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Sortiments- und Markttrends der Branche

von Natascha Becker (Kommentare: 0)


Zwergenwiese jedes Jahr stärker

Auf Basis des bioVista Handelspanels stellte Fabian Ganz die bekanntesten Bio-Marken vor. Hier führt Rapunzel das Ranking an, gefolgt von den beiden Großhandelsmarken denree und Bioladen. Doch auch bei den anderen tut sich was, wenn auch nicht ganz so spektakulär: Zwergenwiese beispielsweise wird jedes Jahr ein bisschen stärker. 

Beim Umsatz liegt jedoch Bioladen mit einem Plus von 14 Prozent auf Platz 1. Dieser Zuwachs ist laut Ganz vor allem auf das Sortiment Nüsse und Trockenfrüchte zurückzuführen, aber auch auf eine stetige Expansion der Marke. Dahinter folgt mit einem Umsatzplus von 27 Prozent der Ölhersteller bio planete, der vom Trend Kokosöl profitiert hat. Dennree belegt Platz 3 und konnte seinen Umsatz um fünf Prozent steigern, Allos (plus zehn Prozent) und Rapunzel (plus zwei Prozent) folgen. Im Speiseöl-Sortiment steht Rapunzel in direktem Wettbewerb zu bio planete, kann sich aber trotz der schwierigeren Marktsituation gut behaupten.

Hersteller von Chia Samen mit Umsatzplus

Hersteller von Trendprodukten lagen natürlich klar im Vorteil – das zeigte sich auch an Govinda, die ihr Umsatzplus von 24 Prozent nicht zuletzt ihren Chia Samen zu verdanken haben. Trendsortiment Nummer eins waren im vergangenen Jahr Öle, gefolgt von Milchersatz wie Soja-, Reis- und Haferdrinks, an dritter Stelle folgen die Ölsaaten. Hier macht sich noch immer der Trend zu veganen aber auch zu glutenfreien Produkten bemerkbar. Wie auch bei Schokolade: vegane Varianten etwa von Rapunzel und Vivani bescherten dem Sortiment eine Umsatzsteigerung von elf Prozent. Ganze 30 Prozent Plus verzeichneten sogar die Nahrungsergänzungsmittel. Hier machen sich nicht zuletzt die verschiedenen Superfood-Pulver bemerkbar – ein Trend, den man laut Ganz im Auge behalten sollte.

Steigerung beim Trockensortiment

Nach wie vor ist die Frische mit 60 Prozent des Umsatzes das Hauptsortiment im Fachhandel. Die Trockenprodukte liegen bei 27 Prozent, das ist eine Steigerung von 5,6 Prozent – bei einem Absatzplus von 2,0 Prozent, was Ganz durch Preissteigerungen in diesem Segment erklärt.

Insgesamt 645 Marken tummeln sich in diesem vielfältigen Sortiment, angeführt von Rapunzel mit einem Anteil von 18 Prozent, dennree (6,4 Prozent), Lebensbaum und Allos (jeweils 4,4 Prozent).

Bei den Top-Aussteigern und –Neuprodukten hat bioVista das Kokosöl nativ von bio plantete als Sieger errechnet, Rapunzel folgt mit seinem Kokosöl auf Platz zwei, gefolgt von Erdbeere Fruchtgarten von Zwergenwiese. Dahinter folgen auch schon diverse Chia Samen, weitere Kokosöle und vegane Schokolade.

Milchersatz bei der Frische besonders gefragt

Die Frische kann trotz eines Absatzrückgangs von 1,3 Prozent ein Umsatzwachstum von 1,1 Prozent verzeichnen. Hier haben ebenfalls die Hersteller veganer Produkte besonders zugelegt, etwa Provamel mit einem Plus von 5,5 Prozent. Top-Aufsteiger unter den Produkten sind dann auch der Mandeldrink von Provamel, gefolgt vom Haferdrink aus dem Hause Oatly, auf Platz drei liegt die Schlagsahne von bioladen.

Dennoch stellte Fabian Ganz die Frage: Gibt es den Vegan-Boom denn noch? Schaut man auf die Zahlen, hat die Entwicklung deutlich an Dynamik eingebüßt: von 2013 auf 2014 wurde mit diesem Sortiment ein Umsatzplus von 12,6 Prozent erzielt, im Jahreszeitraum darauf sind es nur noch sechs Prozent. Dabei haben vor allem die Fleischersatzprodukte an Zugkraft verloren, die Milchersatzprodukte hingegen erzielen immer noch Steigerungen. Das vegane Sortiment ist also für den Fachhandel kein Selbstläufer – ein Grund dafür könnte laut Ganz sein, dass auch der LEH seine Listung in diesem Segment deutlich aufgestockt hat.

Strukturwandel in der Branche

Im Anschluss warf Klaus Braun noch einen Blick auf den Strukturwandel in der Branche. Dieser macht sich auch an der Filialisierung bemerkbar: Waren 2003 noch drei Prozent aller Betriebe im Fachhandel filialisiert, war es 2015 bereits jeder Vierte – die Hälfte davon gehörte zu einem bundesweit aktiven Filialisten. Setzt sich diese Entwicklung fort, ist 2020 jedes zweite Geschäft eine Filiale, so Braun.


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