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Abstimmung zu Gentech-Mais: Branche rügt Bundesregierung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die EU-Kommission wird darüber entscheiden, ob Gentech-Mais in Europa angebaut werden darf. Das folgt aus einer Abstimmung unter den EU-Staaten, bei der gestern in Brüssel keine qualifizierte Mehrheit für ein Verbot zustande gekommen war. Deutschland und einige andere Länder enthielten sich.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisierte die Bundesregierung dafür. „Deutschland hat sich mit einer Enthaltung um ein klares Nein gedrückt, obwohl die gentechnikfreie Produktion boomt“, sagte der Verbandsvorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein. Andere Länder hätten sich unmissverständlich gegen den Gen-Mais ausgedrückt.

Produzenten, die Gentechnik gar nicht einsetzen, hätten derzeit das Nachsehen. „Jeder Anbau von Gentechnik-Pflanzen irgendwo in Europa erhöht die Gefahr von Kontaminationen", so Löwenstein weiter. Das bedeute hohe wirtschaftliche Risiken für gentechnikfreie Bauern und Lebensmittelproduzenten. "Diese Risiken hätte der verantwortliche Minister Schmidt mit einem Nein ausgeschaltet.“

Auch Häusling kritisiert

Die EU-Kommission hatte den EU-Mitgliedstaaten einen Vorschlag für Anbauzulassung von zwei Maissorten (Bt11 und 1507) sowie für die Wiederzulassung von Mais MON810 vorgelegt. Zudem legte sie einen Antrag zum Import von neuen gentechnisch veränderten Maissorten der Firma Syngenta vor. Nachdem sich die Länder nicht einigten konnten und laut den Regularien nun die Kommission am Zug ist, könnte es in der EU also erstmals seit 2010 wieder Anbau-Zulassungen für gentechnisch veränderte Pflanzen geben.

Kritik an Landwirtschaftsminister Schmidt kam auch von Martin Häusling, umwelt- und agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament. Er warf der Bundesregierung vor, sie würde sich ihrer Verantwortung entziehen. Als „irreführend“ bezeichnete Häusling die Umweltrisikobewertungen der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA zu den für den Import vorgeschlagenen Sorten. „Deren Unterkombinationen, die noch gar nicht alle existieren, wurden nicht auf ihre Sicherheit überprüft. Selbst die EFSA bemängelt das Fehlen relevanter Daten, um eine präzise Risikoeinschätzung abzugeben.“ Eine Zulassung wäre deshalb "absolut verantwortungslos", so der Grünen-Politiker.


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