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AMI: Strukturdaten für den Öko-Landbau 2016

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Die Bio-Anbaufläche in Deutschland ist 2016 um rund 162.000 Hektar auf 1,25 Millionen Hektar gewachsen, das entspricht einem Zuwachs von fast 15 Prozent gegenüber 2015. Dieser teilt sich gleichmäßig auf Grünland und Ackerflächen auf. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Bundesländer Sachsen und Bayern. Den höchsten Anteil an Ökofläche bezogen auf die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche weisen bei den Flächenländern das Saarland, Hessen und Brandenburg auf. Niedersachsen bildet mit einem Anteil von 3,4 Prozent das Schlusslicht.

Diese Zahlen hat die Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI im Rahmen ihrer Marktstudie „Strukturdaten im ökologischen Landbau in Deutschland 2016“ ermittelt. Die Studie listet detailliert Daten zur Bodennutzung, Tierhaltung und zu den Verkaufserlösen der Bio-Erzeuger auf. Datengrundlage sind die Angaben von zehn Öko-Kontrollstellen, die 90 Prozent der Fläche und 89 Prozent der Betriebe abdecken. Diese Angaben wurden auf das gesamte Bundesgebiet mit seinen insgesamt 27.132 landwirtschaftlichen Bio-Betrieben hochgerechnet. Eingegangen in die Berechnungen sind auch Daten aus Erhebungen des Statistischen Budnesamtes.

Weide

Mehr Gründland als Acker

Bemerkenswert ist, dass auf fast einem Drittel der Ackerfläche Futtermittel wachsen. Den größten Anteil daran hat Kleegras, das in der Fruchtfolge der Bio-Bauern eine wichtige Rolle spielt, weil der Klee Stickstoff aus der Luft in den Boden bringt. Zugenommen hat auch der Anbau von Hülsenfrüchten, bevorzugt als Futtermittel. Hier liegt der Bio-Anteil flächenbezogen bei einem Fünftel. Verstärkt angebaut haben die Bio-Landwirte auch Ölsaaten wie Raps und Soja. Bei Soja wuchs die Anbaufläche um 1.000 ha auf 3.500 ha. Auf 8.600 ha wurden 2016 Bio-Kartoffeln angebaut. Das entsprach 3,5 Prozent der gesamten deutschen Kartoffelfläche.

Bio-Freilandgemüse wurde in Deutschland 2016 laut AMI auf 11.000 ha Fläche angebaut, gegenüber dem Vorjahr entsprach das einer Zunahme von 1.650 ha. Der mengenmäßige Bio-Anteil an der Freilandgemüseernte lag durch die guten Erträge bei acht Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil bei Roter Bete, Möhren, Buschbohnen und bestimmten Salaten. Bei den Bundesländern weisen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen den höchsten Flächenanteil auf.

Gewächshaus

Geringe Produktivität im Bio-Gewächshaus

Beim Unter-Glas-Anbau stellte die AMI eine „deutlich geringere Produktivität gegenüber dem konventionellen Anbau“ fest. Während die 238 ha Bio-Gewächshäuser für 23 Prozent der Anbaufläche unter Glas stehen, wachsen dort nur zehn Prozent der geernteten Mengen. Tomaten und Salate sind die wichtigsten Erzeugnisse, gefolgt von Gurken und Paprika.

Apfelbaum

Jeder sechste Obstbaum ist bio

„Die Flächen von Dauerkulturen haben 2016 um 1.000 ha zugenommen“, schreibt die AMI. Beim Baumobst ist inzwischen ein Sechstel der Anbaufläche Bio, bei den Beerensträuchern machen die Bio-Flächen bereits mehr als ein Viertel aus. Die wichtigsten Früchte sind hier Aronia vor Holunder und Sanddorn. Um ein Drittel angestiegen ist die Anbaufläche für Erdbeeren. Da 2016 ein schlechtes Jahr für die Erdbeeren-Bauern war, stiegen die Ernteertäge bei weitem nicht so stark an.

Kühe

Tierhaltung: Mehr Rinder und Schweine

2016 erzeugten 181.000 Milchkühe insgesamt 795 Millionen Liter Bio-Milch, das entspricht 4.400 Liter je Kuh. In dieser Zahl ist die Milch, die an Kälber verfüttert wurde, ebenso wenig enthalten wie Milch, die in die Direktvermarktung, etwa bei Hofkäsereien, floss. Zudem sind in den Zahlen zu den Tieren auch Kühe in der Umstellung auf Öko-Landbau enthalten, die noch keine Bio-Milch liefern. Tatsächlich dürfte die Milchleistung der Bio-Kühe also deutlich höher liegen.

Die Produktion von Rindfleisch nahm deutlich zu und erstmals nach zwei Jahren mit Rückgängen wuchs auch die Zahl der geschlachteten Schweine wieder. Die Zahl der Legehennen stieg nach den Schätzungen der AMI um 500.000 Tiere auf 4,9 Millionen Legehennen in Deutschland an. Damit wäre jede neunte Henne Bio. Die Zahlen der AMI liegen damit erheblich über denen des Statistischen Bundesamtes mit 4,2 Millionen Bio-Hennen. Der Grund: Das Bundesamt erfasst nur Bestände über 3.000 Tiere. In der Bio-Landwirtschaft spielen aber auch kleinere Tierhalter, etwa mit Hühnermobilen für die Direktvermarktung, eine wichtige Rolle.

Geld Kasse

Neun Prozent mehr für die Bauern

Für die meisten Bio-Bauern war 2016 ein gutes Jahr. Insgesamt bezifferte die AMI die Erlöse der Bauern mit 1,99 Milliarden Euro, das waren gut neun Prozent mehr als 2015. „Der Anstieg ging anders als im Vorjahr vor allem auf das Konto der tierischen Produkte“, heißt es im Bericht. Milch und Eier hätten die größten Steigerungen erzielt. „Aber auch Gemüse und Obst trugen mit größeren Ernten wesentlich zu höheren Erlösen bei. Bei den Erlösen für Getreide und Ackerfrüchtenn gab es dagegen nur geringe Zuwächse. Insgesamt machen die tierische Produkte gut die Hälfte der Bio-Erlöse aus.

 

Bilder: Pixabay


Stichworte:

Forschung und Studien

Landwirtschaft


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