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BioFach-Rückblick: Volle Hallen – zufriedene Aussteller

von Karin Heinze (Kommentare: 0)


BioFach Eröffnung mit viel Polit-Prominenz und

Bild: BioFach-Eröffnung mit viel Polit-Prominenz und "Freude schöner Gotterfunke". Foto: NürnbergMesse

Neuer Besucherrekord und stark gestiegene Ausstellerzahlen: Bei der NürnbergMesse zeigte man sich vollauf zufrieden mit den vier Tagen BioFach und Vivaness. Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung und Danila Brunner, Abteilungsleiterin BioFach und Vivaness waren begeistert vom Zuspruch und von der guten Stimmung in den Hallen. Allerdings sei man dieses Jahr mit dem Fachmessen-Duo an die Kapazitätsgrenzen auf der besteheden Ausstellungsfläche geraten, habe sogar unter Platzmangel gelitten, so Danila Brunner. Um den Wünschen und Bedürfnissen der Aussteller und Besucher im nächsten Jahr optimal gerecht zu werden, habe die Messe reagiert. „Halle 4A wird 2018 für die internationalen Aussteller zusätzlich zur Verfügung stehen, Halle 8 für die deutschen Unternehmen", kündigte Brunner an.

Starker Besucherandrang ab dem ersten Tag.

Bild: Starker Besucherandrang ab dem ersten Tag. Foto: NürnbergMesse

Vonseiten der Aussteller hörte man am letzten Messetag ebenfalls viele positive Stimmen. Allerdings war Deutschland für viele als Land des Jahres zu wenig in Erscheinung getreten. Zwar waren die Bundesländer mit großen Ständen präsent und es wurde ein Rundgang mit 65 Stationen zu deutschen Vorzeige-Unternehmen angeboten und auch bei der Party am Freitagabend stand Deutschland im Mittelpunkt - offenbar jedoch war das insgesamt zu wenig und ging im Messetrubel unter.

ZÖL – Lob für das Strategiepapier

MIt Spannung erwartet worden war die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau (ZÖL). Zum Auftakt der BioFach stellte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Eckpunkte der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau (ZÖL) vor. Er bekräftigte das Ziel des Ministeriums 20 Prozent Öko-Landbaufläche erreichen zu wollen und dafür auch entsprechenden Absatz zu finden. Die Außer-Haus-Verpflegung nannte er als einen Kanal, den es auszubauen gelte. BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein rechnete vor, bei einem jährlichen Wachstum von elf Prozent seien die 20 Prozent bis 2027 erreichbar. Er bot Minister Schmidt konstruktive Zusammenarbeit bei der Umsetzung der ZÖL an. Da bis zur Bundestagswahl nicht mehr viel Zeit bleibt, sei die Zukunftsstrategie auch eine „Blaupause“ für die neue Regierung, sagte Löwenstain, daran müsse sich das aktuelle Landwirtschaftsministerium messen lassen.

In unserem deutschen Video-Rückblick sehen Sie Kurzinterviews mit Petra Wolf und Danila Brunner (NürnbergMesse), Ausschnitte aus der Rede von Minister Christian Schmidt und dem Statement von Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW) zur ZÖL.

Eine Auswahl von Statements der Aussteller:

Alexandre Harkalay, Internationale Zertifizierungsstelle IBD, Brasilien: „Die BioFach ist eine große Schule.“

Axel Frerks, Davert: „Wir konnten den Einzelhändlern Anregungen geben.“

Jésus Bastante, Taifun: „Die BioFach ist eine Bühne“

Peter Effenberger, Nepali Gardens, Demeter-Gemeinschaftsstand: „Ich bin sehr glücklich, nach vielen Jahren als Besucher heute mal wieder als Aussteller hier zu sein.“

Burkhard Paschke, Terra Naturkost/Die Regionalen, „Die Feine Linie, ganz neu und ausschließlich für den Fachhandel.“

Elisabeth Ge, Österreichische Kontrollstelle LVA: „Es war spannend und wir freuen uns aufs nächste Jahr.“

Franziska Geyer, Ökotopia: „Es ist wie ein Familientreffen“

Marie Marschoun, Bingenheimer Saatgut AG: „Wir nehmen ganz viel Inspiration mit nach Hause.“

Dr. Klaus Karg, Dr. Karg´s: „Es war sehr interessantes Publikum da.“

Jochen Wolf, Flores Farm, „Die BioFach war sehr gut besucht und für uns eine tolle Chance, unsere neuen Produkte zu präsentieren.“

Marcel-Philipp Werdier, BNN, „Wir hatten sehr erfolgreiche Veranstaltungen.“

Markus Peetz, Mix My Shampoo, „Eine einmalige Chance, um uns von der Online- in die Offline-Welt zu bringen.“

Elfriede Dambacher, Naturkosmetik Konzepte „Die Vivaness spiegelte in ihrer Lebendigkeit sehr gut die Dynamik des Naturkosmetik-Marktes wider.

