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Subsahara: Öko-Landwirtschaft produktiv und ressourcenschonend

von Redaktion (Kommentare: 0)


In Kenia erzielt Mais aus Bio-Anbausystemen einen ähnlichen Ertrag wie jener aus konventioneller Landwirtschaft. Das hat eine Langzeitstudie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) und lokalen Partnern zutage gebracht. Aufgrund der höheren Preise ist Bio demnach sogar rentabler als konventionell.

Die kürzlich in der Zeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment publizierte Studie zeigt die Ergebnisse der ersten sechs Jahre eines Vergleichs von biologischem und konventionellem Landbau in dem Land. Forscher des FiBL führen den Versuch gemeinsam mit kenianischen Forschungspartnern durch. An zwei Standorten, Chuka und Thika, seien Parzellen angelegt worden, die nach biologischen und konventionellen Methoden bewirtschaftet werden. Die beiden Anbausysteme werden laut FiBL in zwei Varianten geführt: Als kommerzielle, exportorientierte Variante (hoher Einsatz an Betriebsmitteln wie Dünger etc.) und als kleinbäuerliche Variante (niedrige Bewirtschaftungsintensität). Konventionell werde mit Hofdünger und Mineraldünger, in der Biovariante mit Kompost, Asche und Gesteinsphosphat gedüngt.

Beide Anbaumethoden wurden intensiv bewirtschaftet. Das Ergebnis: Bereits nach drei Jahren hätten die Ernteerträge beim Biolandbau ein ähnliches Niveau wie beim konventionellen. Trotz höherer Produktionskosten lag die Rentabilität des biologischen Landbaus dank höherer Preisen beim 1,3- bis 4,1-fachen der Rentabilität konventioneller Systeme. Dies jedoch erst nach dem fünften Jahr der Umstellung auf Bio, so das FiBL weiter. In Parzellen mit niedriger Bewirtschaftungsintensität produzierte Mais in Monokultur unter konventionellem Anbau zwar einen dreimal höheren Maisertrag als Bio, in der Fruchtfolge mit Bohnen waren die Maiserträge jedoch auch bei niedriger Bewirtschaftungsintensität ähnlich.

Die Studie zeige zudem, dass beim konventionellen Anbau wie auch beim Bioanbau mit niedriger Bewirtschaftungsintensität die Nährstoffbilanzen negativ sind. Diese Systeme betreiben folglich Raubbau an Bodennährstoffen. Einzig der Biolandbau mit hoher Bewirtschaftungsintensität verzeichnet eine positive Nährstoffbilanz, da Ernterückstände auf dem Feld belassen oder im Kompost wiederverwertet werden.

Die Studie ist Teil des Langzeitversuches SysCom. Dieser vergleicht vorwiegend biologische und konventionelle Anbausysteme in den drei tropischen Ländern Kenia, Indien und Bolivien, um Wissen über das Potenzial und die Grenzen des Biolandbaus zu vertiefen. Die Ergebnisse der aktuellen Teilstudie zeigen dem Institut zufolge, dass biologischer Landbau mit hoher Bewirtschaftungsintensität produktiv, wirtschaftlich und ressourcenschonend ist. Damit könne er zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion in Kenia und ähnlichen Regionen in Subsahara-Afrika beitragen.


Stichworte:

Forschung und Studien

Verbände/Institutionen

Afrika


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