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Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!


Kommentar von Martina Merz |

Was ist das Ziel des Biofachhandels, was war unser ursprünglicher Beweggrund, den Biomarkt zu entwickeln?
Möglichst viele Bioflächen und möglichst hoher Qualität.
Möglichst viel Bio in unterschiedlichen Qualitäten für möglichst viele Menschen.
Gilt dieses Ziel noch?

Wenn ja MÜSSEN wir uns anderen Vertriebsformen gegenüber mehr öffnen, unter 2000 Vertriebsstätten im klassischen Biofachhandel reichen für nicht aus und ZWINGEN alle Akteure mehr oder weniger offen in andere Absatz-Kanäle und in unnötige Zusatzkosten und Ressourcenverschwendung für 2-Marken-Strategien. Das schwächt unser Ziel und ist vor allem ängstliche Besitzstandswahrung!
Die bisherige, klassische, exklusive Fachhandelsdenke stellt sich (arrogant und elitär) über die Realität der Menschen - unserer Kunden - in ihrem Einkaufsverhalten.
Es braucht ein erneuertes Verständnis von Branchenkraft und Veränderungswillen, das die Existenz der bisherigen Player versteht und berücksichtigt - und neue, innovative, engagierte Akteure nicht ausschließt. Die jetzige Diskussion darüber kann die Chance für eine echte Erneuerung sein. Nutzen wir sie?!
#VerstehenStattVorwürfe #biofachhandelneudenken #nachhaltigkeitVoranbringen

Kommentar von Hartmut Heintz |

Hätte Rudolf Steiner die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die daraus resultierenden Erzeugnisse für einen begrenzten Kreis von Menschen und für einen bevorzugten Teil der Erde angeregt, es gäbe vermutlich eine Loge oder einen exklusiven Club mit abgeschotteten Zugangswegen.
Er hat aber seine Anregungen für die ganze Erde und für die ganze Menschheit gegeben!
Dass damit achtungsvoll, wert- und qualitätserhaltend umgegangen wird, und dass sich dafür Bauern, Verarbeiter und Händler sowie Konsumenten verantwortlich und in der Pflicht sehen, gebührt der Ehre Rudolf Steiners und dem Qualitätserhalt der Sache.
Für uns Winzer erfüllten dies vor 20, 25 Jahren die inhabergeführten Bioläden als Partner im Markt. Viele von den damaligen Läden haben den Wandel nicht geschafft, sind von Systemern, Biofilialisten überholt und in der Zeit hinweggefegt worden. Wer hat da die Fachhandelstreue honoriert und verteidigt? Nur wer bereit zum Wandel ist und war, hat heute davon noch Bestand.
Nun gibt es wachsende Verbraucherschichten, die biologisch-dynamische Erzeugnisse qualitativ anerkennen, sie aber in ihren gewohnten Einkaufsstätten und Wegen beziehen möchten. Warum auch nicht, denn der gute EDEKA-Kaufmann oder die freundliche REWE-Filialleiterin ist qualitativ nicht schlechter geschult, als der Mitarbeiter der 131sten Bio-Discount-Filiale. Mit tegut…, Feneberg etc. klappt es doch auch seit vielen Jahren!
Geben Sie dem fairen Wettbewerb eine Chance! Die innovativen, inhabergeführten Bio-Läden zeigen nun schon lange, dass echte Dienstleistung. fachliche Kompetenz, persönliches Interesse am Kunden und Servicebereitschaft von den Käufern honoriert werden. Mögen sich nun die Bio-Filialisten ebenso diesem Wettbewerb mit innovativen Ideen stellen.
Es werden durch den Vertrieb von DEMETER-Erzeugnissen im guten LEH auch neue Konsumenten für den Biofachhandel entstehen, wenn die im LEH entdeckte Qualität Lust auf mehr Vielfalt und Individualität macht. Hier kann der Biofachhandel dann mit Kompetenz überzeugen.
Nicht zuletzt übernehmen gerade in den ländlichen Gegenden häufig REWE und EDEKA die Versorgungsaufgabe mit guten Bio-Lebensmitteln, der nächste Bio-Supermarkt liegt oft zu weit entfernt.
Am Beispiel des Deutschen Demeter-Weinbaus wird mehr und mehr deutlich sichtbar: Der Deutsche Bio-Fachhandel ist nicht bereit oder in der Lage, die DEMETER-Weine, die in unserem Land erzeugt werden, zu vermarkten. Winzer, die ihre Reben bereits biologisch-dynamisch pflegen oder bereit für die Umstellung dazu sind, finden in den aktuellen Fachhandelsstrukturen des Biohandels nicht genügend Abnehmer oder aber die Bereitschaft, den notwendigen Preis für die qualitativ hochwertige Erzeugung zu gewähren. Auch hier sind in der Regel die inhabergeführten Läden die engagierte Ausnahme.
An die Unternehmen aus dem Handel, Großhandel, die einer Öffnung der Markenstrategie entgegen stehen, gerichtet: Sie haben es doch in der Hand, die nach wie vor kleine Menge an DEMETER-Erzeugnissen in den Vertriebswegen zu steuern! Nehmen Sie die Ernten der Deutschen DEMETER-Bauern und Winzer in Ihre Vertriebswege auf und zahlen den angemessenen Preis dafür, dann bedarf es gar keiner ausschließender Regelungen für die Vermarktung von DEMETER-Erzeugnissen. Dann haben Sie den Vorrang gegenüber dem klassischen LEH.