Tobias Bandel, Soil & More: „Wir haben jetzt Daten von Ernest& Young, die belegen, dass Bio-Produkte nicht zu teuer, sondern konventionelle Produkte zu billig sind.“

 

Internationalität ist angekommen

„Was uns wirklich freut ist, dass die internationalen Hallen inzwischen absolut angekommen sind. Das Angebot der hier vertretenen 87 Länder, das ist es, was die Besucher hier interessiert“, sagt Petra Wolf. Die Besucher würden sich die Vielfalt eines professionellen Angebots aus den europäischen Nachbarländern und auch aus Übersee nicht entgehen lassen.

Die international aktiven Unternehmen der Bio-Branche nutzen das Messe-Duo zum einen als Kontakt- und Kundenpflege-Plattform. Zum anderen ist das Import-Export-Geschäft längst nicht mehr einseitig. Überall in der Welt entwickeln sich nationale Bio-Märkte, die von deutschen und europäischen Herstellern beliefert werden, wie Alexandre Harkalay von der brasilianischen Zertifizierungsstellen IBD zu berichten weiß. Er bezeichnet die BioFach als Schule mit Vorbildfunktion für Unternehmen, die noch nicht so lange auf dem Markt sind sowie als Networking-Treffpunkt und natürlich sei die Fachmesse auch ein internationaler Handelsplatz.

Auch in der Vivaness-Halle wurde die Internationaliät deutlich: Große Stände aus Frankreich, Spanien, Italien oder aus Russland waren hier zu finden.

Bild: Auch in der Vivaness-Halle wurde die Internationaliät deutlich: Große Stände aus Frankreich, Spanien, Italien oder aus Russland waren hier zu finden.

Internationale Bio-Märkte entwickeln sich sehr gut

Freilich sind die USA als weitaus größter Bio-Markt mit einem globalen Marktanteil von fast 36 Milliarden Euro (2015: 47%) und Deutschland als zweitgrößter mit seinen aktuell 9,48 Milliarden Euro (2016) besonders interessante Zielmärkte. Aber auch die 2015 und 2016 stark gewachsenen Märkte in Frankreich, Italien und Skandinavien rücken in den Blickpunkt. (wir berichteten über die Entwicklung der weltweiten Bio-Märkte).

Der Neuheitenstand war Anziehungspunkt im Foyer Eingang Mitte.

Bild: Der Neuheitenstand war Anziehungspunkt im Foyer Eingang Mitte. Foto: NürnbergMesse

Neuheiten und Innovationen

Ein Auftritt mit Aha-Effekt - die bekannte Marke Birkenstock steigt in die Naturkosmetik ein.MIt weit mehr als 500 Neuheiten bot die BioFach wieder viel zu entdecken. Ein ganz neuer Trend war nicht auszumachen, aber die bestehenden Convenience, Free From, Superfoods oder Vegan bestätigten ihre Stabilität mit neuen Produkten. Danila Brunner fand zudem eine ganze Reihe innovativer Ansätze und aufkommende neue Trends. Die Innovationskraft der Branche bezieht sich natürlich nicht nur auf Bio-Lebensmittel.

„Tolle junge Unternehmen“, schwärmte Petra Wolf in Bezug auf die Vivaness. Überall in der Halle 7A gab es Neuheiten zu entdecken, konzentriert am Neuheiten-Stand, wo fast 260 Produkte ausgestellt waren. Nicht zu übersehen war der Stand einer wohlbekannten Marke, die ihre knapp dreißig Produkte starke Range vorstellte: Man darf auf den weiteren Weg von Birkenstock Naturkosmetik gespannt sein, der auf jeden Fall global angelegt ist.

 

Bild: Ein Auftritt mit Aha-Effekt - die bekannte Marke Birkenstock steigt in die Naturkosmetik ein.

 

Internationale und deutsche Naturkosmetik Newcomer

Insbesondere auch im Bereich Breeze, wo internationale Newcomer ihre Plattform haben, gab es spannende Produkte und Konzepte zu entdecken, ebenso wie am vom Ministerium geförderten Stand der deutschen innovativen Firmen. Gerade die jungen Unternehmen sind dankbar, sich auf der Weltleitmesse bekannt machen zu können und Feedback von Brancheninsidern sowie dem Handel zu erhalten. Die hohe Internationalität wird nicht nur auf der BioFach mit ihrem Anteil von 70 Prozent Auslandsbeteiligung deutlich, sondern auch auf der Vivaness immer sichtbarer. Naturkosmetik-Branchenexpertin Elfriede Dambacher, Naturkosmetik Konzepte, nimmt wahr, dass es gerade die Kombination aus dem vielfältigen Angebot von klassischen Marken mit langer Tradition und jungen Nischenmarken, aus Information und Internationalität ist, die viele Entscheider anlockt und die Vivaness zu einem internationalen Marktplatz macht. „Die Vivaness war sehr lebendig und spiegelte die Dynamik des Naturkosmetik-Marktes wider“, so Dambacher.

Baims: Naturkosmetik made in Brasil für den deutschen Markt.

Bild: Baims: Naturkosmetik made in Brazil für den deutschen Markt.

 

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In weiteren Artikeln und Meldungen informieren wir Sie laufend weiter zu BioFach und Vivaness.


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