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Wachstumsfinanzierung in der Bio-Branche

von Redaktion (Kommentare: 0)


Anfang Oktober 2003 erschien die Studie Wachstumsfinanzierung in der Branche für Bio-Lebensmittel, in der der Stand von Investitionsplanungen, die Höhe der geplanten Ausgaben sowie Probleme und Art der Kapitalbeschaffung differenziert dargestellt wurde.
Unterschieden wurde nach Öko-Erzeugergemeinschaften, Bio-Herstellern, Bio-Großhandel, Facheinzelhandel und Lieferdiensten. Antworten von 146 Unternehmen wurden ausgewertet. Größere Investitionen sind vor allem von Seiten der Bio-Hersteller vorgesehen.

Die Bio-Lebensmittelbranche hat einen erheblichen kurz- bis mittelfristigen Kapitalbedarf für Erweiterungsinvestitionen. Die Branche, so die Ergebnisse, ist weiterhin auf Wachstum einstellt. Insbesondere die Lebensmittelhersteller planen überdurchschnittlich viele Investitionsvorhaben. Hingegen sind Naturkostladen-Betreiber eher zurückhaltend.
Die Kapitalbedarfsabfrage innerhalb der nächsten 12 Monate, 24 Monate und 36 Monate zeigte einen hohen Anteil an Beträgen bis zu 100.000 EUR. Eine Größenordnung, für die neben der herkömmlichen Bankenfinanzierung kaum institutionelle Finanzierungsinstrumente existieren.

Bei der Finanzierung der Vorhaben spielt die Hausbank-Finanzierung eine zentrale Rolle. Von den eingereichten Kreditanträgen der Untersuchungsgruppe wurden im Zeitraum 1998 bis 2002 knapp ein Fünftel der Anträge abgelehnt. Die Ablehnungsquote lag bei Bio-Supermärkten, Naturkostläden, Bio-Großhändlern und Reformhausfilialisten zum Teil deutlich über 20%. Gründe sind nach Angaben der Kreditinstitute in mangelnder Transparenz, zu wenig Eigenkapital und fehlenden Sicherzeiten zu suchen. Allerdings häufig auch in einem Mangel an Informationen bei den Finanzdienstleistern.
Vor dem Hintergrund der veränderten Kreditvergabebedingungen kann angenommen werden, dass die Ablehnungsquote in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Damit erschwert sich die Kapitalbeschaffung über Hausbankkredite.

Weitere Themen der Studie, die von den Unternehmensberatungen Mercabio, Klaus Braun sowie dem Journalistenbüro Ecoreporter durchgeführt wurde, sind: Möglichkeit der Änderung der Eigentümerstruktur, Finanzierungsformen (Privatdarlehen, Hausbank, Lieferantenkredite), Höhe des Kreditvolumens und Gründe für die Ablehnung von Krediten seitens der Kreditgeber.

Im Jahr 2002 wurde der Gesamtumsatz der Naturkostläden mit rund 772 Mio. EUR (26 % des Gesamtumsatzes mit Bio-Lebensmitteln) geschätzt. Von den insgesamt 1241 angeschriebenen Naturkostunternehmen haben nach einer Nachfaßaktion 146 geantwortet. Die Hersteller von Bio-Lebensmitteln (32,9 %), die Naturkostfachgeschäfte (27,4 %) und die Bio-Supermärkte (14,4 %) waren in der Untersuchung zahlenmäßig am stärksten vertreten.

Die 21 Bio-Supermarkt-Unternehmen planen vor allem Investitionen in Filialgründungen (11x), Geschäftsausstattung (9x) und EDV (5x). Häufig wird von Seiten der Bio-Supermärkte ein Kapitalbedarf von über 100.000 Euro genannt. Investitionen sind bei 16 der 21 Befragten geplant.
Rund die Hälfte der Bio-Supermarktunternehmen kann sich eine Veränderung der Eigentümerstruktur in ihrem Unternehmen vorstellen. Die Gründe hierfür sind in etwa gleich verteilt auf Altersregelungen, Einbindung von weiterem Kapital oder strategische Partnerschaften.

Insgesamt scheinen die Unternehmer der Branche nicht ausreichend über alternative Finanzierungsmodelle informiert zu sein, schlussfolgert die Studie. Allerdings fühlten sich die Bio-Supermarktbetreiber überdurchschnittlich gut informiert. Während in der Untersuchung insgesamt rund Dreiviertel der Unternehmen angaben nicht ausreichend informiert zu sein, war dies bei den Bio-Supermarkt-Betreibern nur jeder zweite. Der Grund: Diese hatten in den letzten zwei bis drei Jahren für ihre Unternehmensgründung bzw. für die Ausdehnung ihrer Filialnetze einen hohen Fremdkapitalbedarf und mussten sich daher intensiv mit Finanzierungsalternativen beschäftigen.
Fazit: Die Studie zeigt die derzeitige Problematik auf und bietet einige interessante Detailinformationen. In einer konkreten Situation und der Argumentation mit Finanzdienstleistern, um die Vergabe von Krediten, dürfte sie jedoch nicht weiterhelfen.

Die Studie kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.


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