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Naturkosmetik: Mit den Konventionellen mithalten

von Katrin Muhl (Kommentare: 0)


NaturkosmetikCamp 2018 Gruppenfoto
120 Teilnehmer verbrachten beim fünften NaturkosmetikCamp zwei Tage auf dem Landgut Stober in Brandenburg. © NaturkosmetikCamp/Jasmin Walter

Greenwashing, Digitalisierung und Kommunikation waren vieldiskutierte Themen beim fünften NaturkosmetikCamp. Das Motto rief die Teilnehmer auf, Farbe zu bekennen.

Kurz gefasst:

  • Konventionelle spielen erfolgreich die Themen der Naturkosmetikbranche.
  • Naturkosmetik-Hersteller müssen gegensteuern. Es gibt den Wunsch nach einer gemeinsamen Kommunikation.
  • Wichtige Megatrends für die Naturkosmetikbranche sind Digitalisierung und Urbanisierung. 

„Naturkosmetik bedeutet ein Bekenntnis zu Werten, erst dann kommt der Profit“, antwortete Wolfgang Falkner auf die Frage, was er mit dem Motto „Farbe bekennen“ verbinde. Falkner ist Inhaber von The CampCompany, die das NaturkosmetikCamp Ende Juni zum fünften Mal veranstaltet hat. 120 Fachleute nahmen teil, darunter vor allem Hersteller, Lieferanten, Kosmetiker, Blogger und Journalisten, die zwei spannende Tage auf dem Landgut Stober in Brandenburg verbrachten.

Konventionelle Konkurrenz gibt sich öko

Diskussionsrunden, Workshops und die große Geburtstagsfeier mit Torte zum Fünfjährigen boten Gelegenheit zum Austausch unter den Branchenkollegen. „Sollen Naturkosmetik-Unternehmen politisch sein?“, fragte Annemike Salonen, von business2women. Ja, fand die Mehrheit derer, die mit ihr über Markenprofile diskutierten. „Naturkosmetik-Unternehmen haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, hielt die Protokollantin der Session als Begründung fest. Und während sich Naturkosmetik-Hersteller eifrig bemühen, um diesem eigenen Anspruch gewissenhaft nachzukommen, geben sich die konventionellen Konkurrenten einen Anstrich, der im Licht des anhaltenden Öko-Trends immer grüner wird und die zertifizierte Naturkosmetik blasser aussehen lässt, als sie es selbstverständlich ist, wie Hassaan Hakimvon Yool, Werbeagentur für Nachhaltigkeit, an Werbeclips von Dove und Pantene beispielhaft zeigte.

Naturkosmetik-Bloggerin Julia Keith
Beim großen Zukunftsthema Transparenz hätten Naturkosmetik-Hersteller einiges mitzuteilen, sagte Naturkosmetik-Bloggerin Julia Keith (beautyjagd.de) in ihrer Keynote zur Eröffnung. © NaturkosmetikCamp/Jasmin Walter

Digitale Kommunikation stärker nutzen als bisher

Bloggerin Julia Keith, beautyjagd.de, sprach das Problem in ihrer Eröffnungsrede an: „Hersteller von Naturkosmetik könnten digitale Kommunikationswege noch viel stärker nutzen als bisher. Gerade beim großen Zukunftsthema Transparenz hätten sie ja einiges mitzuteilen, weil sie meist eine gute Gründungsgeschichte, aber eben auch ein verantwortungsvolles Sourcing von Rohstoffen haben.“

Die Digitalisierung gehört klar zu den Megatrends, denen sich die Naturkosmetik nicht verschließen darf. Zu diesem Schluss kam man in der Diskussion um die Frage „Welche Megatrends beeinflussen die Naturkosmetik?“, die Natalie Follmann, kaufmännische Leiterin und Prokuristin bei der KHK GmbH, gestellt hatte. Kunden würden mittlerweile erwarten, dass Naturkosmetik-Unternehmen digital aktiv sind, und die Digitalisierung würde maßgeblich die Kaufentscheidung beeinflussen. Unternehmen müssten außerdem bedenken: Die Digitalisierung bietet eine geringe Eintrittsbarriere in den Markt, der in der Konsequenz rasch wächst.

Urbanisierung bietet neue Marktchance

Ein weiterer Trend, den die Naturkosmetik-Branche für sich nutzen müsse, sei die Urbanisierung, auf die man mit Anti-Pollution-Linien oder Urban Detox reagieren könne. Um die sogenannte Wissenskultur komme schlicht niemand herum, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Naturkosmetik-Hersteller sollten sich deshalb um eine transparente Kommunikation bemühen. Spontane Ideen waren: Lieferanten auf der Webseite preisgeben oder ein Online-Lexikon zu Inhaltsstoffen anbieten. Doch: „Kommunikation ist eines der schwierigsten Themen“, gestand sich die Gruppe ein. Sie ist aber auch eines der wichtigsten Werkzeuge, um sich vom Green Washing konventioneller Marken abzugrenzen.

In verschiedenen Sessions wurde der Wunsch nach einer gemeinsamen Kommunikation der Naturkosmetik-Branche laut. Ganz im Sinne von Falkner, der sich wünscht, die einzelnen Naturkosmetik-Unternehmen würden im Wettbewerb gegen Konventionelle enger zusammenarbeiten.


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