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Nachwuchs für Bio 3.0

von Natascha Becker (Kommentare: 0)


Welche Anforderungen haben Unternehmen der Biobranche an den Nachwuchs – und wie finden sie diesen überhaupt? Die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung des FiBL liefern Anhaltspunkte.

Das gewinnen der besten Köpfe ist ein zentraler Erfolgsfaktor - auch in der Biobranche. Im Rahmen einer Befragung von Unternehmen und Experten hat die FiBL Projekte GmbH die Situation analysiert, und Thomas Fisel vom FiBL stellte die Ergebnisse im Rahmen des Forums Generation Zukunft auf der BioFach vor.

Danach sucht ein Viertel der Unternehmen nach Bewerbern, die ein Studium im Bereich der Lebensmittelwissenschaft absolviert haben, ein weiteres Viertel benötigt Absolventen aus dem Agrarbereich, ein Viertel interessiert sich besonders für BWL-Studenten und für ein Viertel ist der Abschluss eher nachrangig.

Mangel an produktionsnahen Führungskräften

Ein starker Mangel herrsche derzeit an produktionsnahen Führungskräften – jungen Menschen, die etwa eine Backstube leiten können und gleichzeitig die nötige Bio-Affinität mitbringen. Denn die Unternehmen der Branche wünschen sich, dass ihre Mitarbeiter Bio verstehen und ihre Werte teilen.

Darüber hinaus ist den künftigen Arbeitgebern Sozialkompetenz wichtig, ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Auch Management-Kompetenz – gemeint ist hiermit insbesondere, sich selbst organisieren und dies anderen auch vorleben können – steht hoch im Kurs.

Vor allem kleinere Unternehmen suchen Nachwuchs, der sofort loslegen kann. Denn Hochschulabsolventen brauchen oft einige Jahre, bis sie eingearbeitet und wirklich in der Praxis angekommen sind. Das unterstreiche einmal mehr die Bedeutung von Praktika während der Studienzeit, und auch das Trainee-Programm Ökologischer Landbau setzt hier an.

Höhere Ansprüche der Absolventen

Doch die Wünsche an künftige Mitarbeiter sind das eine – das andere ist die Frage, wie man solche Menschen für sein eigenes Unternehmen gewinnen kann. Denn die Hälfte der Unternehmen schätzt es als schwierig ein, geeigneten Nachwuchs zu finden. Neben der Marktsituation spielen hier auch die gestiegenen Ansprüche der Absolventen eine Rolle.

Je bekannter ein Unternehmen und/oder eine Marke ist, desto mehr junge Menschen bewerben sich. Daher sollten Firmen – auch kleinere -  an ihrem Image arbeiten, um für den Nachwuchs interessant zu sein. Zudem ist ein aktives Recruting sinnvoll, auch wenn gerade kein aktueller Bedarf besteht. Besonders kleine Firmen profitieren davon, wenn sie beispielsweise schnell auf ehemalige Praktikanten zurückgreifen können, um eine offene Stelle zu besetzen.

Fisels Fazit: Bo 3.0 gelingt nur, wenn es gelingt, gute und kreative Menschen für die Branche zu gewinnen.


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