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Gentech: Farmer unterliegt vor kanadischem Gericht gegen Konzern


Am 21.Mai 2004 hat Kanadas Oberster Gerichtshof in letzter Instanz gegen den Farmer Percy Schmeiser und zugunsten des Chemie- und Saatgutkonzerns Monsanto entschieden. In einem grotesken Rechtsstreit wurde Schmeiser, der seit Jahrzehnten Raps anbaut, von Monsanto auf die Zahlung von Lizenzgebühren verklagt. Grund: In seinen Beständen war die gentechnisch veränderte Rapssorte "Canola Roundup Ready" aufgetaucht. Eine Gegenklage Schmeisers auf genetische Verunreinigung seiner Felder wurde dagegen abgewiesen.

Die BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie hält diese höchstrichterliche Entscheidung gegen Schmeiser für einen bedrohlichen Präzendenzfall, denn es laufen zahlreiche weitere, weniger bekannte Klagen gegen Farmer in
Kanada und den USA. "Das Eindringen des Erbguts gentechnisch veränderter Pflanzen in konventionelle Bestände mit anschließender Lizenzforderung ist ein ganz besonderer Fall von Biopiraterie", so Kampagnensprecherin Sandra Blessin, "denn die Kombination von biologischer Invasion und juristischer Attacke ebnet den Weg für eine landwirtschaftliche Technologie die zwar mehrheitlich auf Ablehnung stößt, einer Minderheit jedoch kräftige Profite
verspricht." In Europa wurde kürzlich das Moratorium zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu Fall gebracht. Angesichts des invasiven Charakters transgener Sorten ist in Zukunft auch in Europa mit Fällen dieser Art zu rechnen und es bleibt abzuwarten, wie solche Rechtsstreitigkeiten dann in Europa gehandhabt werden.

http://www.biopiraterie.de (11.06.04)

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