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Zwölf tote Kühe durch Gen-Mais in der Wetterau?

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der konventionelle Landwirt Gottfried Glöckner aus Wölfersheim zwischen Frankfurt und Gießen baut seit sechs Jahren gentechnisch veränderten BT-Mais an. Dieser Mais trägt die Erbsubstanz von Bacillus Thuringiensis in sich und ist resistent gegen Pestizide, die gegen den Maiszünsler eingesetzt werden. Seit Jahren verfüttert er den Mais an seine Kühe, aber inzwischen ist er nicht mehr so überzeugt davon, dass das richtig war. In letzter Zeit hatte er ein Dutzend Kühe, die auf bislang unerklärliche Weise gestorben sind. Er führt dies mittlerweile auf das neuartige Futter zurück. Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass es selbst nach zwei Jahren Rückstände von Bacillus Thuringiensis im Futter nachzuweisen war. Die Aussagen der Chemiefirma Syngenta, von dem Bauer Glöckner die Gensaat bezogen hat, sei in Frage zu stellen, so ein Interviewpartner des Hessischen Rundfunks, die in der Hessenschau vom 8.12.2003 über diesen Fall berichtete. Diese hatte behauptet, dass sich mögliche Giftstoffe bereits im Pansen der Kuh in kurzer Zeit abbauten. Wissenschaftler fanden hingegen in Pansen und Kot Bt-Rückstände. Die Firma Syngenta lässt diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen und behauptet, dass die allgemeinen Haltungsbedingungen des Landwirts Schuld an dem Tod der Kühe seien.

Unterdessen bleibt die EU in Sachen Gen-Mais gespalten.
Ein von der EU-Kommission befürworteter Antrag zur Vermarktung von genmanipuliertem Süßmais der Schweizer Firma Syngenta hat nicht die erforderliche Mehrheit gefunden. Sechs Staaten, darunter Großbritannien und die Niederlande, stimmten dafür; sechs weitere, unter ihnen Frankreich und Österreich, dagegen. Deutschland enthielt sich der Stimme (warum eigentlich?).

Damit hat das seit 1998 bestehende "De-Facto-Moratorium" für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) mindestens bis zum kommenden Frühjahr Bestand. Nun müssen sich die Agrarminister wieder mit dem Genehmigungsantrag befassen. Bleibt es auch auf Ministerebene bei der jetzigen Patt-Situation, könnte die Kommission im April 2004 die Zulassung des Herbizid- und Insekten-resistenten Maises vom Typ BT-11 im Alleingang anordnen. Während die Gegner der Vermarktung auf nach wie vor bestehende Umwelt- und Gesundheitsrisiken verweisen, sieht die Kommission keinen Grund, an dem Moratorium festzuhalten. Auf Grund der kürzlich in Kraft getretenen strengen EU-Bestimmungen zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von GVO sei das Zulassungsverbot nicht länger gerechtfertigt. Die USA haben gegen europäische Einfuhrrestriktionen bei der Welthandelsorganisation (WTO) geklagt.

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