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Leitlinien zur Koexistenz gentechnisch veränderter, konventioneller und ökologischer Landwirtschaft

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die EU - Kommission hat Leitlinien für die Erarbeitung einzelstaatlicher Strategien und geeigneter Verfahren für die Koexistenz gentechnisch veränderter, konventioneller und ökologischer Kulturen verabschiedet. Die Frage der Koexistenz betrifft die möglichen wirtschaftlichen Einbußen und die Auswirkungen der Vermischung gentechnisch veränderter und nicht veränderter Kulturen sowie die geeignetsten Maßnahmen zur Betriebsführung, um diese zu minimieren.

Es wird ein Katalog von technischen Maßnahmen empfohlen. Die Kommission erlaubt den Mitgliedstaaten nur "im Notfall" ein Verbot von gentechnisch verändertem Anbau auf regionaler Ebene. Deswegen ist die Empfehlung unzureichend. Auf Grund eines Änderungsantrages der Grünen und mit Beschluss des EP wurde die Kommission gezwungen, anstatt einer unverbindlichen Mitteilung Leitlinien für die Mitgliedstaaten vorzulegen, welche dann ihrerseits einzelstaatliche Maßnahmen treffen können. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich GVO-Pflanzen bei großflächigem Anbau in andere Felder und die gesamte Natur ausbreiten können. Ohne klare gesetzliche Regelungen droht die schleichende Verunreinigung mit genmanipulierten Pflanzen bei Lebens-, Futtermitteln und Saatgut. Um die Wahlfreiheit der Verbraucher zu erhalten, sind viele ökologische und auch konventionelle Betriebe auf eine ungefährdete Produktion angewiesen.

Das EU-eigene Joint Research Centre in Ispra (Italien) ermittelte für Schutzeinrichtungen vor Verunreinigungen durch genmanipulierte Pollen Mehrkosten von bis zu 41 % gegenüber den derzeitigen Produktionskosten. Das neue EU-Recht wie auch die Empfehlung der Kommission sehen dabei in erster Linie die Hersteller und Anwender gentechnisch veränderter Organismen in der Pflicht, die gentechnische Kontamination konventioneller und ökologisch hergestellter Produkte zu verhindern. Noch immer aber drückt sich die Kommission vor der Frage der Haftung für Schäden. Bis dahin aber sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, in einen Wettbewerb um die besten Lösungen einzutreten und damit der Hasenfüßigkeit der Kommission entgegenzutreten. Näheres unter http://www.hiltrud-breyer.de.

(4.11.03)

Stichworte:

Gentechnik


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