Kommentar von Georg Kaiser |

MEINE MEINUNG : DEMETER-MARKE NUR FÜR LÄDEN MIT MINIMUM 75% BIOANTEIL.// BIODYN-SIEGEL ALLE
Es ist doch so, dass wir als Fachhandel (incl. Reformhaus etc. ) immerhin 80% der DEMETER-Produktion absetzen – aus Überzeugung und weil wir glauben, dass die biodynamische Landwirtschaft die nachhaltigst mögliche Landwirtschaft ist. Viele Fachhändler sind DEMETER-Aktivpartner und unterstützen die biodynamische Gemeinschaft damit ideell und finanziell.

In der aktuellen Situation geht es uns nicht darum, den Absatz von biodynamischer Produktion zu begrenzen. Unser Ansinnen war es in den letzten Wochen, dafür zu werben, dass die Handelsakteure die über Jahrzehnte gemeinsam mit den Bauern und Verarbeitern den Markenwert DEMETER entwickelt haben auch künftig eine besondere Beziehung zueinander erhalten.
Wir sehen eine Wertschätzung für diese lange gemeinsame Aufbauarbeit darin erfüllt, indem man sich auf eine Vermarktung der DEMETER-(Co-)Marke im Fachhandel einerseits - und dem Biodynamischen Siegel auf Produkten für unterschiedliche (konventionelle) Kanäle andererseits - verständigen könnte.
Dies verhindert die Schwächung des Fachhandels und stärkt die Absatzmöglichkeiten der Erzeuger. Im Biofachhandel (+Reformhaus/ Metzger, Bäcker/ Spezialhandel;z.B.Weinhandel) mit der DEMETER-Co-Marke und dort, wo ein Hersteller keinen Absatz im Fachhandel findet, mit dem Biodynamischen Siegel im Konventionellen Handel.
Sie müssen bitte anerkennen, dass es schon schwierig für einen Premium-Marke, wie DEMETER ist, wenn sie neben dem billigsten konventionellen und damit massiv gespritzten und synthetisch hochgedüngten Wein ihr Leben fristen muss. Im Bio-Fachhandel ist das Produkt in einem Umfeld, dass sich seit Anbeginn zu (fast immer) 100% Bio bekannt hat.

Die konventionellen Händler sind dadurch, dass viele ihrer „Marken“ in den Discount abgewandert sind unter Druck geraten. Für den überwiegenden Teil dieser Händler ist Bio und Demeter meist nur eine Möglichkeit die Margen wiederzugewinnen, die sie mit den konventionellen Marken an den Discount verloren haben. Darum herrscht jetzt auch so viel Druck. Das mag für Einzelne nicht stimmen – aber es sind dennoch EINZELNE.
Für den Biofachhandel ist das Überleben und die Glaubwürdigkeit der Biolandwirtschaft existentiell - für den konventionellen Händler nur eine weitere Möglichkeit mit einer Spezial-Categorie, Umsatz und Marge zu machen.
Der DEMETER-Erzeuger oder Hersteller, der dieses Bedürfnis der konv. Händler erfüllen möchte, kann das natürlich tun. Aus unserer Sicht dann bitte mit dem Biodynamischen Siegel.

Alles, was jetzt den Delegierten an qualitativen Kriterien und Beschreibungen eines „akkreditierten Handels“ vorgelegt werden soll, ist viel zu komplex. Das wird weiter für Zündstoff sorgen.

Die Klarheit – und die einhergehende Möglichkeit alle Erzeugnisse entweder unter DEMETER-Marke (für 75%+) oder Biodynamischem Siegel (für ALLE) absetzen zu können, sollte doch eigentlich wieder alle Erwartungen unter einen Hut bringen.



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