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Europäischer Bio-Markt wächst auf über 33 Milliarden Euro

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die FiBL Infografik zeigt die für 2016 erhobenen Einzelhandelsumsätze für Bio-Produkte in Europa.

Die FiBL Infografik zeigt die für 2016 erhobenen Einzelhandelsumsätze für Bio-Produkte in Europa.

Die Europäische Union ist nach den Vereinigten Staaten der weltweite zweitgrößte Binnenmarkt für Bioprodukte. Die Bio-Einzelhandelsumsätze legten 2016 in Europa um 11,4 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro zu, die Bio-Umsätze in den EU-Staaten übersprangen die 30 Milliarden-Grenze deutlich und erreichten 30,7 Milliarden Euro. Die Zahlen wurden traditionell vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und Partnern ermittelt und auf der Biofach vorgestellt.

Zweistellige Wachstumsraten der Einzelhandelsumsätze

Zum zweiten Mal seit der Finanzkrise 2008 konnte der europäische Markt wieder ein zweistelliges Wachstum verzeichnen. Mit 11,4 Prozent, in der Europäischen Union sogar 12 Prozent, legten die Verkaufszahlen 2016 zu. Die Pro-Kopf-Verbraucherausgaben für Biolebensmittel haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt: Laut Statistik gaben die Konsumenten in der Europäischen Union 61 Euro pro Person und Jahr aus, in Gesamteuropa waren es 41 Euro. Den höchsten Bio-Prokopfverbrauch haben mit 274 Euro die Schweizer, gefolgt von den Dänen (227 €) und Schweden (197 €). Deutschland lag mit 116 € an siebter Stelle.

Der französische Naturkosthandel legte in 2016 über 20 % zu.

Der französische Naturkosthandel legte in 2016 über 20 % zu. Foto © Kai Kreuzer

Frankreich beeindruckte mit 22 Prozent Zuwachs

In einigen Ländern nähern sich Biomarktanteile der Zehn-Prozent-Marke. So hat Dänemark als EU-Einzelstaat mit 9,7 Prozent den höchsten Bioanteil am Lebensmittelmarkt (Stand 2016), gefolgt von Luxemburg mit 8,6 Prozent und der Schweiz (8,4 %). Einzelne Produkte und Produktgruppen haben sehr hohe Anteile in den jeweiligen Gesamtmärkten. Bio-Eier beispielsweise machen in mehreren Ländern mehr als 20 Prozent des Wertes aller verkauften Eier aus.

Einige europäische Länder glänzten 2016 mit hohen zweistelligen Wachstumsraten. Frankreich, Irland, Dänemark und Norwegen legten um 20 Prozent und mehr zu. Auch Italien, Finnland, Österreich und Schweden wuchsen kräftig - zwischen 12 und 14 Prozent. Der französische Bio-Markt wuchs 2016 nach etlichen guten Jahren 2016 sehr dynamisch und konnte mit einem Plus von 22 Prozent auf 6,74 Mrd. Euro nahe an den deutschen Spitzenplatz heranrücken.

Starkes Wachstum im französischen Naturkosthandel

Besonders beeindruckend im zweitgrößten Bio-Markt Europas das stattliche Wachstum von 24 Prozent im Naturkosthandel dessen Marktanteil bei 37 Prozent liegt. Der Bio-Umsatz der französischen Supermärkte, die 45 Prozent des gesamten Bio-Umsatzes ausmachten, wuchs um stolze 22,5 Prozent. Neben dem Bio-Markt entwickelte sich auch die französische Bio-Fläche prächtig auf 1,54 Mio. ha in 2016. Laut der staatlichen Bio-Markt-Agentur AgenceBio stammten 71 Prozent der verkauften Bio-Produkte aus Frankreich. Das Nachbarland sei ein gutes Beispiel, wie die Produktion mit dem Marktwachstum mitwachsen kann, wenn die Politik die gesamte Wertschöpfungskette unterstützt und die Kunden bereit sind, entsprechende Preise zu zahlen, schreibt der BÖLW in einer Analyse in seinem Marktbericht "Zahlen - Daten - Fakten".

Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt - die Zahl der Produzenten entwickelte sich positiv.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt - die Zahl der Produzenten entwickelte sich positiv. Foto © Oekolandbau.de

Über 370.000 Bioproduzenten - 

Die Anzahl der Produzenten in der EU wuchs 2016 um zehn Prozent auf fast 300.000 und um 7 Prozent in Europa auf mehr als 370.000 Bioproduzenten. Die Türkei ist das Land mit den meisten Betrieben (fast 68.000). Besonders bei der Verarbeitern und Importeuren stellt die Statistik ein starkes Wachstum fest. Es gab fast 66.000 Bioverarbeiter in Europa und knapp 63.000 in der Europäischen Union. Fast 4.700 Importeure wurden in Europa gezählt und fast 4.000 in der Europäischen Union. Ein besonders starkes Wachstum verzeichneten die Importeure, die sowohl in Europa als auch in der Europäischen Union zweistellig zulegten. Das Land mit der größten Anzahl an Verarbeitern war Italien (fast 17.000), während Deutschland die meisten Importeure aufwies (fast 1.600).

Die ökologische bewirtschaftete Fläche in Europa wächst kontinuierlich.

Die ökologische bewirtschaftete Fläche in Europa wächst kontinuierlich. Foto © Oekolandbau.de

Biolandwirtschaftsfläche um fast eine Million Hektar ausgeweitet

Die Biofläche nahm in Europa und in der Europäischen Union um fast eine Million Hektar zu, was einem Zuwachs von 6,7 Prozent in Europa und 8,2 Prozent in der Europäischen Union entspricht. Das Wachstum war höher als im Jahr 2015 und deutlich höher als in den ersten Jahren des laufenden Jahrzehnts. Im Jahr 2016 verzeichnete Italien über 300'000 Hektar mehr als im Jahr 2015 und Frankreich über 200.000 Hektar mehr. 2016 wurden in Europa 13,5 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftet (Europäische Union: 12,1 Millionen Hektar). Mit mehr als 2 Millionen Hektar ist Spanien nach wie vor das Land mit der grössten Biofläche in Europa, gefolgt von Italien (1,8 Millionen Hektar) und Frankreich (1,5 Millionen Hektar). In Europa (und weltweit) weist Liechtenstein mit 37,7 Prozent den höchsten Bioanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf, gefolgt von Österreich, dem Land in der Europäischen Union mit dem höchsten Bioanteil. Neun europäische Länder gaben an, dass mindestens 10 Prozent ihrer Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet wird. 

Die Erhebung zum biologischen Landbau in Europa wird von FiBL und AMI durchgeführt. Die FiBL-Datenerhebung  erfolgte im Rahmen der globalen Erhebung zum biologischen Landbau, welche vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), dem Internationalen Handelszentrum (International Trade Centre ITC), der NürnbergMesse und IFOAM - Organics International unterstützt wird.

Interaktive FiBL Statistik  Europa


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