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Polen: Goldenes Verdienstkreuz für Bio-Pioniere


Zum 20. Geburtstag der Vereinigung von Bio-Lebensmittelproduzenten  Ekoland wurde Menschen, die jahrelang für den Ökolandbau gearbeitet hatten, durch den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski eine Auszeichnung für ihre Verdienste in der Bio-Landwirtschaft verliehen. Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für die gesamte Bio-Branche und eine Würdigung für die Menschen, die ihre Arbeit der Entwicklung der Branche widmen. Die Auszeichnung wurde am 15. Nationalen Öko-Erntetag, dem 12. September 2009 in Przysiek durch Jan Krzysztof Ardanowski überreicht, dem landwirtschaftlichen Berater des Präsidenten.

Die folgenden Personen erhielten das Goldene Verdienstkreuz:


Urszula Cackowska-Wyrwicka, eine Landwirtin, für ihre Initiative zur Kundenaufklärung, für traditionelle Verarbeitung und deren Präsentation und für die Organisation von mehr als 50 Treffen auf Bio-Höfen, die sogenannten Otwarte Wrota – Tage der offenen Tür auf Höfen.

Dorota Metera (ihr wird im Bild links gratuliert) für viele Jahre im Bio-Landwirtschaftsrat, für 20 Jahre freiwillige Arbeit für das Land und für den Schutz der polnischen Landwirtschaft, für Rechtsberatung und Bildungsaktivitäten und für die allgemeine Unterstützung von Landwirten. Sie ist seit zehn Jahren Vorstand der Zertifizierungsorganisation Bioekspert und repräsentiert gegenwärtig die polnischen Mitglieder in der IFOAM-EU-Gruppe. (Bild: Józef Tyburski, Dorota Metera, Urszula Cackowska-Wyrwicka, Zbigniew Przybylak)

Jadwiga Wietrzna für die Einrichtung der Vereinigung  Polska wolna od GMO - gentechnikfreies Polen.
Jozef Tyburski, Wissenschaftler an der Universität Warmia und Mazury, für bemerkenswerte wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Bio-Landwirtschaft. Er widmet sein Berufsleben der Bio-Landwirtschaft und war seit Gründung fester Bestandteil von Ekoland.

Zbigniew Przybylak, der Herausgeber der Zeitschrift Eko-Arka, für die Teilnahme einer Initiative Ekolands zur Stützung der Bio-Landwirtschaft und für die Vorbereitung von Pressemitteilungen über Bio-Landwirtschaft und Bio-Lebensmittel.

Danuta Pilarska, Vorsitzende von Ekoland, erhielt ebenfalls eine Auszeichnung. Sie ist Organisatorin etlicher Treffen von Landwirten in  Polen und arbeitet für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der polnischen Landwirte sowie gegen Gentechnik.
(Bild rechts: Die Präsidentengattin Maria Kaczyñska, rechts, sowie Jolanta Kamieniecka vom Institut für Nachhaltige Entwicklung, links). 

 

Michal Leszczyc-Grabianka erhielt vom Präsidenten die Auszeichnung Polonia Restituta für die Bewerbung der Bio-Landwirtschaft bei Radio Maryja. Er organisierte etliche Treffen mit Landwirten in Polen, die Erntetage in Jasna Góra sowie Klausurtagungen und Lesungen. Er war vom 16. Dezember 1981 bis zum 24. Februar 1982 während der Zeit des Kriegsrechtes inhaftiert. Der Bio-Obstanbauer Janusz Futoma wurde als Vorsitzender des Präsidenten-Erntetages gewählt. Am 20. September 2009 übergab er in Spala das Symbol der gelungenen Ernte – ein Brot aus neuem Getreide (siehe Bild ganz oben) – an den Präsidenten und seine Gattin.

Die Bio-Landwirtschaft Polens begann noch zu Zeiten der kommunistischen Regierung in den frühen 80-er Jahren sich zu entwickeln. Damals fanden einige Kurse zum biodynamischen Anbau im Land statt. Nach dem politischen Umbruch im Jahre 1989 wurde Ekoland als eine der ersten nichtstaatlichen Organisationen im neuen demokratischen System anerkannt. Die ersten Zertifikate Ekolands wurden 1990 an 29 Bio-Landwirte vergeben. Eine große Wachstumswelle war durch den Beitritt in die EU zu verzeichnen und durch das Gewähren von Subventionen im Rahmen des Agrar-Umweltprogramms.  Im Jahr 2008 belief sich die Anzahl an Bio-Höfen in Polen auf 14,896 (etwa 1 % der Gesamtanzahl von Höfen), einschließlich 6627 in Umstellung und 236 Verarbeitern. Insgeamt wurden 314,847 Hektar Land (2 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche) für den Anbau nach Bio-Richtlinien genutzt.
(Bild: Erdbeerfeld südlich von Warschau)
 

Aus Ab-Hof-Verkäufen und Wochenmärkten entwickelten sich etliche Vertriebskanäle wie beispielsweise Naturkostläden, Supermärkte und Internetverkäufe. Konsumenten werden über Bio-Produkte via Fernsehen und Radio informiert, und es gibt an einigen landwirtschaftlichen Universitäten Studienzweige für Bio-Landwirtschaft. Die lokalen Verwaltungen verwirklichen in ihren Programmen Bio-Landwirtschaft und Förderungsprogramme. Viele der Träume konnten in Polen bereits umgesetzt werden, jedoch werden in Zukunft noch mehr Bio-Produkte benötigt.
 

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