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Abstimmung über Fleischbegriffe für Veggie-Produkte

von Redaktion (Kommentare: 1)


Bratlinge ohne Fleisch sollen als "Frikadellen" beworben werden dürfen. So will es der vor der Abstimmung stehende "Leitsatz zur Benennung von vegetarischen und veganen Lebensmitteln". Symbolbild © Fotolia

Frikadelle, Bratwurst, Schnitzel oder Steak: vegan-vegetarische Produkte dürfen weiterhin so heißen, wie ihre Pendants vom Tier – allerdings nur, wenn der von einem Fachausschuss formulierte „Leitsatz zur Benennung von vegetarischen und veganen Lebensmitteln“ im Deutschen Lebensmittelbuch Beachtung findet. Ein Abstimmungsprozess, bei dem der Leitsatz den Verbänden zur Diskussion gestellt wurde, läuft bereits.

Der Vegetarierbund Deutschland hatte sich im Fachausschuss für die Zulässigkeit von "Fleischbegriffen" eingesetzt. Dagegen waren Bundesernährungsminister Christian Schmidt, der Deutschen Bauernverband (DBV) und der Deutschen Fleischerverband (DFV).

Till Strecker, Leitung VEBU-Politik, sagt: "Die Entscheidung für die Zulässigkeit von Begriffen wie 'veganes Schnitzel' und 'vegetarische Bratwurst' ist im Sinne aller, die informativ und attraktiv gekennzeichnete Produkte kaufen wollen.“ Er erachtet es als sinnvoll, vegane und vegetarische Alternativprodukte mit Begriffen zu kennzeichnen, die auch für Lebensmittel mit tierischen Zutaten verwendet werden, da dadurch viele Eigenschaften eines Produktes auf einen Blick erfassbar seien.

Bereits 2016 setzten sich VEBU und Hersteller dafür ein. Das Rechtssymposium „Veganism and Law“, das Ende Juli tagte, forderte ebenfalls, dass Hersteller Produktnamen wie „Veggie-Wurst“ oder „veganes Schnitzel“ für pflanzliche Fleischalternativen verwenden dürfen.

 Veganes Steak Wheaty Seitan

Ist die Bezeichnung "veganes Steak" zulässig? Darüber entscheidet eine aktuell laufende Abstimmung.
Symbolbild © Katrin Muhl

Fleischfreie "Salami" bleibt auch in Zukunft ein Tabu

Andere Begriffe, die zum Beispiel Fleischteilstücke wie Filet beschreiben, oder sich auf Tierarten beziehen, dürfen dem Leitsatz zufolge nicht für vegan-vegetarische Produkte verwendet werden. Spezielle Bezeichnungen wie "Salami" sollen nur über sprachliche Umwege wie "vegane Tofu-Wurst nach Salami-Art" zulässig sein. "Die Logik, die dem zugrunde liegt, ist nicht erkennbar. Die willkürliche Unterscheidung zwischen verschiedenen Produktkategorien hinsichtlich der zulässigen Benennung und komplizierte sprachliche Konstrukte, ohne dass Handlungsbedarf besteht: Das kann man keinem Verbraucher verständlich machen und das entspricht auch nicht dem Verbraucherinteresse", so Strecker.

Hintergrund: Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission

Die beim Bundesernährungsministerium angesiedelte Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission beschreibt in ihren Leitsätzen die Beschaffenheit von Lebensmitteln und ihre Aufmachung. Das Lebensmittelbuch ist eine wichtige Orientierung für die Lebensmittelbranche und die Rechtsprechung in lebensmittelrechtlichen Fragen.

 


Stichworte:

Politik


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Kommentar von Lucien Reger |

Für mich ist klar dass da masslos übertrieben wird, es werden Probleme gesucht wo eigentlich keine sind. Dass klar vermerkt ist dass es sich bei einem veganen steak um fleischloses Essen handelt, ist gut und wichtig, damit Verbraucher nicht getäuscht werden, aber das ist ja eh der Fall. Da niemand Probleme sieht bei Körpermilch oder ähnlichem, dürfte ja klar sein dass es eigentlich um was ganz anderes geht , nämlich veganen Anbietern das Leben schwer zu machen, und somit die Chance für eine Lebenswerte Welt zu erhalten irgendwie zu verpassen...



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