demnach auch nur diese beanstandet werden konnten. Auch heiße es in dem Beitrag, dass bei einem Verzicht auf Pestizide, wie im Ökolandbau vorgeschrieben, „PA-Kräuter wunderbar gedeihen“ würden. Diese Aussage lege nahe, dass Bio-Tees grundsätzlich stärker mit PA belastet seien als konventionelle Tees. Was allerdings falsch sei, so der Verband, der diesbezüglich auf eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln verweist. Unter den Tisch fallen ließe das Magazin hingegen die Tatsache, dass viele Verbraucher gerne bei der Lebensmittelerzeugung auf Pestizide verzichten würden. 

Daneben würden Stellungnahmen der Bio-Unternehmen Sonnentor und Alnatura im Beitrag nicht erwähnt, sondern nur auf der Website aufgeführt. Damit blieben den Zuschauern die Informationen vorenthalten, dass beide Unternehmen umfangreiche Minimierungsstrategien umsetzten. Sonnentor und Alnatura erklärten dort zudem, dass sie die von der WISO-Redaktion angegebenen Analyseergebnisse nicht bestätigen können.

Fakten, die das Thema in einen größeren Zusammenhang stellen, liefere der Beitrag nicht, bemängelt der BNN weiter. Dabei erklärt sogar der Deutsche Teeverband, der konventionelle und Öko-Anbieter vereint, dass „eine völlige PA-Freiheit von Naturprodukten wie Kräutertee und Tee auch nach Aussage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nicht erreichbar“ sein werde. Und weiter: „Bereits etwa fünf PA-bildende Unkräuter pro 50.000 bis 60.000 Nutzpflanzen auf einem Hektar Anbaufläche reichen aus, um nachweisbare Gehalte im Erntegut zu erzeugen.“

Hintergrund

PA befinden sich nicht in den Teekräutern selbst, sondern in ähnlich aussehende Unkräutern, die in deren Nähe wachsen. In Tee eingetragen werden sie, indem die Unkräuter versehentlich mitgeerntet werden. PA stehen im Verdacht, krebsauslösend zu sein. ZDF-WISO hatte für den Beitrag 17 Bio-Babytees getestet, fünf davon waren laut Analyse mit dem Pflanzeninhaltsstoff belastet.


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