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ZMP-Studie Bio-Frische im LEH

von Redaktion (Kommentare: 0)


Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Lebensmittelketten in Europa, die sich der Vergrößerung des Bio-Sortiments verschrieben haben. In Großbritannien sind dies Sainsburys, Tesco und Waitrose, in der Schweiz ist es Coop, in Schweden und Dänemark ist es ebenfalls Coop (jeweils unabhängige Unternehmen). In Deutschland sind es Tegut und Feneberg. Die Umsätze, die diese Unternehmen inzwischen mit Bio-Produkten erzielen, gehen über eine Nischenfunktion bei weitem hinaus. Tegut erzielte vergangenes Jahr beispielsweise 8 % des Gesamtumsatzes mit Bio-Produkten, bezogen auf den Foodumsatz waren es sogar 10 %.

Eines der größten Obst- und Gemüseangebote findet man in Italien in den Märkten von Esselunga. Diese Kette mit ihren 110 Supermärkten in Mittelitalien verfügt über nicht weniger als 300-400 Produkte im Bereich Obst und Gemüse. Damit stammt rund die Hälfte des Bio-Sortiments aus dieser Kategorie. Auch bei den konventionellen Lebensmitteln hat sich Esselunga den Marketingspruch "Berühmt für die Qualität" zu eigen gemacht.

Laut CMA/ZMP-Studie "Bio-Frische im LEH" kauft nur jeder Zweite in Deutschland Bio-Produkte. Von den Kunden sind über Zweidrittel (72 %) sporadische oder sehr seltene Käufer, 20 % kaufen gelegentlich Bio und lediglich 8 % kaufen Bio-Produkte häufig ein. Das große Potential liegt darin, Strategien zu entwickeln, wie man aus sporadischen Käufern regelmäßige Kunden macht. Die Gruppe der Nicht-Käufer hingegen von Bio zu überzeugen, dürfte weitgehend vergeblich sein.

Kritische Bemerkungen gibt es zu einigen Sortimentsbereichen. Während Brot mit 2,4 %, Obst mit 1,9 % und Gemüse mit 2,7 % Umsatzanteil bereits einen beachtlichen Stellenwert im herkömmlichen Handel erzielt haben - Kartoffeln bringen es gar auf 5 % -, gibt es Bereiche, in denen sich der Handel nicht ausreichend engagiert. Gemeint sind die Kategorien Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse. Der Anteil am Gesamtumsatz im Lebensmittelhandel beträgt trotz BSE und anderer Skandale bei Frischfleisch gerade einmal 1,5 %. Bei Fleischwaren und Wurst sind es 1,1 %, bei Käse sogar nur 0,8 %. Hier kommt die ZMP-Studie zu dem Schluss: bei Fleischprodukten setze der LEH "allenfalls sporadisch auf die Bio-Karte". Und weiter heißt es: "Beim ebenfalls stiefmütterlich behandelten Käse verpasst der LEH allerdings Potentiale, wenn er sein Bio-Engagement vernachlässigt."

Wie nicht anders zu erwarten, bestätigt die Bio-Frische-Untersuchung, dass ein großer Teil der Bio-Käufer im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sporadische Käufer sind. 72 % gehören zu den Einmal- bzw. den sporadischen Käufern. Zu den regelmäßigen Käufern werden nur 8 % Stammkunden und 7 % Gelegenheitskäufer gerechnet. Fazit: in der Regel ist der konventionelle Supermarkt keine Konkurrenz für Naturkostläden, da er vor allem diejenige Klientel anspricht, die nicht regelmäßig Bio-Lebensmittel einkauft. Bei einem sich weiter verbessernden Angebot ist jedoch auch mit steigenden Umsatzzahlen und größerer Konstanz der Kunden zu rechnen.

"Bio-Frische im LEH", Fakten zum Verbraucherverhalten, ZMP/CMA 2003, Band 45, Bonn
http://www.zmp.de

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