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Ausgezeichnet: Erfolgreiche Nachwuchsforscherinnen

von Alexander Reinbold (Kommentare: 0)


Die Gewinnerinnen mit ihren Urkunden: Janna Möllers, Maria Jaeger, Svenja Herzog

And the winners are: Auch in diesem Jahr erhielten auf der BioFach drei junge Wissenschaftlerinnen den Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft. 

Die Initiatoren (Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Lebensbaum-Stiftung, Schweisfurth Stiftung sowie die BIOFACH) hatten erneut deutschlandweit Nachwuchsforscher aufgerufen, ihre Bachelor- oder Masterarbeiten und Dissertationen einzureichen. Voraussetzung war, dass diese in Zusammenarbeit mit einem Verarbeitungsbetrieb der Bio-Branche entstanden sind. Drei von ihnen wurden heute auf der Sonderfläche "Generation Zukunft" ausgezeichnet. 

Die Gewinnerinnen sind: 

Beste Bachelorarbeit: Svenja Herzog 

Herzog hat sich mit der Gewinnung von Sonnenblumenproteinen aus Bio-Sonnenblumenpresskuchen und deren Weiterverarbeitung zu einem Sonnenblumentofu befasst. 

Den in Sonnenblumen ruhenden Chancen werde nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, meint die Preisträgerin. Der nach der Ölherstellung verbleibende Presskuchen wandert ins Viehfutter – stattdessen könnte man darin eine proteinreiche, nicht-allergene Nahrungsquelle für den Menschen sehen. 

Ziel der Arbeit von Herzog war es, eine Art Sonnenblumenmilch herzustellen, die für die Weiterverarbeitung zu einem Tofu verwendet werden kann. Der Versuch hat geklappt. Mit dem feinvermahlenen Presskuchen aus der Sonnenblumenölherstellung der Firma All Organic Trading stand ein hochwertiges Ausgangsmaterial zur Verfügung, so die Jury. 

Die Juroren fanden den Ansatz interessant, den Sonnenblumenpresskuchen, sonst nur als Viehfutter verwendet, für die menschliche Ernährung aufzubereiten. Denn dahinter stehe angesichts des wachsenden Eiweißbedarfs ein globales Thema. Konkrete Zukunftspläne hat die 23-Jährige bereits. „Ich wünsche mir, weiterhin in Forschung und Entwicklung tätig zu sein und dies auch mit pädagogischer Arbeit verknüpfen. 

Beste Masterarbeit: Maria Jaeger 

Ihr Ausgangspunkt: Die Weidehaltung von Milchkühen bekommt wieder mehr Zuspruch – Doch welche Tiere sind geeignet, welche Rasse passt, welche Leistung haben die Rinder? 

Bislang fehlen substantielle Studien, und in diese Lücke stößt Jaeger mit ihrer Masterarbeit. Darin vergleicht die Preisträgerin drei Genotypen aus weidebasierten Herden. Holstein-Friesians mit hoher Milchleistung: Holstein-Friesians, die nach funktionellen Merkmalen selektiert wurden und die als angepasst an weidebasierte Haltungsformen gelten, sowie Holstein-Friesians mit neuseeländischen Vätern, die ebenfalls auf funktionelle Merkmale gezüchtet wurden. Zur Datenerfassung standen dreißig Testbetriebe mit 2.998 Tieren zur Verfügung. 

Die Jury äußerte sich anerkennend über den Umfang der Studie: Es handle sich um eine exzellente wissenschaftliche Arbeit, die das „drängende Thema Tierzucht“ in Bezug auf Milchproduktion und Tierwohl aufgreife und dabei auf innovative Bewertungsmethoden für Genotypen zurückgreife. Das Fazit: Jaeger liefere „interessante zukunftweisende Ergebnisse“.  Ihre eigene berufliche Zukunft sieht die 25-Jährige Bereich der Tierzucht zu, wobei sie besonders die ökologische Komponente vertiefen möchte.

Beste Masterarbeit: Janna Möllers 

Möllers hat für die Ulrich Walter GmbH ein Ideenmanagement für deren Produktideen entwickelt. Darin hat sie Vorschläge für eine bessere Strukturierung sowie der Dokumentation und Bewertung von Ideen formuliert. 

Es ging ihr dabei sowohl um die „Ideenfindung“ als auch um „Ideenaufbereitung und Ideenbewertung“. Beide Aspekte münden im Ideenmanagement. Konzeptionelle Überlegungen sowie Befragungen relevanter Stakeholder wie Mitarbeiter, aber auch Händler, Hochschulen und Endverbraucher bildeten die Basis. So vermutet Möllers, dass die fehlende Struktur in den frühen Phasen des Innovationsprozesses bisher dazu führte, dass neue Produkte im Vergleich zu Produkten anderer Hersteller nach Ansicht von Fachhändlern als weniger innovativ betrachtet werden. Doch nur Unternehmen, die sich stetig neu reproduzieren und Wettbewerbsvorteile gewinnen, können langfristig am Markt bestehen.

Die Jury sah es ähnlich: Auch sie bemängelte, dass generell im Mittelstand zu wenig auf Innovationen geachtet werde. Möllers greife also ein akutes Thema auf. Auch deshalb seien ihre Ergebnisse für andere Unternehmen ebenfalls relevant. 

Die berufliche Zukunft der 26-jährige Janna Möllers könnte in einer Verknüpfung aus Praxis und Forschung bestehen. „Da ich bereits viele Erfahrungen in der Bio-Branche sammeln durfte, sehe ich meine berufliche Zukunft weiterhin in der Bio-Lebensmittelwirtschaft, speziell im Bereich Innovations- und Produktmanagement.“


Stichworte:

Forschung und Studien

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